Skateboard-Glossar

Skaten

Skateboard-Glossar

Grind und Slide, Grab und Vert, Downhill und Flatland: Das Skatervokabular ist für Außenstehende oft schwer zu verstehen. Wir erklären die wichtigsten Begriffe.

Air

Wer einen Air macht, fliegt mit seinem Brett in die Luft, um dann zu tricksen. Vor dem Air holt der Skater Schwung, etwa über eine Rampe oder Halfpipe. Wenn man vom Boden aus mitsamt dem Skateboard in die Luft springt – etwa beim Ollie – gilt dies nicht als Air.

Bowl

Bowl heißt auf Englisch Schüssel und hat seinen Ursprung in den stillgelegten Swimming Pools. In den Siebzigern begannen Skater damit, in leeren Pools zu skaten. Die schüsselförmigen Pools von damals werden heute immer seltener genutzt. Stattdessen werden in Skateparks oft Bowls angelegt. In einer Bowl ist es einfacher zu skaten als in einer Halfpipe.

Skater Tony Alva skatet in einem Pool.

Mit Schwung in die Schüssel

Deck

Das Deck ist das Skateboard-Brett, an dem die Rollen befestigt sind. Es besteht meist aus mehreren Schichten Holz, die Ränder sind etwas nach oben gewölbt (Concave). Der vordere Teil des Brettes heißt Nose (auf Deutsch: Nase), der hintere Tail (Schwanz).

Die Maße des Decks hängen davon ab, wie und wo geskatet wird. In der Halfpipe haben sich breitere Decks bewährt, die einen besseren Stand bieten. Streetskater bevorzugen schmalere und leichtere Bretter wegen ihrer Wendigkeit.

Skateboards in einer Reihe.

Holz muss sein beim Deck

Downhill

Beim Downhill (englisch für: bergab) rollt der Fahrer meist auf einem Longboard. Es gibt eigene Wettbewerbe auf gesperrten Straßen, allerdings finden auch immer wieder illegale Rennen im Straßenverkehr statt. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten ist die Verletzungsgefahr relativ hoch.

Flatland

Wer im Flatland (auf Deutsch: Flachland) skatet, macht seine Tricks auf freier, ebener Fläche, ohne Hindernisse wie Treppen oder Geländer.

Skater auf freier Fläche.

Es geht auch ohne Rampen

Grinden

Beim Grinden (englisch für: schleifen) rutscht der Boarder auf einer oder beiden Achsen über ein Hindernis, etwa über ein Geländer oder eine Kante.

Skater rutscht auf Geländer herunter.

Warum rollen, wenn man auch rutschen kann?

Griptape

Das Griptape sorgt dafür, dass die Schuhe auf dem Deck haften und man seinen Halt nicht so schnell verliert. Es ist mit dem Brett verklebt und auf der Oberseite rau wie Schmirgelpapier.

Halfpipe

Rohr heißt im Englischen Pipe, die Halfpipe ist also ein Halbrohr. Mitte der Siebziger nutzten kalifornische Skater ein trockengelegtes Abwasserrohr im US-Bundesstaat Arizona, um darin zu skaten. Wieder zu Hause, bauten sie das Rohr aus Holz nach, um darin zu fahren und zu tricksen.

Die Halfpipe trug maßgeblich zur Entwicklung des Vert Skatings bei. Sie wurde und wird ständig modifiziert: Eine Quarterpipe ähnelt einer Schanze und ist nur von einer Seite befahrbar. Es gibt auch Fullpipes, in denen man einen Salto fahren kann, allerdings eher selten.

Ollie

Der Ollie ist einer der wichtigsten Skateboard-Tricks überhaupt. Durch Gewichtsverlagerung und kräftiges Treten auf den hinteren Teil des Boards, den Tail, schnellt das Skateboard mitsamt dem Skater in die Luft, ohne dass dieser die Hände zu Hilfe nimmt.

Auch in der Luft wird das Board nur durch die Füße bewegt und gesteuert. Erfunden wurde der Sprung von Alan Ollie Gelfand in der Halfpipe. Rodney Mullen führte ihn Anfang der Achtziger im Flatland ein – und legte so den Grundstein für das moderne Streetskaten.

Ein Fuß steht auf dem hinteren Teil des Skateboards.

Mit dem Bord springen – das geht mit einem Ollie

Pro-Model

Jeder halbwegs berühmte Skater hat Pro-Models, die nach ihm benannt sind. Das sind meistens Boards, manchmal aber auch Schuhmodelle oder Klamotten, an deren Verkaufserlösen er oder sie beteiligt ist. Die meisten Skater gestalten ihr Pro-Model mit oder selbst.

Ramp

Eine Ramp ist der Oberbegriff für alle Rampen, Pipes und Schanzen, auf denen man Airs machen kann. Die klassische Halfpipe, auf der sich die ersten Skater in die Vertikale bewegten, wurde im Laufe der Jahre immer mehr modifiziert. Es gibt sie in der abgeflachten Version der Miniramp für Anfänger und als Vert oder Mega Ramp für die Profis. Bei diesen Varianten sind die Bodenstücke und die Seitenteile, die in die Vertikale führen, verlängert. So lässt sich mehr Schwung holen und höher springen.

Skateboardrampe mit fliegendem Skater.

In der Mega Ramp: Ein Skater fliegt in die Luft

Rippen

Das Rippen wird oft als Synonym fürs Skaten benutzt.

Slam

Ein Slam ist ein schwerer Sturz beim Skaten.

Sliden

Sliden (auf Deutsch: rutschen) funktioniert ähnlich wie Grinden: Man rutscht mit dem Skateboard über ein Hindernis, etwa ein Geländer. Allerdings nutzt ein Skater nicht die Achsen als Rutschfläche, sondern den Raum dazwischen.

Street

Streetskaten ist die beliebteste Variante des Skatens, da sie praktisch überall praktiziert werden kann. Im Grunde reichen dafür eine freie Fläche, ein paar Treppenstufen, Bänke und Geländer. In Wettbewerben und Skateparks werden die topgrafischen Begebenheiten und Hindernisse, die man in der urbanen Umgebung vorfindet, in einem Street Parcours nachgebaut.

Skater springt eine Treppe hinunter.

Treppen sind kein Hindernis

Vert

Die zweite große Skate-Variante ist das Vert Skating (vom Englischen: vertical), das auf einer Ramp stattfindet. Hier sind die Sprünge und Tricks in der Luft und an der Rampe das A und O.

Autor: Ingo Neumayer

Stand: 19.06.2018, 10:34

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