Eckdaten zur Kalendergeschichte
Circa 4000 vor Christus
Für die erste Kalenderentwicklung der Ägypter steht das Wasser des Nils Pate. Durch seine regelmäßigen Überschwemmungen bringt der Fluss den Bauern einmal im Jahr fruchtbare Erde. Die Überflutungen wiederholen sich ungefähr alle 365 Tage. Aus diesem Grund definieren die Ägypter drei Jahreszeiten nach landwirtschaftlichen Gesichtspunkten: Überschwemmung, Aussaat und Ernte. Wichtigstes Datum ist das erste jahreszeitliche Erscheinen des Sternes Sirius, das eng mit dem Beginn der Nilschwemme zusammenfällt. Vermutlich ist dieses Datum auch der altägyptische Neujahrstag.
Circa 3000 vor Christus
Die Sumerer in Mesopotamien entwickeln als erste einen Kalender im so genannten sexagesimalen System, das heißt ein Tag hat 24 Stunden, eine Stunde 60 Minuten und eine Minute 60 Sekunden.
Circa 2000 vor Christus
Die Babylonier in Mesopotamien entwickeln einen Kalender, der sich auf den Mondlauf um die Erde bezieht. Sie berechnen für diese Umlaufzeit etwas mehr als 29,5 Tage. Daher werden zwölf Monate zu je 30 Tagen zu einem Jahr zusammengefasst. Da die Länge eines Sonnenjahres jedoch knapp 365,25 Tage beträgt, fügen sie jeweils nach Bedarf einen 13. Schaltmonat ein.
753 vor Christus
Beginn der römischen Zeitrechnung. Der römische Gelehrte Marcus Terentius Varro (116-27 v. Chr.) setzt für dieses fiktive Jahr die Gründung der Stadt Rom fest.
Circa 700 vor Christus
Der sagenhafte zweite König von Rom, Numa Pompilius (750-671 v. Chr.), ergänzt die zehn römischen Monate, die vom ersten König Roms, Romulus, eingeführt wurden, um zwei weitere Monate: Januaris und Februaris.
Circa 528 vor Christus
Die Perser führen als erste einen regelmäßigen 13. Schaltmonat ein, der alle 19 Jahre eingefügt wird.
432 vor Christus
Der Astronom Meton entwickelt in Griechenland einen neuen Kalenderzyklus. In einem komplizierten Verfahren berechnet er das kleinste gemeinsame Vielfache von der Erd- und der Mondumlaufbahn. Durch eine geeignete Festlegung der Anzahl der Tage im Jahr in einem Kalender, der Mond und Sonne berücksichtigt, wird dieser Zyklus ziemlich genau und muss erst alle 228 Jahre um einen Tag korrigiert werden. Der metonische Zyklus wird erst durch die Einführung des Julianischen Kalenders abgelöst, dient jedoch heute noch zur Berechnung des christlichen Osterfestes.
153 vor Christus
Der römische Senat verlegt den Jahresbeginn auf den 1. Januar, statt wie bisher auf den 1. März. Die so genannten Zählmonate September (von lateinisch "septem" = sieben), Oktober (von lateinisch "octo" = acht), November (von lateinisch "novem" = neun) und Dezember (von lateinisch "decem" = zehn) rücken damit zwei Positionen weiter nach vorne, haben aber bis heute ihre ursprünglichen Namen behalten.
Circa 45 vor Christus
Einführung des Julianischen Kalenders. Gaius Julius Caesar setzt mit einer Reform den Ungenauigkeiten des bestehenden Kalenders ein Ende. Der griechische Astronom Sosigenes aus Alexandria entwickelt hierfür ein neues System. Es wird ein Normaljahr mit 365 Tagen eingeführt, neue Regeln für Schaltjahre werden mit dem Ziel bestimmt, den Frühlingspunkt möglichst auf ein festes Datum des Kalenders zu fixieren.
325
Auf dem ersten ökumenischen Konzil zu Nicaea wird der Frühjahrsbeginn auf den 21. März festgelegt. Weitere Beschlüsse des Konzils: Festlegung des Osterdatums auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang und Einführung der siebentägigen jüdisch-christlichen Woche.
525
Der Mönch Dionysius Exiguus führt die Zeitrechnung "Anni ab incarnatione Domini" ein, was später zu "Anno Domini ("im Jahre des Herrn") abgewandelt wird. Beginn der neuen Zeitrechnung ist das fiktive Datum der Geburt von Jesus Christus und nicht mehr der Amtsantritt des römischen Kaisers Diokletian (29. September 284). Diese Art der Zeitrechnung setzt sich allmählich im Mittelalter durch und ist heute die weltweit Gebräuchlichste.
1582
Papst Gregor XIII. verordnet eine Kalenderreform. Die nach ihm benannte Reform sorgt dafür, die Unregelmäßigkeiten des Julianischen Kalenders auszugleichen. Da der Julianische Kalender zu lang ist und sich seit dem Konzil von Nicaea zehn "zusätzliche" Tage angesammelt haben, werden zusätzliche Schaltregeln eingeführt. Die überflüssigen Tage werden einfach aus dem Kalender gestrichen. Auf den 4. Oktober 1582 folgt direkt der 15. Oktober 1582. Der Gregorianische Kalender wird von vielen protestantischen Ländern erst im 18. Jahrhundert, in Russland erst 1918 und in der Türkei sogar erst 1927 übernommen.
1793
In Frankreich Einführung eines Revolutionskalenders, der auf dem Dezimalsystem beruht. Die Abkehr von der bisherigen gesellschaftlichen Ordnung soll auch im Kalendersystem ihren Niederschlag finden. Das Jahr wird in zwölf Monate zu je 30 Tagen unterteilt. Am Jahresende werden fünf oder sechs Tage angehängt, die als Feiertage gelten. Ein Monat besteht aus drei Dekaden zu je zehn Tagen, der Tag aus zehn Stunden, die Stunde aus zehn weiteren Teilen und so weiter. Unter Napoleon wird jedoch bereits am 1. Januar 1806 der Gregorianische Kalender wieder eingeführt.
1976
Umsetzung einer neuen Norm in Deutschland zur Festlegung der Kalenderwochen. Ab dem 1. Januar 1976 ist der Montag Wochenbeginn, die erste Kalenderwoche des Jahres ist die Woche, in die mindestens vier der ersten sieben Januartage fallen.
Beatrix von Kalben/Tobias Aufmkolk, Stand vom 12.01.2012









