Wissensfrage

Weiße Bettlaken auf einer Wäscheleine

Geschichte der Jagd

Wissensfrage

Was bedeutet die Redewendung "durch die Lappen gehen"?

Der Ausdruck "durch die Lappen gehen", stammt aus der Jagd. Bei der Lappjagd wurde das Gebiet, das bejagt werden sollte, verlappt, um das Wild daran zu hindern, den Bereich zu verlassen. Dabei hingen die Jäger Stoffreste oder Bettlaken an Leinen auf.

Das Wild scheute in der Regel derartige Hindernisse und versuchte, einen anderen Weg zu finden. Entkam das Wild dennoch, so "ging es durch die Lappen". Lange Zeit war es eine gängige Jagdmethode, die dem Wild wenig Chancen bot zu entkommen.

Heute wird die Lappjagd vor allem noch in Russland praktiziert. Sie ist eine traditionelle und nach wie vor häufige Jagdform auf Wölfe.

Man hat sich diese Technik zunutze gemacht, da der Wolf ein äußerst scheues und vorsichtiges Raubtier ist und vor allem zurückschreckt, was ihm fremd ist. Besonders fürchtet er sich vor Gegenständen, an denen er menschliche Witterung aufnimmt.

In einer Lappstatt, so nennt man das mit Lappen umschlossene Waldstück, kann der Wolf mehrere Tage gefangen gehalten werden. Damit Isegrim möglichst lang eingelappt werden kann, werden die Lappen oft auch mit Kerosin getränkt.

In Deutschland wird die Lappjagd noch im Nationalpark Bayerischer Wald oder in der Lausitz angewandt, um Wölfe, die aus dem Gehege ausgebrochen sind, zusammenzutreiben, zu betäuben und wieder in ihre Gehege zurückzubringen.

Autorin: Sabine Kaufmann

Stand: 02.11.2017, 14:00

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