Abwasseraufbereitung

Abwassertrennung 02:42 Min. Verfügbar bis 30.12.2099

Wasserversorgung in Deutschland

Abwasseraufbereitung

Trinkwasser aus der Kanalisation, Wasser für die Toilettenspülung und für die Gartenbewässerung aus Abwasser, möglichst dezentral gewonnen – zum Beispiel in eigenen kleinen Haus-Kläranlagen? Das alles klingt fremd für uns, ist aber teilweise heute schon Wirklichkeit – nicht so sehr im so wasserreichen Deutschland, aber an einigen Orten in der Welt, die mit ihrem Wasser haushalten müssen.


"New Water": Trinkwasser aus Abwasser

Der Wasserversorger Singapurs ist Vorreiter in der Abwassertechnik. Das Unternehmen gewinnt hochreines Trinkwasser aus kommunalem Abwasser. Technisch ist das heute möglich, aber mit der Akzeptanz in der Bevölkerung hapert es noch. Deshalb werden in Singapur Führungen angeboten, in denen den Besuchern erklärt wird, wie die neue Technik funktioniert und warum sie, angesichts zunehmender Wasserknappheit, notwendig ist.

Für das Wasser werben die Versorger unter anderem mit einem positiv klingenden Namen: "New Water". Inzwischen wird rund 30 Prozent des Wasserbedarfs über recyceltes Abwasser gedeckt.

Abwasser filtern und desinfizieren

Die Abwassertechnik steht an einer Schwelle, die von Wissenschaftlern als Paradigmenwechsel bezeichnet wird. Die Zukunft liegt in der Wiederverwendung von Wasser. Technisch möglich wird das durch die Membrantechnik. Das verschmutzte Wasser wird gefiltert und durch eine Reihe von Membranen mit feinsten Poren gedrückt. Die meisten unerwünschten Stoffe, auch Bakterien, werden dadurch herausgefiltert.

Damit aus Abwasser Trinkwasser wird, muss es zusätzlich mit ultraviolettem Licht behandelt werden. Die sogenannte UV-Desinfektion reduziert die Anzahl der Keime im Wasser um ein Vielfaches.

Ein Mann betrachtet auf einer Ausstellung eine UV-Licht-Wasseraufbereitungsanlage.

UV-Licht für die Trinkwasseraufbereitung

Abwasser recyceln

Bisher beruht das Prinzip der Wasserversorgung in den Industrieländern auf dem Prinzip des Wegwerfens. Kostbares Trinkwasser wird entnommen und nach Gebrauch im Klärwerk "entsorgt". Das heißt, es wird zwar dem Wasserkreislauf durch Einleitung in ein meist fließendes Gewässer wieder zugeführt, aber nicht direkt weiter genutzt.

Wissenschaftler mahnen an, dass angesichts des Klimawandels und der Zunahme der Weltbevölkerung dieses Versorgungssystem nicht mehr zeitgemäß ist. So wie im Müllsystem heute üblich, müsste in Zukunft auch das Abwasser entsprechend der Nutzung getrennt werden. Dann kann Abwasser als eine Ressource behandelt werden und von großem Nutzen sein.

Abwasser und Inhaltsstoffe wiederverwerten

Die Forschung steht vor der Aufgabe ein Abwassersystem zu entwickeln, das eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser möglich macht. Eine Wiederverwendung nicht nur des Wassers, sondern auch der Inhaltsstoffe im Abwasser, ist das Ziel. Abwasser wird in Grauwasser, Gelbwasser, Braunwasser und Schwarzwasser unterteilt.

Grauwasser ist das Wasser, das zum Waschen von Körper und Kleidung genutzt wird. Gelbwasser ist mit Urin und Braunwasser mit den festen Exkrementen vermischt. Schwarzwasser nennt man das gesamte Abwasser, das in die Kanalisation fließt. Diese Abwässer zu trennen ist sinnvoll, weil jedes für sich genutzt werden kann.

Aus Gelbwasser wird Düngemittel, aus Braunwasser lässt sich Energie gewinnen und Grauwasser lässt sich sehr einfach in Wasser verwandeln, das man zum Beispiel zum Blumengießen und zum erneuten Waschen verwenden kann.

Wasser-Recycling in Deutschland

In Deutschland findet der Einbau von Grauwasseranlagen in Wohnhäusern oder Hotels immer mehr Verbreitung. Das ist aber nur zu empfehlen, wenn die Anlage beim Bau des Hauses mit eingeplant wird. Ein nachträglicher Einbau ist sehr teuer.

Dabei wird das Grauwasser, also das Wasser, das beim Duschen, Baden oder Händewaschen anfällt, vom restlichen Abwasser getrennt. In einer Wasserrecycling-Anlage wird Grauwasser so aufbereitet, dass es zum Putzen und Gießen und für die Toilettenspülung wiederverwendet werden kann.

Solche Anlagen sollten in jedem Fall von Fachleuten eingebaut werden. Da das bestehende Wasserversorgungssystem in Deutschland gut funktioniert und Wasser-Recycling nur in Neubauten rentabel ist, wird es hier auf absehbare Zeit keine Trennung der Abwässer in größerem Umfang geben. Deutsche Unternehmen verkaufen allerdings Systeme des Wasser-Recyclings in andere Regionen der Welt.

Autorin: Ana Rios

Stand: 08.01.2019, 09:47

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