Das grüne Land

Das grüne Land

Wer sich nach Grönland wagt, kann zwar auf eisige Kälte aber auch auf sattgrüne Landschaften treffen.

Polarhunde ziehen einen Schlitten durch die Eiswüste Grönlands.

Schnee und Eis so weit das Auge reicht. Die 14 Polarhunde ziehen den Schlitten stetig durch die unwirtliche Landschaft. Es ist ein hartes Leben in Grönland, am Busen der Natur. Die nächste Stadt ist weit entfernt. Eine Straße, die zu ihr führt, gibt es nicht. Für die Grönländer ist der Schlitten ein gewöhnliches Fortbewegungsmittel. Wer es sich leisten kann, kauft sich ein Schneemobil. Die Hunde, die herrenlos herumstreunen, fallen häufig dem "dog shooter" zum Opfer, der die Tiere niederschießt.

Schnee und Eis so weit das Auge reicht. Die 14 Polarhunde ziehen den Schlitten stetig durch die unwirtliche Landschaft. Es ist ein hartes Leben in Grönland, am Busen der Natur. Die nächste Stadt ist weit entfernt. Eine Straße, die zu ihr führt, gibt es nicht. Für die Grönländer ist der Schlitten ein gewöhnliches Fortbewegungsmittel. Wer es sich leisten kann, kauft sich ein Schneemobil. Die Hunde, die herrenlos herumstreunen, fallen häufig dem "dog shooter" zum Opfer, der die Tiere niederschießt.

Die ersten Menschen kamen um 2500 vor Christus nach Grönland. Über die Jahrhunderte besiedelten verschiedene Inuit-Kulturen sowie Siedler aus Island die Küsten Grönlands. Die Menschen mussten sehr anpassungsfähig sein, um auf der Insel überleben zu können. Die Inuit fertigten Jagdwerkzeuge, etwa aus Walbarten. Sie trugen Kleidung aus Tierhäuten, die wasserabweisend war und vor Kälte schützte. Auf der Waljagd konnten sie so mehrere Minuten im Eiswasser überstehen.

Grönland ist fast vollständig von Eis bedeckt, nur die Küstengebiete sind größtenteils eisfrei. Das Inlandeis erreicht eine Dicke von mehr als 3000 Metern. Funde von fossilen Pflanzen unter der Eisdecke zeugen jedoch davon, dass Grönland nicht immer von Eis bedeckt war. Vor etwa 60 Millionen Jahren herrschte auf der Insel ein warmes Klima. Es wuchsen Pflanzen, die sich heute nur noch in den Subtropen wiederfinden, etwa im US-Bundesstaat Florida.

Nachdem Erik der Rote im Jahr 980 aus Island verbannt wurde, ließ er sich auf der Insel nieder. Um seine Landsleute anzulocken, taufte er sie Grönland, grünes Land. Mit Erfolg: 25 Schiffe machten sich auf den Weg, von denen aber nur 14 die Insel erreichten. Auf den bewohnbaren Flächen der Küsten bauten die Ankömmlinge Siedlungen. 20 Jahre später brachte Eriks Sohn Leif das Christentum nach Grönland und ließ Kirchen erbauen.

Ab dem 16. Jahrhundert unternahmen Seefahrer aus Europa vermehrt Expeditionen nach Grönland. Diese dienten zunächst nicht der Erforschung des arktischen Gebiets. Die Seefahrer suchten eine Route nach Indien. Manche verschleppten Inuit, um sie auf Ausstellungen in Europa zur Schau zu stellen. Ab dem 17. Jahrhundert begannen Europäer damit, vor Grönlands Küsten nach Walen zu jagen. Die Meeressäuger waren begehrt wegen des Trans, der als Lampenöl diente. Es entstand ein reger Kontakt zwischen Inuit und Europäern, der das Leben der Inselbewohner nachhaltig verändern sollte.

