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Harz

Seinen Namen verdankt der Harz seiner rauen Landschaft und dem harten Klima: Er stammt vermutlich vom mittelhochdeutschen Begriff "hart". Und "hart" bedeutete "raues Bergland" - also eine schwer zu besiedelnde Region, wie der Harz eine war. Auch der Brocken hat seine eigene Namensgeschichte: Wissenschaftler sind der Meinung, er komme vom norddeutschen Wort "Brog", was "Moor" bedeutet.

Folgen der deutschen Teilung für den Harz (2'28")

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Harz
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Dichte Wälder und rauschende Wasser

Mitten im Hochharz liegt der höchste und zugleich berühmteste Berg des Harzes - der Brocken. Mit seinen 1141 Metern Höhe ist er schon von Weitem gut zu erkennen - solange er nicht zwischen Wolken und dichtem Nebel verschwindet. Tatsächlich versteckt sich der Brocken rund 300 Tage im Jahr im Nebel - zum Leidwesen vieler Besucher und Kamerateams.

Denn im Hochharz herrscht ein Klima, das sich mit dem von Island oder Skandinavien vergleichen lässt. Raue Witterung und hohe Niederschläge sorgen aber nicht nur für Dunst und Nebel, sondern auch für die wildromantische Landschaft im Harz: Hochmoore, rauschende Wasserfälle, tiefe Schluchten, Tropfsteinhöhlen und bizarre Felsformationen haben ihren Ursprung in den Niederschlägen, die hier über das ganze Jahr verteilt fallen.

Zeitgenössisches Flugblatt mit Holzschnitt: Feuertod von drei Zauberinnen. (Rechte: AKG)

"Hexen" hatten oft ein grausames Schicksal

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Märchen und Mythen

Der Harz war von jeher ein mystisches und auch gefürchtetes Gebirge. Seine Bewohner glaubten, dass hier Dämonen und Geister wohnten - sowohl ganz oben auf den Gipfeln als auch ganz unten in den Stollen. Einhornhöhle, Rosstrappenfelsen und Teufelsmauer - schon die Ortsnamen stecken hier voller Geschichten. Denn Berge und Höhlen waren ein idealer Ort, um die Phantasie anzuregen und Märchen anzusiedeln. Bekanntestes Beispiel sind sicher die Hexen, die an Walpurgis auf ihren Besen zum Blocksberg reiten: Vom 30. April auf den 1. Mai wird überall im Harz die Walpurgisnacht gefeiert. Der Legende nach ist sie ein Frühlingsfest zu Ehren des Gottes Wotan und der Göttin Freya: Diese beiden sollen zusammen den Frühling gezeugt haben. Auch das Brockengespenst, das bei Nebel auf dem Brockengipfel geistert, oder der Bergmönch, der armen Bergleuten Silbertaler schenkt, gehören zu den mysteriösen Gestalten im Harz.

Schaubergwerk Röhrigschacht in Wettelrode bei Sangerhausen. (Rechte: Imago)

Heute gibt es nur noch Schaubergwerke

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Glück auf! Bergbau im Harz

Fast 3000 Jahre lang war der Harz eine Bergbauregion. Wie beschwerlich und wie gefährlich diese Arbeit war, kann man heute nur noch in Schaubergwerken sehen. Denn die letzte Grube wurde 2008 stillgelegt. Mittlerweile gibt es nur noch übertägige Steinbrüche und über 20 Schaubergwerke. Dazu gehören das Bergbaumuseum Rammelsberg bei Goslar oder das Besucherbergwerk Röhrigschacht im Mansfelder Land. Hier können Neugierige in mehreren Hundert Metern Tiefe erleben, wie die begehrten Rohstoffe in den Gruben abgebaut wurden. Vor allem Silber, Kupferschiefer und Eisenerz wurden im Harz gefördert - zu jeder Zeit und völlig unabhängig vom politischen System. Viele Tausend Bergleute fanden hier früher Arbeit und Auskommen. Von der langen Bergbautradition im Harz zeugt heute noch der alte Bergmannsruf: "Glück auf!"

Grenzbefestigungsanlagen mit Wachturm an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze auf dem Brocken. (Rechte: AKG)

Der "höchster Berg der Welt"

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Vom Todesstreifen zum Grünen Band

Einschneidend - wenn auch weniger lang andauernd als die Zeiten des Bergbaus - war für den Harz die deutsch-deutsche Teilung. Mehr als 40 Jahre lang verlief die innerdeutsche Grenze quer durch den Harz. Der Brocken galt in dieser Zeit als "höchster Berg der Welt". Denn durch Mauer, Stacheldraht und Selbstschussanlagen hermetisch abgeschirmt, war sein Gipfel nur für Grenzer und Größen des DDR-Regimes zu erreichen.

Als im November 1989 die Mauer fiel, war der Jubel groß: Endlich konnte die Region wieder zusammenwachsen. Durch die jahrzehntelange Teilung und durch eine immer schärfere Grenzsicherung wurden die Kontakte zwischen Ost und West brutal gekappt. Die menschenverachtende Grenze gönnte gleichzeitig der Natur ein Atempause: Sie blieb auf dem Grenzstreifen fast vollkommen unberührt. Heute gehört der ehemalige Todesstreifen zum "Grünen Band" Europas, einem Grünstreifen, der von Murmansk im Norden mitten durch den Harz bis hinunter zum Schwarzen Meer führt.

Fachwerkhäuser in Goslar. (Rechte: Mauritius)

Berühmt für die Fachwerkhäuser: Goslar

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Der Harz heute: eine Tourismusregion

Nach der Wiedervereinigung entstand der länderübergreifende Nationalpark Harz. Auf dem Gebiet von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wächst in diesem Schutzgebiet eine Art neuer Wildnis, die viele Naturliebhaber anzieht. Auf ausgewiesenen Wegen kann man die Region und ihre landschaftliche Schönheit erkunden.

Neben dem Nationalpark gibt es im Harz noch mehr zu entdecken: Wanderwege wie der Harzer Hexenstieg, die Harzer Schmalspurbahn mit ihren Dampfloks oder die hübschen Fachwerkstädtchen wie Goslar und Quedlinburg sind Besucher-Attraktionen. Die Region setzt auf den wachsenden Tourismus. Immerhin liegt der Harz seit der Wende wieder mitten in Deutschland. Und schließlich waren schon berühmte deutsche Dichter wie Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine vom Harz fasziniert.

Claudia Heidenfelder, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Mystischer Harz - Von Hexen, Höhlen und Harzer Rollern, 08.04.2009

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