Wasserfälle

Der Rheinfall von Schaffhausen

Schluchten

Wasserfälle

Von Rolf Stephan

Schon immer ging von Wasserfällen eine große Faszination auf uns Menschen aus. Woher rührt das? Natürlich sind Wasserfälle oft schön, kraftvoll und farbenprächtig. Oder einfach imposant, geheimnisvoll und romantisch. Auf jeden Fall aber zeigen sie – deutlicher als Flüsse, Seen oder Meere – die ungeheure Kraft, die in jedem einzelnen, kleinen Wassertropfen steckt.

Die Entstehung von Wasserfällen

Aber wie entstehen Wasserfälle eigentlich? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es existieren nämlich vielfältige Möglichkeiten, wie ein Wasserfall zustande kommen kann.

Die sicherlich einfachste und vermutlich auch schnellste Art der natürlichen Wasserfallbildung ist der Zufall. Genauer gesagt: ein Erdbeben, das innerhalb von Sekunden durch tektonische Verschiebungen den natürlichen Lauf eines Flusses so stark beeinflussen kann, dass ein neuer Wasserfall entsteht.

Blick auf die von Sprühnebel teilweise leicht verdeckten Iguazu-Wasserfälle

Die Iguazufälle in Südamerika entstanden durch eine tektonische Verschiebung

Die Auskolkung

Eine der am häufigsten vorkommenden Arten der Wasserfallbildung braucht dagegen sehr viel mehr Zeit. Sie tritt auf, wenn hartes Gestein und weicheres Gestein aufeinandertreffen.

Meist findet dann an der Bruchkante eine sogenannte Auskolkung statt. Das heißt, dass die vom fließenden Wasser mitgeführten Partikel wie Sand oder Stein das weichere Gestein am Flussboden langsam aushöhlen und dort zu einer Vertiefung des Bodens führen.

Dieses Strudelloch wird im Laufe der Zeit immer größer und so entsteht ein Wasserfall. Das wohl bekannteste Beispiel dieser Wasserfallart sind die Niagarafälle an der östlichen Grenze der USA und Kanada.

Im Laufe der Zeit kann es vorkommen, dass die fortwährende Auskolkung das harte Gestein immer weiter unterspült und die dabei entstehende Gesteinsnase dann plötzlich abbrechen kann. Sei es aus statischen Gründen, sei es mit der Unterstützung von Frostsprengung im Gischtbereich.

Diese Tatsache führt übrigens zu dem Phänomen, dass ein Wasserfall immer Richtung Flussquelle wandert oder, anders ausgedrückt, nach "oben". Man spricht hier von einer rückschreitenden Erosion.

Ausflugsboot vor Niagarafällen

Die Niagarafälle sind das bekannteste Beispiel für eine Auskolkung

"Wachsende Wasserfälle"

Weitere Entstehungsgründe für Wasserfälle sind die Talbildung durch eiszeitliche Gletscher – oft zu finden in den europäischen Alpen.

Oder auch "wachsende Wasserfälle", die sich durch Karbonatausfällung bilden. Das bedeutet, dass sich im Flusswasser befindlicher Kalk absetzt und so Stufen bildet, die zur Anstauung des Wassers und zu einer kaskadenartigen Treppenbildung führen.

Dreimühlen-Wasserfall

Der Dreimühlen-Wasserfall in der Eifel "wächst" noch

Daneben gibt es selbstverständlich noch alle Arten von künstlichen, also vom Menschen gebauten Wasserfällen.

Die höchsten Wasserfälle

Als höchster Wasserfall der Erde gilt der Salto Angel in Venezuela mit einer Höhe von 979 Metern. Der höchste Wasserfall Europas ist der Mardalsfossen in Norwegen. Er stürzt über die beachtliche Höhe von 645 Metern in die Tiefe.

Der höchste Wasserfall Deutschlands ist der Röthbachfall im Berchtesgadener Land. Er überwindet immerhin einen Höhenunterschied von stolzen 470 Metern.

Steile Felswand mit dem Wasserfall Salto Angel

Höchster Wasserfall der Erde: der Salto Angel in Venezuela

Stand: 22.05.2018, 11:06

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