Compact Disc

Eine CD steckt auf einem Finger.

Geschichte der Tonträger

Compact Disc

Von Frank Endres und Wiebke Ziegler

Seit 1983 werden in Europa "Compact Discs" (CDs) verkauft. Mit der schillernden Scheibe verbreitete sich eine ganz neue Technologie: die optische Speicherung digitaler Daten. Von Musikfans anfänglich kritisch beäugt, lief die CD schon bald der Vinylscheibe den Rang ab.

Ohne Rauschen und Suchen

Die CD ist zwar auch eine Scheibe, sie funktioniert aber grundlegend anders als eine Vinyl-Schallplatte. Sie ist eigentlich kein Ton-, sondern ein Datenträger, da auf ihr die Musik in Form von digitalen Daten gespeichert ist. Die Musikindustrie muss die Musik in digitale Informationen umwandeln, bevor sie diese auf eine CD überträgt.

Der große Vorteil der CD-Technik ist, dass ein Laserstrahl im CD-Player die Disc berührungsfrei abtastet. Die Oberfläche einer CD wird also nicht wie beim Plattenspieler von einer Nadel zerkratzt oder abgenutzt. Auch die beim Abspielen von Schallplatten durch Staub auf der Nadel entstehenden Störgeräusche gehören der Vergangenheit an.

Im Gegensatz zur Schallplatte ist die CD nur auf einer Seite bespielt. So entfällt das Umdrehen nach der Hälfte der Spielzeit. Die digitale Technik erlaubt es außerdem, ohne Verzögerung auf jedes Musikstück direkt zuzugreifen.

Hand hält eine CD

Auf CDs passen mehr Musikstücke als auf Schallplatten

Wie funktioniert eine CD?

Und so wird es gemacht: Ein Mikrofon verwandelt wie bei allen modernen Schallaufzeichnungsverfahren den Schall in elektrischen Strom. Anschließend werden die elektrischen Signale in einen digitalen, binären Zahlencode umgewandelt und gespeichert.

Dieses Verfahren wird Pulscode-Modulation (PCM) genannt und verwandelt die durchgehenden analogen Signale in unterteilte digitale Signale. Der Binärcode übersetzt also praktisch die Toninformationen in eine computerlesbare Form.

Der Binärcode besteht ähnlich wie der Morsecode (Punkt und Strich) aus zwei Zeichen, nämlich 0 und 1. Mit einer Kombination dieser beiden Zeichen ist es möglich, jede Art von Information darzustellen. Wenn die Musik im Binärcode vorliegt, kann sie auf die CD übertragen werden.

Eine CD hat mehrere Schichten. Eine dieser Schichten besteht aus reflektierendem Metall, zum Beispiel Aluminium. Die Daten des Binärcodes werden mit Hilfe von winzig kleinen Vertiefungen, genannt pits, und dazwischenliegenden glatten Stellen, genannt lands, in diese Schicht eingeprägt. Das dadurch entstandene Muster auf der Oberfläche der CD wird Pitstruktur genannt.

Der Laserstrahl eines CD-Players tastet die CD-Scheibe von innen nach außen ab. Beim Auslesen der Pitstruktur wird der Laserstrahl von den Vertiefungen und den glatten Stellen verschieden reflektiert. Eine lichtempfindliche Fotodiode formt diese Reflexionen in elektrische Signale um.

Eine Verstärkung der Signale macht die Ausgabe über Lautsprecher möglich. Diese verwandeln die Signale wieder in die ursprünglichen Schallwellen.

Der Rohling: Selbst brennen statt kaufen

Mit der Einführung der einmal beschreibbaren CD-R (Compact Disc Recordable) im Jahr 1991, dem sogenannten Rohling, wurde eine Lawine losgetreten. Besitzer eines Computers konnten von nun an mit einem CD-Brenner ihre eigenen CDs herstellen beziehungsweise brennen. Sie brauchten dazu nur Musik in digitaler Form, also als Audiodatei.

CDs übereinander gestapelt.

CD-Rohlinge haben das Musikgeschäft verändert

MP3 verdrängt die CD

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation auf dem Musikmarkt erneut verändert. Externe Festplatten, Musik-Streaming-Dienste und Cloud-Speicher drängen den CD-Rohling als Speichermedium immer mehr in den Hintergrund. Wurden 2005 in Deutschland noch rund 600 Millionen Rohlinge verkauft, waren es 2017 gerade mal 63 Millionen, also nur noch ein Zehntel.

Dennoch hat sich die Musikindustrie nach anfänglichen Startschwierigkeiten auf die Situation der digital verfügbaren Musik eingestellt. 2013 konnte sie nach Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie erstmals nach 15 Jahren ein Umsatzplus verzeichnen.

2017 machten digitale Musikverkäufe und Streaming-Dienste inzwischen rund 47 Prozent des Umsatzes aus. Physische Tonträger wie die CD und die wieder beliebter werdende LP erzielten aber mit rund 53 Prozent immer noch mehr als die Hälfte des Umsatzes.

Stand: 11.04.2018, 16:00

Darstellung: