Die "Meenzer Schwellköpp"

Bunte Figuren mit überdimensionierte Köpfen in einer Menschenmenge

Rheinischer Karneval

Die "Meenzer Schwellköpp"

Sie gehören zur Mainzer Fastnacht wie die Ranzengarde, auch wenn sie 100 Jahre jünger sind: die riesigen Figuren mit den überdimensionierten Köpfen, die "Schwellköpp". 1927 war ihr Geburtsjahr: Nach einer 13-jährigen Zwangspause trauten sich die Mainzer Narren erstmals wieder zum Rosenmontagszug auf die Straße, und unter ihnen waren drei neue Figuren: der "Dickköpp", der "Schwellköpp" und der "Wirrköpp". Der Mainzer Unternehmer und Bildhauer Ludwig Lipp wollte mit ihnen lustige Mainzer Typen charakterisieren.

Das närrische Volk war begeistert, und mit den Jahren bekamen die Schwellköpp richtige Namen und wuchsen zu einer stattlichen Familie heran: der "Schorsch" und der "Schnorres" mit ihren feschen Schnauzbärten, "Tante Eulalia" und "Onkel Theobald" mit schicken Hüten, um nur vier der mittlerweile 29 Figuren zu nennen. Familiäre Ähnlichkeiten sind auch gewollt: Alle Damen sind drall und grell geschminkt, die Nasen sind leuchtend rot, die Kostüme vierfarbig.

Eigentlich sind es nur wenige Vorlagen, aus denen dann neue Gesichter entstehen. Sie werden liebevoll ummodelliert, bis sie einen neuen Typ ergeben. Die ersten Schwellköpp waren aus Gips, heute werden sie aus Styropor gefertigt, bringen aber alles in allem bis zu 25 Kilogramm auf die Waage – eine schweißtreibende Angelegenheit für ihre "Träscher".

Denn die "Schwellköpp" sind längst nicht mehr nur am Rosenmontag in Mainz unterwegs: Auch an den anderen "tollen Tagen" machen sie bei etlichen Kampagnen und Maskenzügen mit. Und selbst im Mai und im Hochsommer werden sie gelegentlich gesichtet: beim Gutenberg-Marathon oder bei Hochzeitsfeiern. Kurz: Die "Oldies" der Mainzer Fastnacht zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen und sind beliebter denn je.

Autorin: Hildegard Knoop

Stand: 13.02.2018, 15:29

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