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Verhütungsmethoden

Die Pille ist das Verhütungsmittel Nummer eins: Mehr als die Hälfte der Frauen nimmt die Pille. Daneben gibt es aber mittlerweile eine große Auswahl anderer Methoden - mit unterschiedlicher Wirksamkeit. Die Wirksamkeit wird mit dem Pearl-Index (PI) angegeben. Dieser Wert gibt an, wie viele von 100 Frauen, die mit dieser Methode ein Jahr lang verhüten, ungewollt schwanger werden. Ein PI von 1 bedeutet also, dass eine von 100 Frauen ungewollt schwanger wird. Wir stellen einige - sichere - Methoden vor.

Eine Vielzahl an Verhütungsmitteln liegt ausgebreitet da. Auf Prospekten, die Hinweise zu natürlichen Verhütungsmethoden geben, liegen eine Spirale, eine Pillenpackung, Kondome und ein Diaphragma. (Rechte: Mauritius)

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Hormonelle Verhütungsmethoden

Pille: Die Pille enthält die beiden weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen. Sie hemmen die Eizellreifung und den Eisprung. Außerdem verändert die Pille die Schleimhäute so, dass kaum Spermien in die Gebärmutter gelangen und sich ein befruchtetes Ei gar nicht einnisten kann. Meist wird die Pille an 21 Tagen eingenommen. Dann wird die Einnahme für sechs bis sieben Tage für die Regelblutung unterbrochen. Die Pille gilt als sehr sicheres Verhütungsmittel (PI: 0,1-1). Sie eignet sich deshalb vor allem für Mädchen und junge Frauen, die auf gar keinen Fall schwanger werden wollen. Vergessen sollte man dabei nicht: Die Pille ist ein hochwirksames Medikament - mit Nebenwirkungen. Sie kann am Anfang zu Zyklusstörungen und Gewichtsproblemen führen, das Thrombose- und Krebsrisiko erhöhen. Im August 2005 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pille als "krebserregend" eingestuft; sie begünstige die Entstehung von bösartigen Wucherungen im Gebärmutterhals, von Brust- und Leberkrebs. Eine Langzeitstudie der "University of Aberdeen" verneinte dagegen im Jahr 2007 einen Zusammenhang zwischen Pille und einem allgemein erhöhten Krebsrisiko.

Auf dem Bild sind noch in ihren Plastikhülsen verpackte Pillen zu sehen. (Rechte: Mauritius)

Kleine Pillen für große Sicherheit

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Minipille: Die Minipille beinhaltet nur das Hormon Gestagen. Das behindert vor allem den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und festigt den Schleim im Gebärmutterhals; Spermien werden aufgehalten. Die Minipille eignet sich für Frauen, die das Hormon Östrogen nicht vertragen oder stillen. Die herkömmliche Pille würde die Milchproduktion reduzieren. Die Minipille hat weniger Nebenwirkungen als die normale Pille - aber sie verlangt große Disziplin: Sie muss jeden Tag, ohne Pause, zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Wird sie zwei Stunden später eingenommen, schützt sie schon nicht mehr vor einer Schwangerschaft (PI: 0,5-3).

Hormonspirale: Die Hormonspirale wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Sie ist mit einem kleinen Depot versehen, das bis zu fünf Jahre lang das Hormon Gestagen abgibt. Die Hormonspirale gilt als sehr sicheres Verhütungsmittel (PI: 0,1). Sie eignet sich vor allem für Frauen, die nicht täglich die Pille schlucken wollen. Die Hormonspirale wirkt in der Gebärmutter und greift dadurch nicht in den gesamten Zyklus ein. Bei jungen Frauen kann es schwierig sein, die Spirale einzusetzen, weil sie eine enge Gebärmutterhöhle haben. Sie muss deshalb gedehnt werden. Nach dem Einsetzen kann es zu Schmierblutungen oder Kopfschmerzen kommen, die meistens wieder verschwinden.

Eine Frauhält ein Implanon zwischen Daumen und Zeigefinger, ein etwa vier Zentimeter langes Stäbchen. (Rechte: dpa )

Kleines Stäbchen mit Langzeitwirkung

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Implanon: Dieses Hormonimplantat sieht aus wie ein Streichholz und wird vom Arzt in den Oberarm gepflanzt. Entfernt werden kann es zu jeder Zeit. Dieses Stäbchen gibt kleine Mengen des Hormons Gestagen in den Körper ab und verhindert damit drei Jahre sehr sicher eine Schwangerschaft. Das Implanon ist für Frauen jedes Alters geeignet und eine sichere Alternative zur Pille, weil nicht regelmäßig an die Verhütung gedacht werden muss (PI gegen 0). Einige Frauen klagen darüber, dass ihre Blutungen seltener werden oder ganz ausbleiben, leiden unter Übelkeit und Bauchschmerzen während der Periode.

Hormonring: Dieser biegsame Kunststoffring ist in seiner Wirkung mit der der Pille zu vergleichen: Er gibt die beiden Hormone Östrogen und Gestagen frei. Einmal im Monat muss die Frau den Ring in die Scheide einführen, nach drei Wochen folgen sieben ringfreie Tage für die Regelblutung. Der Hormonring eignet sich vor allem für Frauen, die nicht regelmäßig die Pille schlucken wollen oder aufgrund von Magen- und Darmkrankheiten oder Essstörungen Probleme damit haben. Der Hormonring gilt als sehr sicher (PI: 0,65) und gut verträglich, denn die Hormondosis ist sehr niedrig. Der Ring kann in manchen Fällen das Thromboserisiko erhöhen, Kopfschmerzen und Scheidenentzündungen verursachen.

