Die agrarwissenschaftliche Hochschule Hohenheim

Blick auf die Fassade der heutigen Universität Hohenheim.

Geschichte der Landwirtschaft

Die agrarwissenschaftliche Hochschule Hohenheim

Von Sabine Kaufmann

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Beruf des Bauers ein Knochenjob, der gerade mal das Überleben sicherte. Zum größten Teil lebten die Landwirte in Erbuntertänigkeit zu ihren Grundherren und mussten harte Frondienste leisten. In Württemberg verschärfte sich im Jahre 1816/1817 die Lebenssituation der Bauern durch Missernten, die landesweit zu einer großen Hungernot führten. In dieser schwierigen Situation griff das württembergische Herrscherpaar ein: 1818 gründete König Wilhelm I. von Württemberg in Hohenheim eine Schule für Landwirtschaft.

"Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt"

Ziel war es, durch die "Düngung der Gehirne", wie es damals hieß, die Erträge auf Wiesen und Äckern zu steigern. Auf den umliegenden Ländereien der Einrichtung und im Bereich des Schlossareals errichtete man landwirtschaftliche Gutswirtschaften, um dort theoretische Kenntnisse mit dem Erwerb praktischer Fähigkeiten kombinieren zu können.

Die landwirtschaftliche "Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt" besuchten zunächst nur 16 Schüler, die in Mathematik, Physik, Chemie, Mineralogie und Botanik unterrichtet wurden.

Das Leben in der Einrichtung war streng reglementiert – gegessen wurde beispielsweise zu festen Zeiten und in Anwesenheit der Professoren.

Zur Verwissenschaftlichung des Faches Landwirtschaft kam es 30 Jahre nach Gründung der Lehranstalt, als man sie in den Rang einer landwirtschaftlichen Akademie erhob.

Fortan lehrten sieben Professoren die Fächer Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturwissenschaften, Mathematik und Physik. Außerdem wurden weitere acht Hilfslehrer verpflichtet, die in Nebenfächern wie Gemüsebau, Bienenzucht und landwirtschaftliches Bauwesen unterrichteten.

Die Erfolge der Forschung in Hohenheim

Die Gründung der Lehranstalt und späteren Hochschule für Landwirtschaft zeigte Wirkung auf verschiedenen Gebieten. Zum einen verbesserte sich die Ernährungssituation auf dem Lande erheblich.

Außerdem gab es Fortschritte bei der Zucht von Schafen und drittens wurde ein agrarwirtschaftlicher Nutzen durch die Kombination von Viehhaltung und Ackerbau innerhalb eines Betriebes aufgezeigt.

Fortan konnten die Bauern tierische Ausscheidungen als Dünger auf ihren Äckern einsetzen. Dies veränderte wiederum die Fruchtfolge auf den Äckern, die Feldbrache wurde durch den Einsatz von Dünger überflüssig.

Erweiterung des Studienangebots

Die Hohenheimer Landwirtschaftschule war eine der ersten, die in den Grenzen des Deutschen Reiches gegründet wurde, und sie ist die einzige Einrichtung, die aus der Zeit des 19. Jahrhunderts überlebt hat.

Die agrarwissenschaftliche Fakultät als Teil der heutigen Universität Hohenheim ist eine der renommiertesten in Deutschland und pflegt Kontakte zu anderen agrarwissenschaftlichen Fakultäten weltweit.

An der Hohenheimer Hochschule haben sich neben der Agrarwissenschaft auch andere Fächer wie Betriebswirtschaft, Kommunikationswissenschaft und Journalistik etabliert.

Student in der Unibibliothek Hohenheim

Die Hochschule Hohenheim ist eine der renommiertesten Universitäten Deutschlands

Weiterführende Infos

Stand: 30.07.2018, 09:06

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