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Schlaganfall

Er ist die fünfthäufigste Todesart in Deutschland. Ungefähr 200.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall, 2007 starben laut Statistischem Bundesamt fast 27.000 daran. Und wer einen Schlaganfall übersteht, dessen Leben wird sich mit Sicherheit ändern. Doch es gibt Möglichkeiten erste Symptome rechtzeitig zu erkennen und das Schlimmste zu verhindern - falls im Falle eines Falles schnell genug Hilfe geholt wird. Doch am wichtigsten ist eine gesunde Lebensweise als Vorbeugung.

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
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Was ist ein Schlaganfall? (1'17")
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Wenn einen "der Schlag trifft"

Oft scheint diese Krankheit aus heiterem Himmel auf uns einzustürmen, wie ein "Blitz". Doch was so unberechenbar erscheint, hat meist eine Vorgeschichte. Aber anders als viele andere Krankheiten, bleibt uns der Schlaganfall trotzdem oft rätselhaft. Einer der Gründe mag sein, dass es sich beim Schlaganfall vor allem um die Beschreibung eines Symptoms handelt, das viele verschiedene Wirkungen zeigt, von Lähmungen über Seh- und Sprachlosigkeit bis hin zum leicht unsicheren Gang.

Krankenwagen nähert sich der Notaufnahme eines Krankenhauses. (Rechte: dpa)

Die Fahrt ins Krankenhaus ist unvermeidlich

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Man hat einen Schlaganfall, wenn bestimmte Funktionen des Gehirns plötzlich (schlagartig) ausfallen, weil die entsprechenden Bereiche des Gehirns nicht mehr durchblutet werden. Dauern diese Störungen länger als einen Tag an, dann ist infolge dieser Versorgungsschwierigkeiten Gehirngewebe bereits unwiederbringlich verloren gegangen. Es zählt also im Falle eines Falles jede Sekunde, um größere Schäden zu verhindern. Vor allem darf man auf keinen Fall versuchen, sich zunächst mit Hausmitteln selbst zu helfen. Bei Schlaganfall-Symptomen gilt immer: Krankenwagen rufen!

Tückisch ist jedoch, dass die Symptome in vielen Fällen nach kurzer Zeit wieder von selbst verschwinden. Dies ist einerseits günstig, denn es bedeutet, dass die Blutgefäße im Gehirn noch einmal durchlässig wurden, zumindest vorübergehend. Wird in so einem Fall sofort im Krankenhaus behandelt, lässt sich das Schlimmste noch verhindern. Lässt man diese Chance allerdings ungenutzt verstreichen, dann trifft es einen irgendwann einmal mit voller Härte. Und dann womöglich ohne Hilfemöglichkeit.

Ein Schlaganfallpatient im Bett einer Intensivstation. Ein umfangreicher Gerätepark überwacht die Lebensfunktionen. (Rechte: dpa)

Intensivstationen können Leben retten

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Wie sich ein Schlaganfall ankündigt

Bei einem Schlaganfall treten Symptome auf, die sich in irgendeiner Art und Weise auf das Gehirn zurückführen lassen. Dadurch können die vielfältigsten Bereiche betroffen sein.

Besonders häufige Warnsignale sind:

  • Lähmungen, Taubheit oder Gefühllosigkeit einer Körperhälfte
  • Das Sehen von Doppelbildern, kurzzeitiges Erblinden und ähnliche Sehstörungen
  • Sprachstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen, plötzliche Stürze, schwankender Gang und Drehschwindel
  • Plötzlich auftretender, extremer Kopfschmerz in noch nie erlebter Stärke
  • Bewusstseinsstörungen

Die Symptome können entweder bis zur Bewusstlosigkeit hin äußerst extrem auftreten, oder nur so schwach, dass man sie erst beim Aufstehen morgens bemerkt. Manchmal treten sie dauerhaft über einen ganzen Tag auf, dann wieder nur vorübergehend. Am häufigsten wird man zwischen den Abend- und den frühen Morgenstunden vom Schlag getroffen.

In solchen Fällen darf auf keinen Fall bis zum - vielleicht schon angemeldeten - Besuch beim Hausarzt gewartet werden! Schlaganfallsymptome rechtfertigen immer eine sofortige Fahrt ins nächste Krankenhaus. Nutzen Sie die Telefon-Notrufnummer 112 (oder 19222, je nach Region). Dort können Sie gleich die Symptome durchgeben und setzen entsprechende Abläufe in Gang, bis hin zur Auswahl eines besonders geeigneten Krankenhauses mit "Stroke unit" genannten Spezialabteilungen für Schlaganfälle.

