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Diät

Magere Models und fitte Körper bestimmen das Schönheitsideal in den Medien. Darauf fixiert, versuchen viele mit unterschiedlichen Methoden die überschüssigen Pfunde zu reduzieren. Diäten und Schlankheitskuren haben Hochkonjunktur. Ständig werden neue Wundermittel auf den Markt gebracht, die ein noch schnelleres und einfacheres Abnehmen versprechen. Doch nur selten bringen sie den erhofften Erfolg.

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Diäten - wozu?

Ursprünglich stand das Wort Diät für "gesunde, vernünftige Lebensweise". Heute versteht man darunter im engeren Sinne eine spezielle, zielgerichtete Ernährungsform. Medizinisch betrachtet sollen Diäten Krankheiten heilen oder der Entstehung bestimmter Beschwerden vorbeugen. Neben Allergensuchkost und Krebsdiät gibt es vor allem Diäten zur Behandlung der Diabetes und zur Reduzierung der Blutfettwerte.

Am häufigsten dienen Diäten jedoch inzwischen der Gewichtsreduktion. Doch nicht immer sind es Fettleibige, die sich dieser Prozedur aus gesundheitlichen Gründen unterziehen. Auch viele Normalgewichtige versuchen ihr Gewicht zu reduzieren - vornehmlich aus ästhetischen Gründen.

Beginn der Diät-Welle

Zwischen 1900 und 1920 erschienen die ersten Gewichtstabellen, Konfektionsgrößen wurden eingeführt und die ersten Schönheitsexpertinnen erteilten kosmetische Tipps. Parallel dazu entwickelte sich die Diätindustrie: Gewichtskontrolle wurde groß geschrieben und von Hollywoodschönheiten propagiert. Mitte der 70er Jahre hatte nahezu jede Amerikanerin bereits eine Diät ausprobiert. Ein pauschal errechnetes Idealgewicht wurde zur Messlatte eines gesunden und attraktiven Körpers.

Schwarz-Weiß-Foto des französischen Chirurgen Paul Broca. (Rechte: AKG)

Der französische Chirurg Paul Broca

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Body-Mass-Index

Der französische Chirurg Paul Broca erstellte erstmals eine Formel für die Berechnung des individuellen Normalgewichts. Bei der so genannten Broca-Formel errechnet sich das Normalgewicht durch die Körpergröße (in Zentimetern) minus 100. Eine Frau mit einer Körpergröße von 170 Zentimetern hat demnach ein Normalgewicht von 70 kg.

Das Idealgewicht wird ermittelt, indem bei Frauen 15 Prozent und bei Männern zehn Prozent vom Normalgewicht abgezogen werden. Allerdings ist die Broca-Formel lediglich eine grobe Einschätzung, der individuelle Körperbau findet dabei keine Beachtung. Eine bessere Berechnungsgrundlage für das Körpergewicht ist der so genannte Body-Mass-Index (BMI). Er beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße und errechnet sich nach folgender Formel:

BMI = Gewicht : (Körpergröße (m) x Körpergröße (m))

Beispiel: Eine Frau mit einem Gewicht von 65 kg und einer Körpergröße von 1,75 m hat demnach einen BMI von 65/(1,75 x 1,75) = 21,22.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist ein BMI von 20-25 für Männer und ein BMI von 19-24 für Frauen erstrebenswert. Ab einem BMI von 30 gilt man als fettleibig.

Ein schlankes Model auf dem Laufsteg. Sie trägt einen weißen BH und ein weißes Höschen. Um die Hüften hat sie einen Gürtel, der mit großen goldenen Kästchen geschmückt ist. (Rechte: ddp/Willnow)

Traummaße sind nur auf dem Laufsteg die Regel

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Extremdiäten - oft erfolglos und gesundheitsschädlich

Heute wird die Messlatte von der Werbung, der Mode und den Medien immer höher gelegt: Sie propagieren das Ideal des superschlanken fitten Körpers. Das führt dazu, dass viele Frauen mit normalem Gewicht sich fälschlicherweise übergewichtig fühlen. Auf der Suche nach dem Weg zur Idealfigur gehen Frauen - und auch immer häufiger Männer - auf Schlankheitskuren ein. Ob nun "Hollywood-Diät", "Magic-Soup", Trennkost oder Blutgruppendiäten: All diese Methoden versprechen Diätwilligen den lang ersehnten, dauerhaften Gewichtsverlust.

Wissenschaftler haben jedoch gezeigt: Das Abmagern durch einseitige oder extrem reduzierte Ernährung begünstigt gefährliche Mangelerscheinungen. Außerdem hat sich keine Methode als nachhaltig erfolgreich erwiesen. Kurzfristige Extremdiäten führen zu keiner dauerhaften Umstellung der Ernährung. Meist verliert der Körper nur Wasser, die Fettdepots werden erst nach längerem Fasten reduziert. Nicht zuletzt braucht der Körper nach einer Abmagerungskur weniger Energie als vorher - während der Diät drosselt er seinen Energieverbrauch und passt sich der Situation an.

Jojo-Effekt

Nach dem Abspecken folgt in der Regel der Jojo-Effekt: Sobald die alten Essgewohnheiten wieder praktiziert werden, beginnt die Gewichtszunahme erneut - meist sogar noch massiver als zuvor. Das liegt an dem gedrosselten Energieverbrauch des Körpers während der Abmagerungskur. Auf das Hungern eingestellt, legt der Körper danach jede verfügbare Kalorie für den Fall einer neuen "Notzeit" an. Experten haben herausgefunden, dass dies sogar eine ganze Weile andauert: Noch acht Wochen nach einer Diät verbraucht der Körper weniger Energie als vorher.

Gefährliche Schlankheitsmittel

Diäten sind mühsam, erfordern viel Willensstärke und eiserne Disziplin. Bleibt der Erfolg dennoch aus, führt das meist zu Frust. Ein Grund, weshalb viele Diätwillige schnell den Werbeversprechen zahlreicher Anbieter von Schlankheitsmitteln zum Opfer fallen.

"Abnehmen ohne Hungergefühl" oder "Essen Sie sich schlank" - verheißen etliche Annoncen für Schlankheitspillen. Das Prinzip dieser Mittel basiert auf der Unterdrückung des Hungergefühls und/oder der künstlichen Anregung des Stoffwechsels. Auch ihr Effekt ist nur vorübergehend, wenn die Essgewohnheiten sich nicht verändern.

Somit sind auch die so genannten Wundermittel in Pillenform meist wirkungslos. Außerdem können sie ohne ärztliche Kontrolle zu Gesundheitsschäden führen. Zahlreiche, in Schlankheitsmitteln enthaltene Wirkstoffe wirken zudem gewohnheits- oder gar suchtbildend. Geholfen wird damit nur dem Hersteller.

Gönke Harms, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Essen wir uns krank? - Durchblick im Ernährungsdschungel, 04.05.2009

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