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Waldbrände

Viele Regionen der Erde sind Waldbrände gewöhnt. In weiten Teilen Australiens werden regelmäßig "kontrollierte" Feuer gelegt, um vernichtenden Feuerwalzen in den Sommermonaten vorzubeugen. Zahlreiche Bundesstaaten der USA bereiten sich jedes Jahr auf neue Brände vor. Vor allem Nadelwälder sind nach langer Trockenzeit stark gefährdet, weil die harzhaltigen Nadeln ausgezeichnetes Brennmaterial abgeben. Doch auch in weniger gefährdeten Regionen wie Deutschland wird der Wald ständig beobachtet, um unkontrollierte Brände zu verhindern.

Wald in Flammen (Rechte: dpa)

Waldbrand in Australien

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Kleine Ursache, große Wirkung

Ein Blitz, ein Lagerfeuer, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder bewusste Brandstiftung: Für Waldbrände gibt es viele Ursachen. Nur in wenigen Fällen werden sie tatsächlich allein durch Naturgewalt wie etwa einen Blitzeinschlag ausgelöst. So gestand etwa nach einem Großfeuer im Wald des US-Bundesstaates Colorado im Juni 2002 eine Mitarbeiterin der Forstbehörde, auf einem abgelegenen Campingplatz einen Brief ihres Ehemanns aus Wut verbrannt zu haben. Im März 2003 wurde sie dafür zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Auch für einen zeitgleich wütenden Waldbrand im US-Staat Arizona war ein Brandstifter verantwortlich: Ein arbeitslos gewordener Feuerwehrmann hatte gezündelt, um seinen Job wiederzubekommen.

Ein Löschflugzeug kreist über den Baumwipfeln eines rauchenden Waldes und lässt rote Löschflüssigkeit ab. (Rechte: dpa)

Löschflugzeug im Einsatz

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Egal warum - brennt der Wald einmal, kann sich das Feuer bei extremer Trockenheit durch Wärmeübertragung rasant schnell auf Gras, Gebüsch, Unterholz und Bäume ausbreiten. Wasser allein, das mit Spritzen und Löschflugzeugen eingesetzt wird, reicht zur Bekämpfung eines größeren Waldbrandes nicht aus. Löschtrupps schlagen breite Schneisen in den Wald oder legen kontrollierte Gegenfeuer, um ein Überspringen und Ausweiten des Feuers zu verhindern oder das Feuer zumindest umzulenken, um Menschen und Gebäude zu schützen. Auch flammenhemmende Chemikalien werden eingesetzt.

Vier Feuerwehrmänner stehen zwischen Büschen und Bäumen. Im Buschwerk brennen zwei kleinere Feuer, die sie gelegt haben. (Rechte: dpa)

Gegenfeuer bekämpfen Waldbrände

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Kontrolliertes Feuermanagement

Die Ureinwohner Australiens, die Aborigenes, pflegten jahrtausendelang im Frühjahr, wenn der Boden vom Winter noch feucht war, Feuer im Wald zu legen. Diese "reinigenden" Feuer verbrannten das hohe Gras des Sommers und die Schichten abgeworfener Baumrinden, nicht aber die noch feuchten Bäume. So gewannen die Aborigines einerseits wertvollen Dünger und beugten gleichzeitig katastrophalen Waldbränden vor, weil sie das brennbare Material am Boden schon vorher beseitigt hatten. Sie taten das, was sich in den 1970er Jahren als "Feuermanagement" durchsetzte. Bis dahin galten Waldbrände generell als schädlich und vor allem die US-Amerikaner taten alles, um alle - auch kleine - Feuer in brandgefährdeten Gebieten so schnell wie möglich zu löschen. Doch mit jedem Erfolg erhöhte sich die Brandgefahr, weil sich Jahr für Jahr immer mehr trockenes Holz und Laub in den Wäldern ansammelte. Der Sinn kontrollierter Feuer zeigte sich 1994 bei großen Buschfeuern in Australien: Die Regierung von New South Wales, wo die Brände ausbrachen, hatte das gezielte Abbrennen von Buschwerk und Unterholz verboten. So konnten sich die Flammen rasend schnell bis vor die Tore der Millionenmetropole Sydney ausbreiten.

Hinter abgebranntem Geäst breitet sich eine verkohlte Berglandschaft aus, die an eine Mondlandschaft erinnert. (Rechte: dpa)

Verkohlte Landschaft nach einem Waldbrand

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Schnelle Wiederauferstehung

Sei es beim Buschfeuer in Australien 1994 oder dem verheerenden Brand im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark 1988 - Förster klagten stets, dass es Jahrzehnte dauern würde, bis sich die Natur erholt. Und stets wurden sie von der Natur eines Besseren belehrt. Bereits fünf Monate nach den Bränden in Australien sprossen Pflanzentriebe aus den verkohlten Überresten des bekannten "Royal National Park" heraus. Die Anpassung der Vegetation an das Feuer überrascht immer wieder auch Fachleute. Bei vielen Vertretern der Gattung der Banksie, einer australischen Steppenpflanze, fallen aus den zapfenartigen Früchten erst nach einem Brand die Samen heraus, um in der äußerst fruchtbaren Asche zu keimen. Auch das Feuerkraut, ein nordamerikanisches Weidenröschen, braucht die Hitze, damit seine Samen überhaupt keimen können. Aus verkohlten Eukalyptusbäumen schießen nach Bränden unter der schützenden Borke Triebe hervor. Wegen ihrer dicken, schützende Borke übersteht auch die nordamerikanische Douglas-Tanne viele Brände unbeschadet.

Eine Koala mit einem Jungen auf dem Rücken sitzt auf einem Ast. (Rechte: WDR)

Waldbrände bedrohen die Koalas

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Weil nach einem Feuer mehr Licht auf den Waldboden gelangt, nutzen viele Pflanzen wie die australische Akazie die Chance, sich gegen sonst dichte Baumkronen durchzusetzen. Es gibt auch Tiere, die förmlich auf Waldbrände "fliegen": Für die Familie der "Pyrochroidae", auch Feuerkäfer genannt, sind Feuer die einzige Vermehrungschance. Die Larven des Käfers entwickeln sich nur in frisch verbranntem Holz. Waldbrände sind daher zwar einerseits gefährliche Katastrophen, ermöglichen aber gleichzeitig eine ökologische Runderneuerung. Durch die natürliche Auslese bei Feuern wird neuer Lebensraum in teilweise überaltertem oder krankem Baumbestand geschaffen. Auch der Waldbrand im Yellowstone-Park, wo Kiefern dichte Monokulturen gebildet hatten, erwies sich im Nachhinein als erfolgreiche Verjüngungskur für den Wald. Durch Waldbrände sind aber auch ganze Tier- und Pflanzenarten bedroht. Brände in Australien beispielsweise könnten langfristig zum Aussterben des Koala führen. Nach Schätzungen der "Australian Koala Foundation" aus dem Jahr 2007 leben weniger als 100.000 Tiere in freier Wildbahn. Bei jedem Brand sterben nicht nur zahlreiche Koalas - vor allem werden die für die Tiere überlebenswichtigen Eukalyptusbäume zerstört.

Silke Rehren, Stand vom 24.05.2011

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