Leistungssport

Usain Bolt gweinnt beim 100-Meter-Lauf 2008.

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Leistungssport

Leistungssportler ist nicht gleich Leistungssportler: Die einen sind weltweit bekannt und verdienen im Laufe ihrer Karriere mehrere hundert Millionen Euro. Die anderen sind auf die Hilfe ihres Staates und einen wohlwollenden Arbeitgeber angewiesen, um ihr Trainings- und Wettkampfpensum erfüllen zu können.

Sportliche Multimillionäre

Etwa 32 Millionen zahlte der spanische Fußballverein Real Madrid 2016 für Cristiano Ronaldo an Gehalt. Eine Menge Geld, aber beileibe kein Rekordwert – andere Vereine, vor allem in China, gaben noch mehr für ihre Spitzenspieler aus. So verdiente Lionel Messi beim FC Barcelona 40 Millionen Euro oder Ezequiel Lavezzi – bei Hebei China Fortune unter Vertrag – 578.000 Euro pro Woche (Stand: 2016).

Und dennoch war Cristiano Ronaldo 2016 der am besten verdienende Kicker weltweit. Denn zu seinem Gehaltsscheck kamen noch über 50 Millionen Euro an Werbeeinnahmen und Bildrechten hinzu.

Der amerikanische Golfer Tiger Woods war der erste Sportler überhaupt, der es zum Dollar-Millionär schaffte. Sein Vermögen setzt sich aus Preisgeldern, Antrittsprämien, Werbe- und Sponsorenverträgen zusammen. 2009 war er noch der bestbezahlte Sportler der Welt, 2016 lag er "abgeschlagen" auf dem zwölften Platz.

2016 wurde die Liste der reichsten Sportler der Welt angeführt Cristiano Ronaldo mit einem Einkommen von 88 Millionen Dollar. Auf Platz zwei steht Fußballer Lionel Messi mit einem Jahreseinkommen von etwa 81,4 Millionen Dollar. Platz drei belegt der Basketballspieler LeBron James mit einem geschätzten Einkommen von 77,2 Millionen Dollar.

Lionel Messi (l.) und Cristiano Ronaldo

Spitzenverdiener im Fußball: Lionel Messi (l.) und Cristiano Ronaldo

Hohes Engagement, niedriger Verdienst

Doch diese riesigen Summen sind nicht die Regel, sondern die Ausnahme im Leistungssport. Laut einer Studie der Kölner Sporthochschule aus dem Jahr 2009 standen einem deutschen Spitzensportler im Durchschnitt 626 Euro im Monat zur Verfügung. Und das bei einer durchschnittlichen "Arbeitszeit" von 60 Stunden pro Woche.

Damit verdient ein Spitzensportler deutlich weniger als der Durchschnittsbürger, ein Drittel von ihnen geht neben dem Sport noch arbeiten. Die soziale Absicherung fehlt oft, zudem existieren selten Pläne für das Leben nach der sportlichen Karriere.

Gerade, wenn man eine Randsportart betreibt, die außerhalb großer Wettbewerbe wie Weltmeisterschaften oder Olympischer Spiele kaum in den Medien präsent ist, ist es sehr schwer, lukrative Werbe- und Sponsorenverträge abzuschließen.

Selbst mit einem Olympiasieg hat man lange nicht ausgesorgt: Eine Goldmedaille wurde 2012 von der Sporthilfe mit 15.000 Euro honoriert, dazu kommen noch Prämien des jeweiligen Verbandes.

Der Slalom-Kanute Sebastian Schubert (Archivbild)

Randsportart Kanu: uninteressant für Werber und Sponsoren

Unterstützung durch die Sporthilfe

Die "Stiftung Deutsche Sporthilfe" will diese Diskrepanz etwas ausgleichen. 2016 unterstützte sie zirka 3800 Athleten in über 50 Sportarten. Ziel dabei: Die Sportler sollen sich so gut wie möglich auf ihr Training konzentrieren können.

Gleichzeitig sollen die sportliche und die berufliche Karriere verbunden werden. Neben Leistungsprämien erhalten Spitzensportler finanzielle Zuwendungen für Studium und Ausbildung, Verdienstausfälle werden ausgeglichen, zudem werden Versicherungen zur Verfügung gestellt.

Im Laufe ihrer Karriere beziehen die meisten deutschen Leistungssportler Sporthilfe. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurden 360 der 392 deutschen Teilnehmer von der Sporthilfe finanziell unterstützt – darunter auch Topathleten wie Schwimmer Paul Biedermann, Fechterin Britta Heidemann oder Beachvolleyballer Julius Brink.

Schwimmer Paul Biedermann bei den deutschen Meisterschaften in Berlin

Bekommt Sporthilfe-Gelder: Schwimmer Paul Biedermann

Sportler im Dienst der Bundeswehr

Auch von Seiten des Staates erhalten viele deutsche Topsportler Hilfen. Die Innenministerien unterstützen Sportleistungszentren, geben Zuschüsse für Lehrgänge, Wettkämpfe und Training, bauen Sportstätten und helfen finanziell bei der Austragung von internationalen Meisterschaften.

Zudem ist der Staat als Arbeitgeber tätig. So waren 2016 etwa 750 Sportler bei der Bundeswehr beschäftigt. Sie trainierten an 15 Standorten in sogenannten Sportfördergruppen.

Mit dem normalen Dasein als Soldat haben die Sportsoldaten allerdings wenig gemein. Ihre Grundausbildung ist verkürzt, sie können sich – von wenigen Lehrgängen im Jahr abgesehen – ganz auf ihr Training konzentrieren. Zu den bekanntesten Sportsoldaten gehörten Kati Wilhelm, Georg Hackl und Ronny Ackermann.

Auch Zoll und Polizei haben Sonderregelungen für Spitzensportler. Inzwischen kommt ein Großteil der Teilnehmer der Winterolympiaden aus diesem Umfeld. Von den 153 deutschen Athleten in Vancouver standen 100 in den Diensten von Bundeswehr, Zoll oder Polizei. Kritiker sehen darin allerdings eine Entwicklung hin zu "Militärfestspielen".

Georg Schorsch Hackl

Einer der bekanntesten ehemaligen Sportsoldaten: Georg Schorsch Hackl

Autor: Ingo Neumayer

Stand: 09.10.2018, 10:52

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