Karies und Parodontose

Zwei gezogene, von Karies befallene Zähne.

Zähne

Karies und Parodontose

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Karies die weltweit am weitesten verbreitete Infektion. Rund 95 Prozent aller Europäer sind betroffen. Auch bei uns leiden die meisten Erwachsenen an den Folgen. Bei Kindern und Jugendlichen ging die Infektion seit Beginn der 1990er Jahre deutlich zurück.

Karies und WHO

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte für das Jahr 2000 gefordert, dass 50 Prozent aller Fünf- bis Sechsjährigen ein naturgesundes, absolut kariesfreies Gebiss haben und dass die Zwölfjährigen höchstens noch an zwei Zähnen einen kariösen Defekt beziehungsweise eine Füllung aufweisen sollten. Vielerorts in Deutschland wurden diese Ziele erreicht.

In der Schweiz und den USA hingegen wurden sogar bessere Werte erzielt. Neben einer verbesserten Mundhygiene ist dies wohl darauf zurückzuführen, dass dort dem Trinkwasser fast flächendeckend Fluor zugesetzt wurde, das die Widerstandskraft des Zahnschmelzes stärkt. In den vergangenen Jahren nahm Karies in Deutschland allerdings wieder besonders bei kleineren Kindern zu.

Wie entsteht Karies?

Mikroorganismen im Zahnbelag (Plaque) bauen in ihrem Stoffwechsel Zucker zu organischen Säuren um. Diese Säuren greifen die Schmelzoberfläche an. Kreidig-weiße Flecken sind zu sehen. Regelmäßige Zahnpflege, Verzicht auf Süßigkeiten und Behandlung mit Fluoridpräparaten heilen solche leichten Defekte.

Unbehandelt breitet sich die "Zahnfäule" tief ins Innere des Zahnes aus – die Behandlung wird schmerzhaft und aufwendig. Nicht jeder weiße Fleck ist eine beginnende Karies. Der Zahnarzt kann unterscheiden, ob es sich nicht einfach nur um entwicklungsbedingte Schmelzflecken handelt.

Eine Frau beißt in ein Stück Schokolade

Süßes gefährdet den Zahnschmelz

Nicht die Gene entscheiden

Wie die ganze körperliche Ausstattung und Entwicklung hängt natürlich auch das Gebiss vom Erbgut ab. Ob es aber für Karies anfällig ist, wird viel stärker von Faktoren wie Mundhygiene, gesunder Ernährung und spezieller Kariesprophylaxe bestimmt.

Eltern tun ihren Kinder ganz bestimmt keinen Gefallen, wenn sie behaupten: "In unserer Familie hatten alle weiche Zähne – damit muss man leben". Es ist fahrlässig, das eigene Unterlassen zu entschuldigen und womöglich Kindern die Chance auf ein gesundes Gebiss zu verderben, nur weil sie mit Zuckerzeug zu beruhigen sind und ohne Zähneputzen schneller ins Bett gehen.

Zahnfleischbluten und die Folgen

Was als Entzündung am Zahnfleisch beginnt und korrekt Gingivitis heißt, kann – als Parodontitis – auf das Zahnbett übergreifen und dazu führen, dass das Zahnfleisch ohne erkennbare Entzündungsanzeichen zurückgeht. Dann spricht man von Parodontose.

Diese Erkrankung des Halteapparats kann mit anderen Krankheiten zusammenhängen; häufiger ist sie aber Folge mangelnder Mundhygiene – genau wie die Karies – und verschlimmert sich noch durch Rauchen.

Zahnärztliche Hilfe ist dann unentbehrlich. Da sich die Haltefasern in den Zahnfleischtaschen in der Regel nicht regenerieren, können auch nach erfolgreicher Therapie Bakterien aller Art in den Zwischenraum zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel eindringen.

Umso wichtiger wird die Pflege und Reinigung gerade der Zahnfleischränder, aber auch der Zahnzwischenräume. Je nach Schwere der Erkrankung sind regelmäßige, mindestens halbjährliche Kontrollbesuche in der Zahnarztpraxis notwendig, bei denen auch eine professionelle Reinigung vorgenommen werden sollte.

Eine Frau wird vom Zahnarzt untersucht.

Regelmäßige Kontrollen sind empfehlenswert

Autor: Immo Sennewald

Stand: 19.11.2018, 09:16

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