Unerklärliche Lichter im Moor
Was ist dran, an den alten Geschichten von "Erlkönigs Feuer" und den "Irrlichtern" im Moor?
Schon vor Jahrhunderten gab es verschiedene Geschichten um Irrlichter in Sümpfen und Mooren. Etwa die Erzählungen von den kleinen Lutchen-Männlein im Spreewald oder die Geschichten vom Erlkönig. Hintergrund war, dass man manchmal nachts in Sumpf- und Moorgebieten unerklärliche Lichterscheinungen beobachtete.
Immer wieder sahen Menschen unerklärliche Lichter im Moor
Erst spät verstand man, was die Ursache war. Der Elektrizitätsforscher Allessandro Volta bemerkte, dass manchmal in Sümpfen nach einem Gewitter Lichter brannten. Offenbar hatte sich da ein leicht brennbares Gas entzündet. Es wurde Sumpf- oder Moorgas genannt. Später fand man heraus: das Gas entsteht durch Bakterien beim Vergären organischer Substanzen unter Luft- und Lichtabschluss bei günstigen pH- und Temperaturwerten und es trägt den Namen Methan. Methangasverbindungen können vom Moorboden gespeichert werden. Da diese Gase unter Druck stehen, können sie von Zeit zu Zeit schlagartig entweichen oder als Blasen im Wasser aufsteigen und sich gegebenenfalls entzünden. Neben Methan kann sich im Moor Schwefelwasserstoff oder Phosphorwasserstoff bilden. Wenn Phosphorwasserstoff an die Luft kommt, entzündet er sich von selbst und verbrennt mit einer blauen Flamme. Das ist eine weitere Möglichkeit, wie die Irrlichter entstanden sein könnten.
Heute sind solche Lichterscheinungen bei uns kaum mehr zu beobachten; vermutlich gibt es sie nur sehr sporadisch und nur in großräumigen, intakten Moorgebieten.
Siegfried Klaschka, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Moor - Landschaft aus Urzeiten, 18.07.2008




