Coco Chanel

Gabrielle "Coco" Chanel, 1935

Parfum

Coco Chanel

Ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen schafft es als gefeierte Designerin nach Paris. Das ist kein Märchen, sondern die wahre Geschichte von Coco Chanel. Selbst mit über 70 Jahren entwarf sie noch Modelle, die zu Klassikern wurden.

Darum geht's:

  • Coco Chanel lernt im Waisenhaus das Schneidern.
  • In Paris eröffnet sie ihr eigenes Modeatelier.
  • Von ihr stammt das "kleine Schwarze".
  • Weltberühmt wird sie mit ihrem Parfüm Chanel No. 5.
  • Bis zu ihrem Tod entwirft Coco Chanel einzigartige Kollektionen.

Ein aufregender Stil

Coco Chanel wird am 19. August 1883 als Gabrielle Chasnel im südfranzösischen Städtchen Saumur als zweite Tochter eines Straßenhändlers und Hausierers geboren.

Das "s" im Nachnamen ist ein Schreibfehler des Beigeordneten des Bürgermeisters und wird auch bei der Taufe nicht richtig gestellt, denn Gabrielles Mutter Jeanne ist zu dieser Zeit noch nicht mit dem Vater verheiratet. Die Mutter stirbt früh. Der Vater kümmert sich nicht sonderlich um seine Töchter.

So wachsen beide unter schlechten Bedingungen auf und kommen schließlich in ein Waisenhaus: das Kloster von Aubazine im Department Corrèze, das von den strengen Nonnen der Kongregation vom Heiligen Herzen Mariä geführt wird. Dort lernt Gabrielle zu schneidern.

Mit 16 verlässt sie das Kloster und beginnt, sich als Näherin durchzuschlagen. Über Moulins kommt das Mädchen nach Paris. Schon in Moulins singt Gabrielle in Konzertcafés. Eines ihrer Lieblingslieder heißt "Qui qu'a vu Coco" und bringt ihr den Spitznamen Coco ein, der sie von nun an ihr ganzes Leben lang begleiten wird.

Coco Chanel in einem bestickten Kleid.

Coco Chanel als junges Mädchen

Ihre ersten Erfolge feiert Coco Chanel allerdings nicht mit ihrem Gesang, sondern mit den von ihr entworfenen und hergestellten Hüten. Ein Verehrer, Etienne Balsan, überschreibt ihr 1910 eine Parterrewohnung in Paris, aus der sie ein Modeatelier macht.

Ihre Hutkreationen sind schon bald sehr gefragt und ihre Kundinnen, anfangs vor allem Freundinnen aus der besseren Gesellschaft von Paris, bestellen erste Kleider bei ihr.

Sie entwickelt schnell einen aufregenden, nie da gewesenen Stil. Ihre Entwürfe basieren auf schlichten Linien ohne überbordende Verzierungen. Coco Chanel befreit die Frauen von den bisherigen schweren Stoffen. Luftigkeit und kühle Eleganz werden ihr Markenzeichen und ein Inbegriff für die neue Lebensart und Mode.

Das von ihr entworfene "kleine Schwarze" ist bis heute nicht aus den Kleiderschränken eleganter Frauen wegzudenken.

Ihren internationalen Durchbruch schafft Coco Chanel jedoch nicht mit einem Kleid, sondern mit einem Parfum: Chanel No. 5 wird ihr größter Erfolg. Noch heute wird das Parfum hergestellt und auf der ganzen Welt vertrieben.

Todestag von Coco Chanel

Befreiung von schweren Stoffen

Das erste Parfum mit künstliche Aromen

Anfang der 1920er Jahre beschließt Coco Chanel, dass es Zeit ist für einen neuen Duft, so wie es Zeit ist für ihre neue Mode. Mit dem Satz "Ich möchte ein Parfum für Frauen, das wie eine Frau riecht!" beauftragt sie den Parfumeur Ernest Beaux, verschiedene Duftkompositionen zu entwickeln.

1921 präsentiert er ihr mehrere Parfums. Die fünfte Flasche ist Coco Chanels Favorit. Waren bis dahin florale Düfte vorherrschend, so wirft Chanel No. 5 alles über den Haufen.

Es riecht nicht nach Veilchen, Jasmin oder Rosen, sondern einzigartig. Und es ist das erste Parfum der Welt, das außer natürlichen Grundsubstanzen, wie sie bis dahin für die Parfumherstellung ausschließlich benutzt wurden, künstliche Aromen enthält.

Eine Flasche Chanel No 5.

Es riecht einfach nach Chanel

Bis zum Zweiten Weltkrieg ist Coco Chanel die führende Modedesignerin, dann zieht sie sich in die Schweiz zurück. Man unterstellt ihr, mit den Deutschen zu sympathisieren. Es ist auch von einer Liebschaft mit einem Deutschen die Rede.

Erst 1954, nachdem sich Christian Dior mit seinem "New Look" an die Spitze der Modewelt katapultiert hat, fasst Coco Chanel den Entschluss, wieder nach Paris zurückzukehren.

Über 70-jährig schafft sie das Unglaubliche: Ihre Mode wird erneut gefeiert. Das "kleine Kostüm" mit den großen Schmuckknöpfen stammt aus dieser Zeit, die wuchtigen Gliedergoldketten, die gesteppten Umhängetaschen und die Spangenschuhe mit der schwarzen Kappe, die den Fuß kleiner wirken lassen.

All diese Klassiker schuf diese einzigartige Frau. Am 10. Januar 1971, einem Sonntag, stirbt Coco Chanel während der Vorbereitungen für eine neue Kollektion – mit 87 Jahren.

Autor: Rolf Stephan

Weiterführende Infos

Stand: 07.07.2017, 10:00

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