Auf dem Bild ist das Denkmal für ''Hermann'' den Cherusker zu sehen, das in Hiddesen bei Detmold steht.

Römer in Germanien

Waren die Germanen Barbaren?

Von Jo Siegler und Frank Endres

Die Römer bezeichneten das Gebiet der germanischen Volksstämme auch als "Babaricum" und hielten seine Bewohner für sozial und intellektuell rückständige "Barbaren". Der Begriff "Barbaren" kennzeichnete im antiken Rom generell alle Personen oder Völker, die nicht die klassische griechisch-römische Bildung genossen hatten.

Der römische Schriftsteller Publius Cornelius Tacitus, der etwa von 58 bis 120 nach Christus lebte, beschreibt die Germanen als rückständig und grausam, ein durch Hunger und Kälte abgehärtetes Volk. Sein Werk "Germania" dient im Allgemeinen als Bestätigung des eigenen Selbstwertgefühls und zur Untermauerung des römischen Geschichtsbildes.

Der römische Naturforscher und Schriftsteller Plinius der Ältere (23 bis 79 nach Christus) fragte sich im Jahr 52 verwundert, nachdem er als Reiteroffizier eine germanische Siedlung der Chauken gesehen hatte, warum die freien Germanen gegen die römische Intervention kämpfen würden, und das Schicksal manche verschonen würde, um sie zu strafen.

Daran kann man erkennen, dass sich die Römer als die Krone der Zivilisation betrachteten und alle anderen Provinzen grundsätzlich für rückständig und die Unterdrückung der Urbevölkerung für legitim hielten.

Stich von Tacitus

Tacitus beschrieb die Germanen als rückständig und grausam

(Erstveröffentlichung 2003. Letzte Aktualisierung 13.07.2021)

Quelle: WDR

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