Falkenjagd

Persische Kunst, "Prinz Yusuf Sani auf der Falkenbeize",  Tafelbild aus dem 18. Jahrhundert

Geschichte der Jagd

Falkenjagd

Die Menschen nutzten von Anfang an den Jagdinstinkt von Greifvögeln für ihre Zwecke. Es wird vermutet, dass die Ursprünge der Beiz- und Falkenjagd bis ins 2. vorchristliche Jahrtausend zurückgehen.

Kultur in der arabischen Welt

Ihre erste Blütezeit erreichte die Falkenjagd in den frühen asiatischen Hochkulturen von China, Japan und Persien. In der arabischen Welt gehört die Falkenjagd bis heute eng zur Kultur und Tradition.

Der heutige Reichensport der Scheichs geht auf das Leben der Beduinen in der Wüste zurück. Für die Reiternomaden war die Falkenjagd eine willkommene Abwechslung auf dem sonst monotonen Speisezettel.

Mit den Kreuzzügen kam die Falkenjagd nach Europa

Aus der Welt des Nahen und Mittleren Ostens erreichte die Falkenjagd im Zusammenhang mit den Kreuzzügen auch Europa. Einer der begeistertsten Anhänger der Falkenjagd war der Stauferkaiser Friedrich II.

In seinem Werk "De arte venandi cum avibus" (Über die Kunst mit Vögeln zu jagen), setzt er sich intensiv mit der Falkenjagd auseinander. Der Staufer hatte damit auch entscheidenden Einfluss auf die Ausbreitung der Falknerei in ganz Europa.

Im Absolutismus europäischer Prägung wird die Beizjagd zum festen Bestandteil höfischer Kultur. Sie ist beliebte Freizeitbeschäftigung des Adels und Ausdruck seiner Machtvollkommenheit.

Da die Beizjagd weniger blutig ablief, war sie auch als Sport bei den adligen Damen sehr beliebt.

Gejagt wurde alles, was gefiedert war und sich zwischen Himmel und Erde bewegte. Meist jagte man mit dressierten Falken auf Kraniche, Reiher, Enten, Fasane, wilde Hühner. Der Falke zeichnet sich im Gegensatz zum Habicht oder Adler als der Raubvögel des hohen Fluges aus.

Renaissance der Falkenjagd

Die Französische Revolution machte dem höfischen Treiben und den ausgelassenen Prunkjagden erst mal ein Ende. Erst durch die Etablierung des "deutschen Falkenordens" 1923 erlebte die Falkenjagd eine Renaissance.

Heute spielt die Beizjagd vor allem in den USA, Großbritannien und in der arabischen Welt eine entscheidende Rolle. In Ländern wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Qatar sieht man oftmals die wohlhabenden Scheichs in Begleitung ihres Falkners und Falkens.

Selbst an der Jagdtechnik hat sich bis heute nichts geändert. Vor allem kommt es auf das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Vogel an, das auf ein hartes Training zurückgeht.

Traditionelle Ausrüstung

Die Ausrüstung eines Falkners ist traditionell. Er hat einen festen Handschuh und für den Vogel eine handgearbeitete, meist lederne Haube, die das Tier vor irritierenden Einflüssen der Umgebung schützen soll.

Erst zur Jagd wird der Kopfschutz entfernt. Im Sturzflug kann ein Falke eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde erreichen.

Autorin: Sabine Kaufmann

Weiterführende Infos

Stand: 02.11.2017, 14:00

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