Botschaft ins All

Erfindung der Schrift

Botschaft ins All

1972 hat die NASA eine Pioneer-10-Sonde ins Weltall geschickt mit einer Nachricht an Außerirdische, die eines fernen Tages die Sonde einfangen könnten. Eine Goldplatte, die sogenannte Pioneer-Plakette, soll einer ersten Verständigung zwischen Erdenmenschen und Außerirdischen dienen.

Goldene Grußbotschaft

Abbildung der Pioneer-Plakette.

Grußbotschaft der Erdenbewohner

Die Platte ist 15 mal 23 Zentimeter groß und eine kosmische Grußbotschaft der Erdenbewohner. Der amerikanische Astronom Carl Sagan hat diese Botschaft Anfang der 1970er Jahre entworfen. Am 2. März 1972 startete die Pioneer-10-Sonde ihren Flug ins All. Sie erforschte die äußeren Planeten unseres Sonnensystems, bevor sie im Jahr 1997 mit einer Fluggeschwindigkeit von 54.000 Kilometern pro Stunde endgültig unser Sonnensystem verließ. Vielleicht wird die Sonde jetzt noch Jahrmillionen, wenn nicht sogar Milliarden von Jahren im Weltall umherirren. Und sie trägt diese vergoldete Platte mit einer Botschaft der Erdenbewohner spazieren.

Schreiben ohne Schrift

Schwarzweiß-Bild einer Sonde im Weltraum.

Mit der Pioneer-Sonde irrt die Botschaft durchs All

Carl Sagan und die NASA mussten sich überlegen, wie sie mit fernen, außerirdischen Zivilisationen kommunizieren könnten, ohne gemeinsame Kultur und gemeinsame Schrift. Deswegen gleicht diese Zeichnung der Bildsymbolik früher Bildschriften. Etwaige außerirdische Finder sollten die grundlegenden Dinge über uns Menschen erfahren, auch ohne die Basis einer gemeinsamen Schrift oder Sprache. Zum Beispiel: Wie sehen wir Menschen aus? Wie groß sind wir? Wo im Universum befindet sich der Planet, auf dem wir leben?

Sagan hat sich zunächst einmal überlegt, dass auch an den entferntesten Punkten im All die gleichen physikalischen Gesetze herrschen müssen, wie wir sie auch in unserem Sonnensystem erleben. Deswegen benutzte er die Strahlung des Wasserstoffatoms - links oben im Bild dargestellt - als eine universelle Einheit für Zeit und Länge. Das spinnenartige Netz auf der linken Seite ist eine Art kosmische Landkarte, auf der sich ablesen lassen soll, wo genau sich unser Sonnensystem befindet. Sagan lokalisiert unser Sonnensystem im Schnittpunkt von 14 sogenannten "Pulsaren", stark und immer gleichmäßig strahlenden Neutronensternen. Daneben befinden sich die Abbildungen von einem Mann und einer Frau, dahinter die Sonde Pioneer 10.

So könnten intelligente Finder der Botschaft ermessen, wie groß die Gattung Mensch im Verhältnis zur Sonde ist. Am unteren Rand der Plakette befindet sich außerdem die schematische Zeichnung unseres Sonnensystems: links die Sonne, dann die Planeten und dann noch einmal eine Zeichnung des Aufbruchs der Sonde von der Erde aus. Das Bild ist also eine Art interstellare Flaschenpost, verfasst, um mit anderen intelligenten Lebewesen zu kommunizieren, ohne dass die Brücke einer gemeinsamen Schrift besteht.

Weiterführende Infos

Autor/in: Gregor Delvaux de Fenffe

Stand: 22.01.2015, 12:00

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