Literatur & Co.
Bücher
Mensch und Tier. Geschichte einer heiklen Beziehung
In 16 Geschichten – mal spannend, mal überraschend, mal nachdenklich stimmend – wird das Verhältnis zwischen Mensch und Tier beschrieben. So geht es beispielsweise um Vegetarier, Genforscher und Jäger. Insgesamt gibt das Buch einen guten Überblick über die Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung von der Evolution bis hin zur Gentechnik. Sehr gelungen sind die witzigen, aber auch zum Teil drastischen Illustrationen von Robert Gernhardt, dem deutschen Dichter mit Zeichentalent. Ein Buch zum Lachen und Nachdenken zugleich.
Henry Spira und die Tierrechtsbewegung
Die Geschichte Henry Spiras ist die Geschichte eines Menschen, der mehr als 30 Jahre für die Rechte von Tieren kämpfte und mit seinem Engagement bedeutend zur Entwicklung der US-amerikanischen Tierrechtsbewegung beitrug. Bemerkenswert: Erst die Begegnung mit Autor Peter Singer, Philosoph und Tierrechtler, brachte Spira dazu, sich für bessere Lebensverhältnisse von Tieren einzusetzen. Das Buch ist zum einen die lesenswerte Schilderung des spannenden Lebenswegs eines Menschen, der seine Ziele konsequent und dennoch umsichtig verfolgte. Zum anderen setzt sich Singers Werk mit grundsätzlichen Fragen der Tierrechtsbewegung auseinander – mit ihren Strategien, Erfolgen und Problemen. Zahlreiche Fotos aus dem Leben Spiras runden das Buch ab.
Blickpunkt Tiere
Das Buch ist eine wunderbare Mischung aus großformatigen Fotos und informativen, anschaulichen Texten zum Thema Tierschutz. Als Leser bekommt man über Tierfotos mit Zitaten und Gedichten von bekannten Persönlichkeiten, beispielsweise Rainer Maria Rilkes "Panther", einen guten Einstieg ins Thema. In der Einleitung beschreibt die Autorin die Entwicklung des Tierschutzes (Schwerpunkt Schweiz). Die zehn Kapitel des Buches stellen Projekte aus verschiedenen Bereichen und Gegenden vor – von der Landwirtschaft in der Schweiz bis zum Nashornreservat in Kenia.
Haben Tiere eine Würde? Grundfragen der Tierethik
Der Autor widmet sich vor dem Hintergrund der Philosophie der auf den ersten Blick eindeutig zu beantwortenden Frage: Wie soll der Mensch mit Tieren umgehen? Er kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass keine ethische Norm das Prinzip Tierschutz stützt. Allein eine grundsätzlich wohlwollende Haltung des Menschen gegenüber dem Tier erklärt den Tierschutz. Hoerster argumentiert, dass sich ein generelles Tötungsverbot von Tieren nicht begründen lasse, der Mensch aber dazu verpflichtet sei, weitgehend Rücksicht auf die Leidensfähigkeit von Tieren zu nehmen. Ein Buch für alle, die das Thema Tierschutz einmal von einem ganz anderen Standpunkt aus betrachten möchten.
Das Tier in der Moral
Grundsätzlich sind die meisten Menschen dafür, Tieren nicht grundlos Leid zuzufügen. Doch der moralische Anspruch und die Wirklichkeit des Umgangs mit Tieren liegen weit auseinander, wie Ursula Wolf in ihrem sehr wissenschaftlichen, philosophischen Werk zeigt. Die Autorin erläutert die wichtigsten moralischen Positionen zur Frage des Tierschutzes. Anschließend legt sie auf der Grundlage einer geeigneten Definition von Moral dar, was von diesem Standpunkt aus eine moralische Rücksicht auf Tiere von uns verlangen würde. Ein Buch für alle, die sich sehr intensiv und wissenschaftlich, von der Seite der Philosophie gesehen, mit dem Schutz von Tieren auseinandersetzen möchten.
Straßenhunde suchen ein Zuhause
Die Moderatorin der WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" hat sich in diesem Buch der Problematik von Straßenhunden, die aus Südeuropa nach Deutschland gebracht werden, angenommen. Mit guten Tipps für Leute, die ein solches Tier bei sich zu Hause aufnehmen möchten.
Ehrfurcht vor den Tieren
Albert Schweitzer hat sich nicht nur Gedanken über ein menschenwürdiges Leben gemacht, sondern auch zahlreiche Aufsätze über die Ehrfurcht vor tierischem Leben verfasst. Erstmals wurden in diesem Buch alle über die Jahre geschriebenen Texte zu einem Band zusammengefasst.
DVDs
Tod im Labor – Warum Tierversuche sinnlos sind
Eine aufrüttelnde, aber einseitige Dokumentation über Tierversuche: Der in England produzierte Film wurde vom Verein "Ärzte gegen Tierversuche" synchronisiert und mit auf Deutschland bezogene Fakten ergänzt. Zum Film gehört ein 40-seitiges Begleitheft, das alle im Film gemachten Aussagen mit Quellen belegt. Die Aussage lautet: Tierversuche sind nicht nur grausam, sondern auch sinnlos. Der Film zeigt ausschließlich negative Beispiele für den grausamen Umgang mit Labortieren. Forscher, die den Sinn von Tierversuchen erklären und erläutern, dass die Tiere nicht grundsätzlich bei den Versuchen gequält werden, kommen nicht zu Wort.
Alexandra Stober, Stand vom 02.10.2007
Sendung: Schutz für Tiere - Mit den Rettern unterwegs, 18.08.2008