Nahaufnahme: Ein Therapeut führt die Hand eines Schlaganfallpatienten, der mit einem Bleistift auf Papier malt. (Rechte: dpa)

Schreibunterricht kann nach einem Schlaganfall nötig sein

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Leben mit dem Schlaganfall

Für das Leben "danach" wird bei einem Schlaganfall um jede Sekunde gekämpft. Denn nur wenn möglichst wenige Gehirnzellen abgestorben sind, können andere Areale des Gehirns diese Funktionen vollständig übernehmen. Diesen langwierigen Prozess nennt man Rehabilitation. Durch fortwährendes Üben können auf diese Weise viele verloren geglaubte Fähigkeiten zurückgewonnen werden. Dabei ist es notwendig, so früh wie möglich mit Übungen zu beginnen. Nicht leicht, wenn man vielleicht noch unter dem Schock einer schwerwiegenden Krankheit steht, die einen von einem Moment zum anderen aus dem gewohnten Leben reißt. Doch nur wenn alle noch funktionierenden Hirnareale weiterhin gefordert werden, lässt sich ein noch weitergehender Verlust vermeiden und später auf dem Bewahrten aufbauen.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und einem eventuell anschließenden Kuraufenthalt beginnt für viele die eigentliche Herausforderung: das Leben. Kann man in den alten Beruf zurück? Kann man überhaupt noch arbeiten? Wie kann das tägliche Leben bewältigt werden? Bei der Bewältigung solcher Fragen sollte man nicht alleine kämpfen. Unter gleichermaßen Betroffenen finden sich viele ungeahnte Ratschläge und auch mitunter Kraft und Hilfe zur Bewältigung von Hindernissen. Selbsthilfegruppen gibt es darum auch für Schlaganfallpatienten und ihre Angehörigen.

Rückansicht auf ein älteres Paar in Wanderkleidung bei einer Wanderung im herbstlichen Wald. (Rechte: WDR/Tiedge)

Entspannung und Bewegung beugen vor

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Wege zum Schlaganfall

Um es vorweg zu sagen: Es ist nicht möglich, das Risiko eines Schlaganfalles durch eine bestimmte Lebensweise völlig auszuschließen. Im Prinzip kann es jeden, vom Baby bis zum Greis, ereilen. Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn in der Familie schon Schlaganfälle aufgetreten sind und eine genetische Veranlagung dazu bestehen könnte. Auch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko eines Schlaganfalls. Dennoch gibt es fördernde Risikofaktoren für den Schlaganfall. Auf diese hat jeder selbst Einfluss oder kann wenigstens für eine ärztliche Betreuung sorgen.

Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Zu hoher Blutdruck
  • Gestörter Fettstoffwechsel
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Vorhofflimmern des Herzens
  • Rauchen und Alkohol
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

Eine Liste ähnlicher Risikofaktoren findet sich bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die häufigste Begleiterscheinung dieser Faktoren ist die so genannte Arteriosklerose. Hierbei werden Cholesterin, Bindegewebe, Blutzellen und Kalksalze an den Innenwänden von Adern angelagert. Von dort abgespülte Gerinnsel verstopfen dann, im Falle eines Schlaganfalles, die Gefäße im Gehirn. Damit sind auch die vorbeugenden Maßnahmen sicherlich klar: Sport und gesunde Ernährung wirken vorbeugend gegen Arteriosklerose.

Darüber hinaus spielen beim Schlaganfall in nicht unerheblichem Maße psychische und mentale Dinge eine Rolle. Schwere Trauer, familiäre Probleme, Stress und Ärger bei der Arbeit sind ebenfalls auslösende Faktoren. Vereinfacht gesagt: Wenn man alle Probleme in sich hineinfrisst und sich nicht durch andere aufgefangen fühlt, kann man leichter einen Schlaganfall erleiden. Entspannung gehört zum Leben wie Nahrung und Wasser.

Vladimir Rydl, Stand vom 08.10.2009
Sendung: Schlaganfall - Jede Sekunde zählt, 18.10.2008

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