Auswirkungen des Klimawandels
Der Wald und der Klimawandel
In den vergangenen Jahren mussten Förster in zunehmendem Maße erleben, wie Stürme und Trockenheit weite Teile des Waldes verwüstet haben. Für manche Förster war es wie die Zerstörung eines Lebenswerkes über Nacht. Vor allem Nadelhölzer - allen voran Fichten - waren von den Stürmen stark betroffen. Ein schwerer Schlag, wenn man bedenkt, dass die Fichte die häufigste Baumart in unseren Wäldern ist und vor den Stürmen im Durchschnitt rund 45 Prozent des Waldes ausgemacht hat.
Sind die zunehmenden Stürme und die oft anhaltende Trockenheit gerade im Sommer Vorboten des Klimawandels? - Wichtige Fragen für den Förster.
Früher gab es den Begriff des Waldsterbens, heute ist der Begriff des Klimawandels zum Schlagwort geworden. Dabei ist das Waldsterben lange nicht gestoppt, es ist nur aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit verschwunden. So gesehen hat der Förster gleich mit zwei großen Problemen zu kämpfen, wenn es um den Schutz des Waldes geht.
Die Tierwelt und der Klimawandel
Durch wärmere Durchschnittstemperaturen siedeln sich in unseren Breiten zunehmend Lebewesen aus südlicheren Regionen an. Zum Beispiel die Auwaldzecke. Sie stammt aus Südeuropa und hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt bei uns ausgebreitet. Sie macht Förstern und Spaziergängern gleichermaßen zu schaffen.
Andere Probleme verursacht zum Beispiel der Zitrusbock. Er kommt eigentlich aus Asien und befällt in Mitteleuropa gerne Obstbäume oder Kastanienbäume. Den Eichenprozessionsspinner, den Maikäfer und den Buchenborkenkäfer gibt es dagegen schon immer in unseren Wäldern. Allerdings fühlen sie sich bei unserem milden Klima besonders wohl und vermehren sich rasant. Sie schädigen die Flora – gerne auch Bäume, die von Sturm und Trockenheit ohnehin schon geschwächt sind.
Die Reaktion des Försters
Der Förster konnte bislang oft nur reagieren statt agieren. Das ändert sich seit einigen Jahren. Auch als Folge des schleichenden Klimawandels wird der Wald umstrukturiert. Monokulturen gehören im öffentlichen, staatlichen Wald der Vergangenheit an. Ein stabiles Waldökosystem wird aufgebaut. Die Fichte, die mit ihren in der Regel flachen Wurzeln sehr anfällig ist gegen Sturm und Trockenheit, wird nach und nach - zumindest teilweise - abgelöst von anderen Baumarten. In Zukunft werden mehr Eichen und andere Laubbäume angebaut. Sie kommen besser mit dem wärmeren und trockeneren Klima zurecht. In Einzelfällen und je nach Region werden auch Nussbäume und andere Edelhölzer gepflanzt. Einige versprechen sich auch viel vom Anbau der Douglasie. Sie stammt aus Nordamerika, hat einen sehr hohen Zuwachs und braucht weniger Feuchtigkeit als die Fichte.
Christian Jakob, Stand vom 01.06.2009