Vielen Europäern galten die Inuit als unzivilisiert. Der norwegische Missionar Hans Egede wollte dem Heidentum ein Ende setzen und die Inuit zum christlichen Glauben bekehren. Vieles von dem, woran die Inuit vorher glaubten und was sie lebten, ging in jener Zeit verloren: ihre Vorstellung von Gut und Böse, ihre Traditionen und Rituale. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts flammt ein neues Interesse für die alte Kultur der Inuit auf. Ein Pionier der Arktisforschung, der die Wurzeln der Inuit untersucht hat, ist der Grönländer Knud Rasmussen. Auf seinen Expeditionen bediente er sich der Reisetechniken der Inuit …

… und sammelte so Geschichten aus entlegenen Dörfern, so auch diese über die Entstehung der Welt: Erde, Felsen und Steine stürzten aus dem Himmel und bildeten das Land. Aus Weidenbüschen gingen die ersten Kinder hervor. Sie ernährten sich von der Erde und vermehrten sich. Dann wollten sie Hunde haben und stampften auf die Erde und schwangen Riemen, bis die Hunde aus den Hügeln sprangen. Zunächst waren die Menschen unsterblich, sie lebten im Dunkeln. Erst mit dem Licht kam der Tod in ihre Welt: Jeder Mensch, der stirbt, steigt in den Himmel auf und beginnt zu leuchten, als Sonne, Mond oder Stern. Diese Geschichte hörte Knud Rasmussen 1903 von einer 60-jährigen Inuk.

Auch heute glauben Menschen in Grönland noch an das Schamanentum. Geistiges und religiöses Oberhaupt dieser Religion ist der Schamane. Er verbindet die materielle Welt mit der immateriellen. Er heilt Krankheiten, sorgt für Jagdwild, beeinflusst das Wetter oder sagt die Zukunft vorher. Heute sind die meisten Grönländer Christen. Ihre Kirche gehört der protestantischen Staatskirche Dänemarks an.

Seit 1953 ist Grönland offiziell eine Provinz Dänemarks. Industriebetriebe siedelten sich an. Es bildeten sich Ballungsräume. Nach einem Jahr lebte bereits die Hälfte der Grönländer in Städten. 26 Jahre später verwaltet sich das Land vorwiegend selbst, nur um Landesverteidigung und Außenpolitik kümmert sich Dänemark. Die Grönländer leben in einer Demokratie. Alle vier Jahre wählen sie das Parlament, das wiederum Premierminister und Regierung wählt.

In Grönland herrscht arktisches Klima. Die Winter sind hart und lang, die Sommer kurz. Im Norden des Landes steigen die Temperaturen nur sehr selten über den Gefrierpunkt. Im Jahresdurchschnitt beträgt die Temperatur weniger als minus fünf Grad Celsius. Die Sonne lässt sich im Winter über vier Monate nicht blicken – im Sommer geht sie dafür ebenso lang nicht unter. In Grönland lassen sich beeindruckende Naturschauspiele beobachten, etwa die Polarlichter (Aurora Boreales) oder der arktische Seerauch, ein Nebel, der über der Wasseroberfläche schwebt.

Trotz des arktischen Klimas wachsen viele verschiedene Pflanzenarten in Grönland. Im wärmeren Süden gedeihen niedrige Birkenwälder, Ebereschen und Weiden. Vor allem sind hier aber Gras- und Krautpflanzen sowie Zwergsträucher, Moose und Flechten beheimatet. Obwohl Grönland geographisch zu Nordamerika gehört, stammen die meisten Pflanzenarten ursprünglich aus Europa. Im Sommer blühen viele Blumen. Die grünen Wiesen machen dem Namen Grünland alle Ehre.

Moschusochsen, Lemminge, Hermeline und Polarwölfe – auf Grönlands Festland leben nur wenige, dafür aber eindrucksvolle Tiere. Das Wappentier ist der Eisbär. Sein Bestand gilt als gefährdet. Auch Seehunde und Robben spielen für die Grönländer eine wichtige Rolle. Die Tiere werden wegen ihres Fells und Fleischs gejagt. Um die Bestände zu schützen, gibt es Jagdgesetze und Schutzzonen wie den Nordost-Grönland-Nationalpark. Dieser umfasst eine Fläche, die fast so groß ist wie Frankreich und Spanien zusammen – damit gilt er als einer der größten Nationalparks der Welt.

Stand: 22.01.2018, 11:16 Uhr

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