Die Waffen der Tierwelt
Reißzähne und messerscharfe Krallen
Messerscharfe Krallen und ein kräftiges Gebiss sind die Waffen mit denen Raubtiere wie etwa Löwen, Tiger oder auch Bären und Wölfe auf Beutejagd gehen. Die meisten Räuber ergreifen ihre Beute im Sprung oder aus dem Laufen heraus mit Hilfe ihrer starken Pranken und ihren spitzen Zähnen. Das typische Raubtiergebiss besteht aus dolchförmigen Eckzähnen, die als Fangzähne dienen. Mit ihnen packen sie die Beute, bis sie erstickt oder verblutet ist. Die Reißzähne bilden ein Art Brechschere, mit der sie kräftige Knochen zerkleinern. Aber auch mit ihren Pranken können Bären und einige Raubkatzen tödliche Hiebe austeilen.
Hörner und Geweih
Doch auch die Pflanzenfresser sind gut "ausgerüstet", wie etwa Hirsche oder Elche. Ihre Geweihe setzen die männlichen Tiere als "Turnierwaffen" im Rivalenkampf gegeneinander ein. Das Geweih besteht aus Knochen, die jedes Jahr einmal abgeworfen und später neu ausgebildet werden. Neben diesen zur Schau getragenen Knochenwaffen bildet Horn ein gutes Material um sich damit zu verteidigen. Dieser Stoff ist überaus hart und strapazierfähig. Auch das "Allzweckwerkzeug" der Vögel ist aus Horn gebaut: Mit ihren robusten, spitzen Schnäbeln hacken sie nach Feinden, picken aber auch nach potentiellen Opfern.
Keine Schnäbel aber umso kräftigere Kiefer besitzen viele Insektenarten. Mit ihren langen Kauwerkzeugen können sie sich hervorragend verteidigen, Beute greifen und zerkleinern.
Gefährliche Stachel
Allseits bewährte Universalwaffe vieler Tiere ist der Stachel. Mit diesem nadelförmigen Gebilde sind etwa Igel und Stachelschwein sowie viele Insekten ausgerüstet. Während Honigbienen sich von Blütenpollen und -nektar ernähren und ihren Stachel nur zur Verteidigung einsetzen, füttern Wespen ihre Jungen mit fleischlicher Kost und nutzen ihre stechende Waffe auch zum Beutefang. Manche Skorpione haben sehr dicke, kräftige Stachel mit denen sie Kleidung und sogar Schuhe durchstechen können. Vor allem im Lebensraum Wasser ist die stachelige Rüstung beliebt und auch mit vielen Variationen vertreten. So verfügen die meisten Stachelhäuter - wie der Name schon sagt - über spitze bewegliche Hautstacheln oder scharfkantige Dornenkronen wie etwa Seesterne oder Seeigel. Ebenso zählen Stachelrochen und Steinfische zu den von Badeurlaubern gefürchteten Meeresbewohnern.
Klauen und Borsten
Einige Insekten und andere Gliederfüßer verfügen über krallenähnliche Klauen. Meistens kommen sie beim Graben oder Klettern zum Einsatz, manchmal dienen sie aber auch zur Selbstverteidigung und zum Beutefang, wie bei der Gottesanbeterin. Spinnen wehren sich mit Giften, die sie über ihre Klauen absondern. Viele wirbellose Tiere mit weichem Körper haben zum Schutz vor den Zähnen und kräftigen Schnäbeln ihrer Feinde Haare und Borsten entwickelt. Kleine Widerhaken an den Haaren bleiben im Mund oder in der Zunge des Angreifers stecken und durchdringen sogar die Haut. So können beispielsweise die Gifthaare vieler Raupen auch beim Menschen zu Hautreizungen und Allergien führen.
Susanne Wagner, Stand vom 01.03.2011








