Trinkwasser – was darf’s denn sein?

Eine Flasche und ein Glas mit Wasser.

Wasserversorgung in Deutschland

Trinkwasser – was darf’s denn sein?

Von Katharine Behr

Der menschliche Körper besteht zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser. Viele Funktionen des Körpers sind auf Wasser angewiesen. Aus diesem Grund ist Wasser auch das wichtigste Lebensmittel in unserem Alltag.

Mineral-, Tafel-, Quell- und Trinkwasser

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen Flüssigkeitskonsum von 1,5 Litern täglich. Doch wie steht es um die Trinkwasserqualität in Deutschland? Reicht das Wasser aus dem Hahn für den menschlichen Bedarf aus? Oder sollte man lieber zum Mineralwasser aus der Flasche greifen?

Mineralwasser hat seinen Ursprung in unterirdischen Vorkommen. Seine Reinheit sowie der Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen sind charakteristisch für Mineralwasser. Bis auf den Entzug von Eisen und die Zusetzung von Kohlensäure darf Mineralwasser nicht verändert werden.

Tafelwasser kann sowohl aus Trinkwasser als auch aus Mineralwasser hergestellt werden. Tafelwasser darf aufbereitet und vermischt werden. Bei der Herstellung aus Trinkwasser werden zum Beispiel Mineralstoffe hinzugefügt.

Quellwasser entspringt aus unterirdischen Wasservorkommen und wird an Ort und Stelle abgefüllt. Es wird weniger stark kontrolliert, muss aber mindestens der Qualität von Trinkwasser entsprechen.

Trinkwasser wird in Deutschland aus verschiedenen Wasservorkommen gewonnen: aus Oberflächenwasser, aus Quellwasser, aber vor allem aus Grundwasser. Unser Trinkwasser ist im Vergleich zu natürlichem Mineralwasser mineralstoffarm, sollte jedoch eine Mindestkonzentration an Mineralstoffen haben.

Eine sichere Wasseraufbereitung ist vor allem aus gesundheitlichen Gründen unabdingbar. Trinkwasser muss geschmack-, geruch- und farblos sein. Vor allem muss es aber frei von Krankheitserregern sein. Um dies zu garantieren sind strenge und gewissenhafte Kontrollen ein Muss.

Trinkwasserqualität und Kontrollen

Die Qualität des Trinkwassers wird in Deutschland durch die Trinkwasserverordnung geregelt. In ihr werden genaue Angaben zur Wasseraufbereitung gemacht sowie Grenzwerte für Inhaltsstoffe festgelegt.

Vor allem für schädliche Substanzen wie Nitrat oder Chlorid gibt es strenge Grenzwerte. Die Schadstoffgrenzen sind beim Wasser schärfer als bei anderen Lebensmitteln und somit ist Trinkwasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.

Schwarzweiß-Foto einer Kläranlage.

Vollbiologische Kläranlage

Dafür, dass unser Trinkwasser ein Qualitätsprodukt bleibt, sorgen über 6000 Wasserversorgungsunternehmen. Die deutschen Trinkwasserkontrollen gehören zu den schärfsten weltweit. Sie garantieren Trinkwasser in Spitzenqualität. Weit über 99 Prozent des deutschen Trinkwassers sind ohne Beanstandungen.

Trinkwasseraufbereitung

Trinkwasser wird in Deutschland zu 64 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Der Rest kommt aus Oberflächen- und Quellwasser. Durch die Aufbereitung und Reinigung wird aus Grund- und Oberflächenwasser genießbares Trinkwasser.

Dabei wird das Wasser gefiltert, nach Bedarf auch desinfiziert, entmineralisiert, enthärtet oder entsäuert. Es werden chemische, physikalische und biologische Verfahren eingesetzt, um eine durchgehend gute Qualität zu garantieren.

Wie gut ist Talsperren-Trinkwasser? Planet Wissen 29.11.2019 03:41 Min. Verfügbar bis 29.11.2024 WDR Von Ulf Kneiding

Gefahr aus dem Hahn?

Die Qualität unseres Trinkwassers ist also garantiert. Dennoch kann es Substanzen in unserem Wasser geben, die unsere Gesundheit gefährden können. Die Wasserversorgungsunternehmen garantieren qualitativ gutes Wasser bis zum Haus des Endverbrauchers. Doch die Rohrsysteme in den Häusern selbst können problematisch sein.

So kann es vorkommen, dass in Häusern, die vor 1973 gebaut wurden, Bleirohre verlegt worden sind. Hier ist besondere Achtung geboten, denn Blei ist ein Nervengift und kann besonders für Kinder und in der Schwangerschaft schlimme Folgen haben.

Anders sieht es da mit Kalk aus. Trübe Schleier im Wasser oder weiße Ablagerungen im Wasserkocher sind zwar nicht schön, kalkhaltiges Wasser ist aber nicht schädlich, wie oft behauptet wird. Im Gegenteil: Dieses Wasser enthält viel Kalzium und ist somit für uns in der Regel gesund.

Wasser aus dem Wasserhahn.

Wasser ist für das Leben essentiell

Auch wenn die Qualität des Trinkwassers sehr gut ist, sollte man vor allem bei der Lagerung vorsichtig sein. Im Gegensatz zu den industriell gereinigten Mineralwasserflaschen können Kanister Keime enthalten, die sich im Wasser vermehren.

Trinkwasser ist ein Lebensmittel und kann auch verderben. Wer ganz sicher gehen will, dass mit seinem Trinkwasser alles in Ordnung ist, kann jährlich eine Leitungswasseranalyse bei seinem Wasserversorgungsunternehmen bestellen oder bei Beanstandungen eine aktuelle Analyse verlangen.

Stand: 28.11.2019, 15:30

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