Rocky Mountains

Blick vom Meer auf einen Küstenort

Gebirge

Rocky Mountains

Türkisblaue Seen, schneebedeckte Gipfel, eisige Gletscher und endlose Wälder. Die geheimnisvolle und scheinbar unbezwingbare Bergregion, die sich über rund 4500 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent von Alaska bis New Mexico erstreckt, hat sich viel Ursprüngliches bewahrt. Obwohl die Zeiten der Pioniere und Goldsucher längst vorbei sind und Reisende bequem per Eisenbahn oder Pkw die Naturschönheiten der Parks bereisen können, ist die Faszination für diese einzigartige Naturlandschaft ungebrochen.

Darum geht's:

  • Die größte Bergkette Nordamerikas lockt viele Touristen, Naturliebhaber und Sportler an.
  • Der höchste Berg, der Mount Elbert, misst 4401 Meter.
  • In den Rocky Mountains wurden 22 Nationalparks eingerichtet.
  • Der Goldrausch zog im 19. Jahrhundert Scharen von "Glücksrittern" in das Gebirge.

Entstehung

Die Rocky Mountains sind die mächtigste Bergkette Nordamerikas. Zum Vergleich: Die Alpen würden der Länge nach rund vier Mal in die Rockies hineinpassen. Geologisch gibt es zwischen den beiden Bergregionen jedoch kaum einen Unterschied.

Die Rocky Mountains sind genau wie die Alpen ein noch relativ junges Faltengebirge – lediglich der vulkanische Ursprung fehlt in den Alpen.

Die heutigen Gebirgszüge der Rockies entstanden in einem Zeitraum, der vor etwa 80 Millonen Jahren begann und vor rund 40 Millionen Jahren endete. Dabei hat sich die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte geschoben. Durch den enormen Druck kam es zu Aufwölbungen und Faltungen an der Erdoberfläche. Die Geologen nennen diesen Vorgang Subduktion.

Die folgende Eiszeit veränderte abermals das Gesicht der Bergriesen. Im nördlichen Teil der Rockies gaben Vergletscherungen den gigantischen Bergketten ihren letzten Schliff.

Berghöhen

Im Durchschnitt erheben sich die Rocky Mountains 2000 bis 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Der Norden kann mit den höchsten Gipfeln aufwarten. Im Bundesstaat Montana, nahe der Grenze zu Kanada, liegt der Glacier Nationalpark.

Mitte des 19. Jahrhunderts zählte man hier noch etwa 150 Gletscher. Doch der Klimawandel machte auch vor den Rocky Mountains nicht halt.

Heute ist die Anzahl der Gletscher im Glacier Nationalpark auf 27 geschrumpft. Fachleute prophezeien, dass es im Jahr 2030 dort keinen einzigen Gletscher mehr geben wird. Der höchste Berg der Rocky Mountains befindet sich ein Stück weiter südlich, im US-Bundesstaat Colorado: Der Mount Elbert misst stolze 4401 Meter.

St. Mary Lake mit Wild Goose Island, Landschaften, Glacier National Park (Montana, USA).

Der St. Mary Lake im Glacier Nationalpark (Montana, USA)

Nationalparks

Die 22 Nationalparks der Rocky Mountains haben nicht nur eine äußerst vielseitige Flora und Fauna aufzuweisen, sondern jeder Park hat auch seinen eigenen Charakter. Ein Highlight ist der Yellowstone Nationalpark im amerikanischen Teil der Rockies.

Fauchende Geysire, farbenprächtige heiße Quellen und blubbernde Schlammtöpfe sind nur einige der Naturattraktionen, die die Besucher im ältesten Nationalpark der Welt bewundern können.

Wer Muße zum Beobachten hat oder sich auf Schusters Rappen durch den Park bewegt, hat zumindest auch die Chance, einen Blick auf die menschenscheuen Grizzly- oder Schwarzbären zu erhaschen.

Seit den 1990er Jahren kann man im Yellowstone Park wieder Wölfe antreffen. Nach den verheerenden Massakern im 19. Jahrhundert ist die Anzahl der im Park lebenden Bisons ebenfalls wieder gestiegen.

Der Geysir 'Old Faithful' mit hoher Fontäne, die vom Wind leicht abgetrieben wird (Yellowstone Nationalpark in Wyoming, USA).

Ausbruch von "Old Faithful", einem Geysir im Yellowstone Park

Anfänge der Besiedlung

Einst lebten diese Bisonherden in Eintracht mit den stolzen und mächtigen Indianerstämmen, die in den Rockies siedelten. Doch dann kamen die Weißen: Zuerst waren es nur einzelne Trapper und Abenteurer, aber als in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Goldrausch ausbrach, kamen die Menschen scharenweise.

Goldsucher und Siedler nahmen das raue Bergland der Indianer in Besitz. Sie entzogen den Ureinwohnern ihre Lebensgrundlage, indem sie die riesigen Büffelherden vernichteten und die Indianer in Reservaten einsperrten.

Für die Erschließung des Westens war aber auch ein anderes Ereignis von großer Bedeutung: Der Bau einer Eisenbahnlinie durch die Rocky Mountains, die den Osten des nordamerikanischen Kontinents mit der Pazifikküste verband.

Historische Schwarzweiß-Aufnahme von Goldgräbern in Kanada (um 1900). Die Entdeckung von Gold in einem Nebenarm des Klondike in Nordwest-Kanada löste 1896 ein Goldfieber aus.

Goldgräber in Kanada (historische Aufnahme)

Eisenbahn, PKW oder auf Schusters Rappen

Heute ist diese Eisenbahn, die "Canadian Pacific Railway", ein Luxuszug für Touristen. Nicht jeder kann sich das teure Vergnügen leisten. Mittlerweile ist die Eisenbahn schon lange nicht mehr das einzige Verkehrsmittel, mit dem man die faszinierende Bergwelt der Rocky Mountains bereisen kann.

Der US-Highway 93 beispielsweise beginnt im amerikanischen Wickenburg, in der Nähe von Phoenix im Bundesstaat Arizona, und führt auf atemberaubenden Passstraßen nach British Columbia in den Norden der kanadischen Rockies.

Ein Teil des Highways verläuft direkt durch den Banff und Jasper Nationalpark, vorbei an den Gletscherfeldern des "Columbia Icefields". Mit einer Fläche von 325 Quadratkilometern ist es nicht nur eines der größten Eisfelder südlich des Polarkreises, sondern hier verläuft gleichzeitig die kontinentale Wasserscheide.

Die Flüsse der Rocky Mountains fließen sowohl in den Atlantik und den Pazifik als auch ins arktische Eismeer.

Die beeindruckende Berglandschaft im Jasper Nationalpark durch die eine Straße mit einem kleinen Fahrzeug darauf führt ( Alberta, Kanada).

Der Yellowhead Highway nahe dem kanadischen Jasper Nationalpark

Autorin: Sandra Kampmann

Stand: 09.06.2017, 12:50

Darstellung: