Honig

Honig

Bienen

Honig

Von Pia Prasch und Inka Reichert

Für ein Kilogramm Honig legen Bienen eine Strecke zurück, die dem Mehrfachen des Erdumfangs entspricht. Der Nektar, den die Bienen sammeln, ist aber noch lange kein Honig. Bis der klebrige Saft reif für die Ernte ist, muss er noch viele Bienenmägen durchwandern.

Wie Honig entsteht

Eine Biene fliegt auf ihrer Suche nach Nektar so lange dieselbe Blütenart an, wie der Vorrat reicht. Es entsteht mehr oder minder sortenreiner Honig – und nebenbei werden die Pflanzen mit Blütenpollen bestäubt.

Die Sammlerin saugt den Nektar auf und in ihrem Honigmagen spalten Enzyme den Saft in Frucht- und Traubenzucker. Im Stock würgt sie den Nektar wieder heraus und gibt diesen an jüngere Kolleginnen aus dem Innendienst ab.

Ein Imker hält Bienenwaben hoch, auf denen Bienen sitzen.

Honig ist ein Gemeinschaftsprodukt

Arbeiterinnen saugen den süßen Saft auf

Während der Tropfen von Biene zu Biene wandert, mengt ihm jede etwas Speichel bei. Durch die im Speichel enthaltenen Enzyme ändert sich das Zuckerspektrum des werdenden Honigs.

Andere Arbeiterinnen saugen den süßen Saft mehrmals in sich hinein und würgen ihn wieder heraus. Der Honig wird so dickflüssiger. Die Bienen belüften den werdenden Honig, indem sie etwa mit den Flügeln schlagen, bis sein Wassergehalt auf etwa 20 Prozent gesunken ist.

Danach verschließen die Bienen die Wabenzelle mit einem Wachsdeckel. Erst jetzt darf der Imker Hand anlegen. Unreifer Honig würde zu rasch gären und wäre somit ungenießbar. Der Imker befreit die Waben vom Wachs und schleudert diese. Den Honig füllt er in Gläser.

Um Wald- und Tannenhonig herzustellen, melken die Bienen Blattläuse. Diese ernähren sich vom Saft der Bäume und scheiden eine zuckrige Flüssigkeit aus, den Honigtau. Die Bienen saugen den Saft auf und verarbeiten ihn zu Tannenhonig, so wie sie Blütennektar zu Blütenhonig verarbeiten.

Die Bienen schwärmen aus

Unsere Honigbiene Apis mellifera muss für ein Kilogramm Honig im Schnitt drei bis vier Millionen Blüten aufsuchen. Ist die Ausbeute schlecht, können es bis zu zehn Millionen Blüten sein. Auf der Suche legt ein gesamter Schwarm weite Strecken zurück, die dem Zehn- bis Zwanzigfachen des Erdumfangs entsprechen können.

Im Sommer leben etwa 60.000 Arbeiterinnen im Stock, von denen jede eine Zeit ihres Lebens als Sammlerin verbringt. Ein einziges Bienenvolk kann so im Schnitt 20 bis 30 Kilogramm Honig im Jahr produzieren.

Honig als Heilmittel

Honig ist mehr als nur ein Brotaufstrich. Schon die alten Ägypter nutzten die bakterienhemmende Wirkung von Honig. Sie konservierten damit die Körper von Verstorbenen.

Ein Honigglas mit Honigheber.

Die Arbeit der Bienen hat sich gelohnt

Heute wird Honig meist in der Naturheilkunde zur Behandlung von Prellungen, Brandwunden und Erkältungen eingesetzt. Aber auch die moderne Medizin nutzt Honig mit großem Erfolg in der Wundheilung, wie eine Studie der Universität Bonn zeigt.

Honig wirkt antiseptisch, weil die Bienen während der Honigherstellung dem Nektar ein bestimmtes Enzym beimischen, das im Honig Wasserstoffperoxyd freisetzt. Dieser Stoff ist bekannt für seine bakterienhemmende Wirkung.

Der Honig tötet aber nicht bloß Keime, er fördert vermutlich auch das Zellwachstum bei der Wundheilung. Wie es dazu kommt, ist noch unklar.

Weiterführende Infos

Stand: 03.11.2017, 11:00

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