Wissensfrage

Islandpferde

Island

Wissensfrage

Was ist das Besondere an Islandpferden?

Die Isländer lieben ihre berühmten Pferde. Weit mehr als 70.000 zottelige Exemplare sind auf der Insel zu finden und werden durch strenge Auflagen geschützt. Kein Pferd, das jemals die Insel verlassen hat, darf zurück importiert werden. So will man Krankheiten und Ansteckungen verhindern.

Ein Islandpferd ist äußerst widerstandsfähig und damit ein perfekter Arbeitsgehilfe. Bis zum 19. Jahrhundert waren diese Pferde die einzigen Transportmittel auf Island. Mit einem Stockmaß von rund 130 Zentimetern sind sie eher klein und stämmig und gelten dabei als besonders intelligent. Ihr dickes Zottelfell schützt die Tiere hervorragend vor extremer Kälte.

Etwas aber macht diese Pferde zu ganz besonderen Exemplaren: Sie beherrschen bis zu zwei Gangarten mehr als viele ihrer langbeinigen Artgenossen. Neben den Gangarten Schritt, Trab und Galopp kann das Islandpferd auch im Tölt und Skeid – auch Pass genannt – gehen. Damit ist das Islandpferd ein Fünfgänger, die Veranlagung dazu ist genetisch und das macht die Pferde einzigartig.

Der Tölt ist eine Gangart, die dem Reiter auf besonders unwegsamem und steinigem Gelände entgegen kommt, bleibt er doch sehr sicher im Sattel sitzen. Bei diesem Viertakt befindet sich immer mindestens ein Bein des Pferdes auf dem Boden.

Das Tölten beherrschen auch einige andere Pferderassen, zum Beispiel die Pasopferde oder American Saddle Breds. Diese Gangvariante, so heißt es in entsprechenden Zuchtbüchern, hat gerade in den vergangenen Jahren an Beliebtheit zugenommen und wird verstärkt an Gangpferderassen geübt.

Der Skeid oder Passgang ist dagegen sehr selten. Es heißt, dass nur das Islandpferd ihn wirklich beherrscht. Der Pass ist eine Gangart mit Flugphase und wird meist nur über kurze Strecken im Renntempo geritten. Deshalb heißt der Pass auch oft Rennpass.

Das Pferd erreicht in diesen Phasen bis zu 45 Kilometer pro Stunde. Für Ungeübte ist dieser Gang daran zu erkennen, dass das Pferd mit seinen Hufen kaum den Boden zu berühren scheint.

Autorin: Alexandra Trudslev

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Stand: 13.06.2018, 16:00

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