Seit wann gibt es Fasnachthexen?

Drei Frauen tragen zu Fasnacht rote Kostüme und die traditionellen Hexenmasken.

Fasnacht

Seit wann gibt es Fasnachthexen?

Von Hildegard Knoop

Hielt die Hexenfigur erst in den 1930er Jahren Einzug in die schwäbisch-alemannische Fasnet?

Die Geschichte der Fasnachtshexen mit Holzmasken, die heute so beliebte Figuren in der schwäbisch-alemannischen Fasnet sind, beginnt tatsächlich erst 1933. Damals schuf der Offenburger Kunstmaler Karl Vollmer für die Straßenfastnacht seiner Heimatstadt eine Hexengestalt, die bald soviel Anklang fand, dass bereits 1936 eine eigene Hexenzunft gegründet wurde.

Von Offenburg aus verbreitete sich die Hexenfigur dann mit wachsender Geschwindigkeit im gesamten Südwesten. Gemeinsam sind den Hexengestalten die hakennasigen Gesichter, derbe Kittel, ausladende Röcke, altmodische Unterwäsche, Woll- oder Ringelstrümpfe, Strohschuhe und der Reisigbesen.

Dass die Hexenrolle vor allem bei jungen Fasnachts-Akteuren so beliebt ist, erklärt sich daraus, dass sie ihren Trägern viel Bewegungs- und "Spielraum" bietet. Kritik an der Hexenfigur aus kulturhistorischer oder feministischer Sicht halten die Fasnachtsfunktionäre entgegen, dass die Hexenfigur der Fasnacht nichts mit den Hexenverfolgungen zu tun habe, sondern den Hexen aus den Märchenillustrationen der Romantik nachgebildet sei.

Stand: 13.02.2019, 09:30

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