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Wirkungsweise der Hormone

Es ist eigentlich ein Wunder der Natur, wenn man bedenkt, was die Hormone im Körper leisten und vor allem, welche Wege diese Botenstoffe dabei zurücklegen. Und doch finden sie immer ihre Zielzellen und lösen dort eine Kette von Reaktionen aus.

Ein Mann und eine Frau stehen nackt nebeneinander; in ihre Körper sind die endokrinen Drüsen des menschlichen Körpers eiongezeichnet. (Rechte: LUKON Verlagsgesellschaft, München)

Die endokrinen Drüsen im menschlichen Körper

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Endokrine Drüsen

Die Hormone werden in sogenannten endokrinen Drüsen gebildet. Endokrin bedeutet, dass die Drüsen ihre Produkte in die Blutbahn abgeben. Zum Beispiel produziert die Schilddrüse die Hormone Tyroxin und Trijodthyronin. Deren Wirkung spüren wir im ganzen Körper, denn sie steuern seine wichtigsten Funktionen: Herz, Kreislauf, Verdauung, Körpertemperatur und Gehirntätigkeit. Sie regulieren vor allem die Geschwindigkeit des Stoffwechsels.

Der lange Weg der Hormone

Doch wie kommen die Hormone zu ihren Zielorten – und woher wissen sie, welche Prozesse sie dort auslösen sollen? Zunächst einmal werden die Hormone von den endokrinen Drüsen in den Zellzwischenraum abgegeben. Dieser Zellzwischenraum ist von einem feinen Kapillarsystem, feinsten Blutgefäßen, durchzogen. Über die Kapillaren gelangen die Hormone in die Blutbahn und haben hier oft einen langen Weg vor sich. Denn wenn man sämtliche Blutgefäße von den großen Venen bis zum feinsten Kapillarnetz einmal zusammenrechnet, kommt man auf eine Länge von mehr als 100.000 Kilometern! Das ist eine größere Strecke als der doppelte Umfang der Erde.

Vorhängeschloss mit Schlüssel. (Rechte: WDR)

Hormon und Rezeptor = Schlüssel und Schloss

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Das Schlüssel-Schloss-Prinzip

Über den Blutkreislauf gelangen die Hormone schließlich an ihre Zielzellen. Damit sie diese auch erkennen können, sind die Zielzellen mit speziellen Rezeptoren ausgestattet. Das Hormon und der Rezeptor der entsprechenden Zielzelle passen so genau zusammen, wie ein Schlüssel zu seinem Schloss. Man nennt dieses Erkennungssystem deshalb auch das Schlüssel-Schloss-Prinzip. Dockt das Hormon an den passenden Rezeptor seiner Zielzelle an, löst es in ihr die entsprechenden Stoffwechselvorgänge aus, für die es auf den Weg gebracht wurde. Jede Zelle trägt mehrere verschiedene Rezeptoren für verschiedene Hormone und das bedeutet, dass über diesen Weg verschiedene Stoffwechselvorgänge ausgelöst werden können. Ein bestimmtes Hormon kann seinen passenden Rezeptor auch auf den Zellen ganz unterschiedlicher Geweben finden. Entsprechend ist auch der Stoffwechselprozess, den es auslöst jeweils ein anderer. Nimmt man beispielsweise das Stresshormon Adrenalin, so bewirkt es zum einen eine verminderte Durchblutung im Verdauungstrakt, während es zum anderen beim Skelettmuskel genau das Gegenteil bewirkt. Hier regt es die Durchblutung an.

Direkt vor Ort

Aber nicht alle Hormone werden über die Blutbahn auf Reisen geschickt. Einige werden auch in Geweben gebildet und wandern durch die Zellzwischenräume zu den Rezeptoren ihrer Zielzellen. Zu ihnen gehört das schlaffördernde Hormon Melatonin. Es wird in der Zirbeldrüse, einem winzigen Teil des Zwischenhirns, produziert. Melatonin reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers. Manche Hormone arbeiten noch direkter, indem sie auf die Zelle wirken, in der sie produziert wurden.

Andrea Wengel, Stand vom 01.06.2009

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