Die Giftspritzer

Trichterspinne

Spinnen

Die Giftspritzer

Von Claudia Füßler

Die Spinne nutzt ihr Gift, um damit ihre Beute zu betäuben. Für den Menschen ist ein Spinnenbiss in der Regel ungefährlich, selbst wenn er etwas von dem giftigen Sekret abbekommt.

Heimische Spinnen stellen keine Gefahr dar

Wird eine Spinne bedroht, ist ihr erster Reflex die Flucht. Manche Arten stellen sich auch tot und verfallen in eine Schockstarre. Nur wenn eine Spinne sich in einer ausweglosen, lebensbedrohlichen Lage sieht, beißt sie auch mal zu.

Solche Abwehrbisse bezeichnen Fachleute als Trockenbisse, da die Spinne hierbei meist kein Gift abgibt. Weh tut's trotzdem! Die Kieferklauen der Spinnen sind je nach Art ganz schön mächtig.

Die Beißwerkzeuge von großen Arten erreichen eine Länge von bis zu zweieinhalb Zentimetern.

Am Ende dieser Klauen sitzt der Ausgang einer Giftdrüse. Darüber gelangt das Gift direkt in die frische Wunde und betäubt oder tötet das Beutetier.                          

Die Gifte der Spinnen

Je nach Art wenden Spinnen verschiedene Gifte an:

  1. neural wirkende Gifte, die das Nervensystem angreifen
  2. nekrotische Gifte, die die Zellen zersetzen
  3. hämolytische Gifte, die die roten Blutkörperchen auflösen

Wirklich wichtig ist das für den Menschen allerdings nicht, da die Spinnen in unseren Breitengeraden keine Gefahr darstellen. Bevor das Gift überhaupt in einen Menschen gelangt, muss die Spinne ihre Klauen erst einmal durch die Haut schlagen – und daran scheitern die meisten Arten.

Sie sind zu klein, die Klauen zu kurz und die Haut eines Menschen zu dick, als dass ein Biss gelingen könnte.

Selbst wenn es klappt und wenn es sich tatsächlich um einen Vollbiss handelt, reicht die Menge und Dosierung des Gifts in der Regel nicht aus, um einem Menschen ernsthafte Schäden zuzufügen.

Wasserspinne im Wasser

Gilt als schwach giftig: die Wasserspinne

Für Allergiker kann das Gift jedoch gefährlich werden

Die einzige Spinne in Deutschland, deren Gift zumindest spürbare Wirkungen haben kann, ist der Ammen-Dornfinger. Manche Menschen, die von ihm gebissen werden, klagen nicht nur über die Bissschmerzen, sondern auch über Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber.

Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich, nach spätestens drei Tagen sind die Symptome abgeklungen.

Als schwach giftig gelten große Exemplare der Gartenkreuzspinne und die Wasserspinne – doch auch hier ist es meist der Biss, der die Schmerzen, Rötungen und Schwellungen auslöst.

Ammen-Dornfinger auf Blatt und Holz

Der Biss des Ammen-Dornfingers ist vor allem schmerzhaft

Das liegt nicht immer am Gift: Mitunter geraten auch Fremdpartikel in die Bisswunde, da die Klauen der Spinne natürlich keine sterilen Werkzeuge sind.

Der Ratschlag, mit heimischen Spinnenbissen entspannt umzugehen, gilt jedoch nicht für Allergiker. Für diese kann das Gift ähnlich gefährlich sein wie das einer Biene oder Wespe. Werden sie gebissen, droht ein anaphylaktischer Schock.

Allergiker sollten daher unbedingt immer ihr Notfallset dabei haben und nach einem Biss so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Ein gesunder Erwachsener übersteht den Biss der Schwarzen Witwe

Experten schätzen, dass es weltweit etwa 30 Spinnenarten gibt, deren Gift unter bestimmten Umständen für den Menschen tödlich sein kann. Zu den giftigsten Spinnen gehört zum Beispiel die hauptsächlich in Nordamerika vorkommende Schwarze Witwe.

Schwarze Witwe an Pflanze

Sorgt für Schwellungen und Krämpfe: das Gift der Schwarzen Witwe

Sie besitzt ein starkes Nervengift, das schon in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten nach dem kaum spürbaren Biss zu wirken beginnt: Schmerzen, Schwellungen und Krämpfe plagen das Opfer.

Ein gesunder Mensch hat das meist binnen 24 Stunden gut überstanden. Heute stehen auch in vielen Kliniken Gegenmittel zur Verfügung, so dass die Vergiftung milder verläuft. Dokumentierte Todesfälle durch die Schwarze Witwe gab es lange keine mehr.

Kinder und Frauen sind stärker gefährdet

Die Brasilianische Wanderspinne hat eine Spannweite von acht bis neun Zentimetern und kommt vor allem in Südamerika vor. Das Gift des aggressiven Nachtjägers wirkt neurotoxisch und kann mitunter tödlich sein.

Aufgrund ihrer geringeren Körpermasse sind vor allem Kinder und Frauen gefährdet. Zu typischen Symptomen zählen Bluthochdruck und Herzrasen.  

Brasilianische Wanderspinne auf Pflanze

Aggressiv und sehr giftig: die Brasilianische Wanderspinne

Bei den australischen Trichternetzspinnen sind die Männchen giftiger als die Weibchen. Sie treten vor allem im Sommer recht aggressiv auf.

Das Gift kann schlimmstenfalls zum Atemstillstand führen, aber es gibt ein wirkungsvolles Gegengift. Zwei Arten der Trichternetzspinne kommen auch in Südeuropa vor.

Die sechsäugige Sandspinne (auf Englisch: six-eyed sand spider) verbuddelt sich hauptsächlich in Südafrika im Sand und wartet auf Beute. Ihr Gift wirkt stark blutverdünnend und kann schwere Blutungen verursachen. Ein Gegengift ist bisher nicht vorhanden. 

Weiterführende Infos

Stand: 22.07.2019, 14:30

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