Eine junge Frau zieht sich das Hormonpflaster vom Oberarm. (Rechte: dpa)

Über die Haut gelangen die Hormone direkt ins Blut

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Hormonpflaster: Das Pflaster wird am besten auf den Bauch, die Außenseite des Oberarms oder auf den Po geklebt. Darin sind die Hormone Östrogen und Gestagen gespeichert, die über die Haut direkt ins Blut abgegeben werden. Dadurch belastet die Pflasterverhütung die Leber weit weniger als etwa die Pille. Nach einer Woche muss das Pflaster gewechselt werden. Nach drei Wochen folgt eine siebentägige Pause, in der die Regelblutung einsetzt. Das Pflaster bietet eine ähnlich hohe Sicherheit wie die Pille (PI: 0,9). Selten lösen sich die Pflaster beim Schwimmen oder in der Sauna. Den Verhütungsschutz mindert das nicht, vorausgesetzt, es wird innerhalb von 24 Stunden nachgeklebt.

Nahaufnahme von vier Kondomen; im Vordergrund ein rotes und ein gelbes, dahinter, verschwommen, ein grünes und ein blaues Kondom. (Rechte: Mauritius)

Kondome schützen doppelt - vor Schwangerschaft und Aids

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Mechanische Methoden

Kondom: Das Kondom aus dünnem Latex wird über den erigierten Penis gestreift. So gelangt die Samenflüssigkeit nicht in die Scheide der Frau und schützt vor einer Befruchtung. Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das gleichzeitig vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten wie Aids schützt. Die Sicherheit hängt stark von der richtigen Handhabung und von der Übung ab (PI: 2-12). Es verursacht in der Regel keine Nebenwirkungen.

In einem blauen Behältnis liegt ein beiges Diaphragma. (Rechte: Mauritius)

Ein Diaphragma ist nicht leicht zu handhaben

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Diaphragma: Diese kleine Gummikappe muss individuell beim Frauenarzt oder bei Beratungsstellen angepasst werden. Das Diaphragma wird in die Scheide eingeführt und versperrt den Zugang zur Gebärmutter. Vorher sollte es mit einem chemischen Gel oder Schaum eingecremt werden, zur Abtötung der Spermien. Bei richtiger Anwendung ist das Diaphragma relativ sicher (PI: 1-4). Zwischen dem Einsetzen des Diaphragmas und dem Geschlechtsverkehr sollten allerdings nicht mehr als zwei, nach dem Sex bis zum Herausnehmen sollten mindestens acht Stunden vergehen. Nach zwei Jahren muss das Diaphragma ausgetauscht werden. Diese Methode bedarf einiger Übung.

Lea contraceptivum: Die handtellergroße Verhütungskappe aus Silikon wird vor den Muttermund gesetzt. Ein zusätzliches Gel oder eine Creme auf der Innenseite erhöht die Sicherheit. Das Lea passt sich automatisch der Größe des Muttermunds an. Diese Methode ist noch nicht sehr verbreitet - aber akzeptiert. Die Sicherheit ist etwa mit der des Kondoms vergleichbar (PI: 2,2) - die Handhabung einfacher, weil sich das Lea selbst einpasst. Durch eine Kontrollschlaufe ist es leicht wieder aus der Scheide zu entfernen.

Zwei Finger halten eine Spirale, die noch in ein Plastikröhrchen verpackt ist. (Rechte: Mauritius)

Die Spirale - Fremdkörper im Körper

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Kupferspirale: Die Spirale ist mit feinem Kupferdraht umwickelt. Ein Arzt setzt sie in die Gebärmutter ein - am besten während der Regel. Bei Frauen, die bereits ein Kind bekommen haben, ist dies meist gar kein Problem. Nach fünf Jahren etwa muss die Spirale gewechselt werden. Der Fremdkörper reizt die Gebärmutter und löst damit die Produktion von Abwehrzellen aus, die Ei- und Samenzellen vernichten oder lähmen. Die Spirale verhütet nicht ganz so sicher wie die Pille (PI: 0,9-3); je länger die Spirale liegt, desto sicherer ist diese Methode. In der Anfangszeit kann es zu Blutungen und Krämpfen kommen, weil sich der Körper an den Fremdkörper in ihm gewöhnen muss.

Methoden danach

Pille danach: Sie kommt nach Verhütungspannen zum Einsatz oder nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr - und muss vom Frauenarzt verschrieben werden. Der Wirkstoff dieses Präparats ist ein gestagenartiges Hormon, Levonorgstrel, das die Befruchtung und Einnistung des Eis im Nachhinein verhindert. Einmalig muss man dazu zwei Tabletten schlucken - am besten in den ersten zwölf Stunden nach dem ungeschützten Sex, dann hat die Pille nahezu hundertprozentige Wirkung. Mit zunehmender Zeit nimmt die Wirksamkeit ab. Spätestens 72 Stunden später darf die Pille noch genommen werden. Nach der Einnahme kann es zu starken Blutungsstörungen kommen, deshalb darf die Pille wirklich nur in Ausnahmefällen und auf keinen Fall mehrmals kurz hintereinander eingesetzt werden.

Spirale danach: Bis zu fünf Tage nach der Verhütungspanne kann man eine Schwangerschaft durch das Einsetzen einer gewöhnlichen Spirale verhindern. Allerdings kann das schwierig sein, weil der Arzt sie nicht während des Zyklus legt, wenn der Muttermund ohnehin geöffnet ist. Die "Spirale danach" darf nicht vor der nächsten Menstruation gezogen werden. Diese Methode bietet sich vor allem dann an, wenn die Frau auch hinterher mit der Spirale verhüten will. Sicherheit und Nebenwirkungen entsprechen denen der normalen Spirale.

Katharina Beckmann, Stand vom 01.06.2009

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