Wissensfragen

Sternenhimmel

Phänomen Licht

Wissensfragen

Stimmt es, dass man durch die Lichtverschmutzung immer weniger Sterne am Himmel sehen kann?

Ja, das ist richtig. Der Begriff "Lichtverschmutzung" bedeutet, dass man nachts durch die vielen künstlichen Lichter den Sternenhimmel nicht mehr richtig sehen kann. Vor allem sogenannte "Skybeamer" – also Disko-Strahler, die in den Himmel gerichtet sind –, sind Kritikern ein Dorn im Auge. Aber auch die Straßenbeleuchtung erschwert den Blick in den Himmel.

Das stört nicht nur Romantiker, daraus erwachsen auch uns und vielen Tieren massive Nachteile. Ist der Himmel nachts nicht mehr klar, können Astronomen immer weniger Sterne erkennen. Das ist aber nötig, um zu erforschen, wie die Erde entstanden ist – und wie sie möglicherweise wieder vergehen wird. Es ist also für unsere Zukunft wichtig, zu wissen, wie sich der Sternenhimmel verändert.

Auch Tiere leiden unter der Lichtverschmutzung. Nachtaktive Insekten werden von Lichtquellen angelockt und damit aus ihrem normalen Lebens-Rhythmus gebracht. Ermattet warten sie auf den Lichtquellen bis zum Morgengrauen – und sind ein leichtes Futter für Vögel.

Zugvögel leiden ebenfalls unter zuviel Licht. Die Tiere werden durch die riesigen Lichtquellen zum Teil so stark irritiert, dass sie die Orientierung auf ihrem Weg nach Süden verlieren.

Die Erde als Kugel mit einem hellen Lichtschein drumherum

Die Welt wird immer heller – das ist ein Problem

Stimmt es, dass biolumineszentes Licht immer blau ist?

Als "Biolumineszenz" bezeichnet man die Lichterzeugung durch Lebewesen. Biolumineszentes Licht kommt in verschiedenen Farben vor; rot, orange, grün, blau und violett. In der Tiefsee ist blau die häufigste Farbe.

Blaues Licht mit seiner kurzen Wellenlänge von 470 Nanometer wird am wenigsten von Wasser absorbiert. Somit ist es über größere Entfernungen sichtbar als andere Teile des Farbspektrums.

Im küstennahen Gewässer leuchtet die Biolumineszenz aufgrund von Schwebeteilchen vermehrt blau-grün, an Land meist gelb oder grün.

Transparente Qualle, die wie ein langstieliger Pilz, mit Tausenden leuchtender Pünktchen übersät, im tiefschwarzen Meer schwimmt.

Eine Leuchtqualle in dunklen Meerestiefen

Stimmt es, dass man mittels Biolumineszenz die Wasserqualität messen kann?

Die Universität Regensburg hat eine Technik entwickelt, die mit Hilfe biolumineszenter Mikroorganismen die Wasserqualität der Donau überwacht. Hier wird die Sensibilität biologischer Systeme gegenüber Umwelteinflüssen gezielt eingesetzt.

Bei einem Algentest wird beispielsweise die Leuchtkraft von Algen als Messinstrument genutzt. Dazu werden der Donau alle 30 Minuten Wasserproben entnommen. Dann werden die Algen hinzugefügt, die äußerst empfindlich auf Schadstoffe reagieren.

Je mehr Pflanzenschutzmittel sich im Wasser befinden, umso stärker nimmt die Biolumineszenz der Algen ab. Sinkt die Leuchtkraft um einen bestimmten Wert, löst der Computer automatisch Alarm aus.

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch ein Leuchtbakterientest. Dabei werden der Gewässerprobe biolumineszente Bakterien zugesetzt. Deren Leuchtkraft nimmt ab, sobald zu viele Schwermetall-Ionen im Wasser enthalten sind.

Die Technik wurde an der Uni Regensburg bis zur Serienreife entwickelt. Inzwischen findet der Regensburger Algen- und Leuchtbakterientest weltweit Anwendung.

Gelbes Abwasser läuft aus Rohr.

Wasserverschmutzung lässt sich mit Biolumineszenz nachweisen

Stimmt es, dass nur männliche Glühwürmchen leuchten?

Es können sowohl die Weibchen als auch die Männchen leuchten. Wie sonst sollten sie auch zueinander finden? Allerdings kann nur das Leuchtkäfer-Männchen fliegen. Die Weibchen haben keine Flügel.

Sie ähneln Larven oder kleinen Würmern, daher kommt auch der Name "Glühwürmchen". Bei der Partnersuche kreist das Männchen im langsamen Flug über die Wiese und leuchtet eifrig. Das Weibchen sitzt auf Grasspitzen oder im niedrigen Gebüsch und antwortet mit einem art- und geschlechtsspezifischen Signal.

Glühwürmchen auf einem Grashalm

Alle Glühwürmchen können leuchten, fliegen nur die Männchen

Autorin: Andrea Wengel

Stand: 03.12.2018, 10:05

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