Brandgefahr verhüten

Feuerwehr

Brandgefahr verhüten

Jahr für Jahr gibt es in Deutschland gut 200.000 Brände mit mehreren Hundert Toten. Der Großteil ereignete sich in privaten Wohnungen und Häusern, meistens nachts zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens. Die häufigste Todesursache: Rauchvergiftung durch Kohlenmonoxid.

Rauch mit 5000 giftigen Substanzen

Rauch ist extrem gefährlich. Bis zu 5000 giftige Substanzen können in ihm enthalten sein. Schon nach wenigen Atemzügen kann man das Bewusstsein verlieren und nach weiteren Atemzügen zu Tode kommen.

Entzündet eine brennende Zigarette im Bett die Schaumstoffmatratze, entwickelt sich eine Rauchmenge von etwa 25.000 Kubikmetern. Die Bestandteile Aceton, Äther und Kohlenmonoxid machen Schlafende bewusstlos.

Rauch weckt nicht auf. Wenn man schläft, schläft auch die Nase. Das zeigt, wie wichtig Rauchmelder sind. Ab 2016 gilt in allen Bundesländern eine Rauchmelderpflicht. Eine Nachrüstpflicht für Bestandswohnungen gilt in einigen Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Sachsen) jedoch erst ab 2021.

Zum eigenen Schutz sollte man als Bewohner dem Gesetzgeber zuvor kommen und Rauchmelder installieren, da die meisten Brände nachts entstehen.

Wo Brandgefahren stecken

  • Leicht entzündbar sind Textilien. Sie enthalten oft synthetische Fasern, die schmelzen. Kleidung aus synthetischem Material kann daher in die Haut einschmelzen. Dekorationstextilien wie Vorhänge, Teppiche und Polster sind meistens dafür verantwortlich, dass sich das Feuer besonders rasch ausbreitet
  • An Adventskränzen und Weihnachtsbäumen müssen echte Kerzen genügend Abstand zu Zweigen und Dekorationsteilen haben. Kunststoffbehälter sollten nicht in der Nähe von heißen Geräten stehen wie Halogenlampen, Heizstrahlern, Herdplatten und Kaminen. Heiße Asche gehört nicht in Kunststofftonnen und Zigarettenkippen nicht in den Papierkorb. Spritzt fettiges Öl aus der Pfanne, kann eine riesige Flamme entstehen, die auf die fettige Dunstabzugshaube übergreift.
  • In Kellern dürfen außer Heizöl keine brennbaren Flüssigkeiten gelagert werden. In Treppenhäusern, Fluren und Durchgängen sollen weder Heizöl noch andere brennbare Flüssigkeiten wie Benzin oder Lösungsmittel aufbewahrt werden. Sie können Dämpfe entwickeln, die leicht entzündlich sind.
  • Oft lösen defekte Elektrogeräte einen Brand aus wie zum Beispiel Heizdecken. Gefährlich sind überhitzte Wasserkocher und eingebaute Elektrogeräte, die nicht genügend Luftzufuhr erhalten. Hängen zu viele Geräte an einem Stromanschluss, ist das Stromnetz überlastet. Technische Geräte wie Computer und Fernsehapparate sollten ganz ausgeschaltet werden und nicht im Stand-by-Modus verbleiben, wenn man länger abwesend ist. Das verhindert eine Kurzschlussgefahr. Gefährlich sind vor allem nicht fachgerechte Elektroinstallationen.
  • Viele Brände entstehen durch Leichtsinn. Dabei werden etwa ein Drittel der Brände von Kindern verursacht. Das macht es dringend erforderlich, Kinder auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Streichhölzer, Feuerzeuge und Steckdosen müssen für Kleinkinder unzugänglich sein.
Ein Tischchen mit brennendem Adventskranz. Davor zwei Stühle, ein Kinderhochstuhl und ein Schaukelpferd.

Gefahrenherd Adventskranz

Rauchmelder und Co.

Die Anschaffung eines Rauchmelders kann lebensrettend sein: Bei Rauch warnt er durch ein Alarmsignal. So kann man sich rechtzeitig ins Freie retten, bevor der Rauch zur tödlichen Gefahr wird. Denn die Sichtweite sinkt im Brandfall schon in wenigen Minuten.

Sinnvollerweise werden mehrere Rauchmelder im Haus oder in der Wohnung angebracht, möglichst in den Schlafräumen und im Flur. Küche und Bad sind weniger geeignet. Da kann es schon mal zum Fehlalarm kommen, wenn Speck im Topf brutzelt oder der Dunst nach heißem Duschen hochsteigt. Man montiert den Brandmelder am besten in der Mitte des Raumes oben an der Decke.

Der Rauchmelder sollte einen Alarmton von 85 Dezibel auf drei Meter (85 dB/3m) haben, um alle Bewohner alarmieren zu können. Man sollte beim Kauf auch auf das Prüfzeichen achten, entweder das deutsche VdS-Zeichen oder das Prüfsiegel EN ISO 12239 der Europäischen Union (EU).

Auch bei der Anschaffung eines Feuerlöschers ist auf das Prüfzeichen zu achten. Ein vorhandenes "Altertümchen" wird kaum noch voll funktionsfähig sein. Ganz wichtig: Vor allem in Mehrfamilienhäusern dürfen Rettungswege nicht versperrt sein.

Wer seinen Strom vom Solardach bekommt, hat besondere Maßnahmen zu treffen. Die Photovoltaikanlage muss im Brandfall abschaltbar sein. Ist der Schalter unten am Eingang, hat die Feuerwehr die Möglichkeit, den Stromerzeuger abzuschalten. Andernfalls kann sie das Haus nicht betreten. Die Helfer würden sich selbst in Gefahr bringen.

Ein Rauchmelder mit Qualm

Rauchmelder können lebensrettend sein

Was tun, wenn es brennt

Nur wenn man sicher ist, den Brand selber löschen zu können, sollte man es tun. Dazu sollte ein Feuerlöscher im Haus sein und eine Löschdecke in der Küche. Brennt das Fett in der Pfanne, darf es nicht mit Wasser gelöscht werden, sondern mit einer nicht brennbaren Löschdecke. Andernfalls käme es zu einer Fettexplosion.

Bei brennenden Elektrogeräten immer zuerst die Stromzufuhr unterbrechen und niemals mit Wasser löschen. Ist der Brand nicht beherrschbar, Mitbewohner informieren und sofort das Haus verlassen. Keine Dinge mitnehmen, denn jede Minute zählt.

Beim Verlassen Türen schließen, damit der Brand nicht auf andere Räume übergreift. Die Rauchentwicklung kann im Brandfall die Rettungswege versperren. So schnell wie möglich die kostenlose 112 anrufen und der Feuerwehr die Adresse angeben. Abwarten, ob der Feuerwehrmann noch Fragen hat.

Auf einem Platz im Freien steht ein Feuerwehrmann mit einem Topfdeckel in der Hand. Aus dem Topf mit Fett schiessen riesige Flammen.

Brennt das Fett, wird es gefährlich

Autorin: Bärbel Heidenreich

Stand: 20.02.2017, 15:44

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