Die Anfänge von Greenpeace

Greenpeace-Schriftzug auf Banner

Umweltverschmutzung

Die Anfänge von Greenpeace

Es war im Jahr 1971, als sich einige Umweltaktivisten in ein kleines, altes Fischerboot setzten und vom kanadischen Vancouver aus in Richtung Amchitka segelten, einer kleinen Insel vor der Westküste Alaskas.


Aktionen im Dienste der Umwelt

Amchitka war 1971 dicht besiedelt von einigen Tausend Seeottern und anderen seltenen Tieren. Ihre Lebensumwelt war durch das Vorhaben der Amerikaner bedroht, dort unterirdische Atombombentests durchzuführen. Die zwölfköpfige Crew des Fischerboots fürchtete aber vor allem, dass die Detonationen der Testbomben ein Erdbeben auslösen könnten, denn Amchitka liegt in einer erdbebengefährdeten Region.

Segelboot mit Aufschrift Greenpeace, davor ein paar Umweltaktivisten

Der Beginn einer weltweiten Bewegung

Die Aktivisten kamen nicht auf Amchitka an. Ihr Boot wurde an der Weiterfahrt gehindert und die Tests durchgeführt. Das Medienecho, das diese Protestfahrt auslöste, war allerdings enorm, das öffentliche Interesse geweckt. Über Nacht wurde der Name der Organisation "Greenpeace" bekannt.

Aus einem Komitee wird eine Weltorganisation

Es blieb nicht bei dieser einen Aktion. Schon ein Jahr später machte sich eine Greenpeace-Gruppe auf den Weg zum Moruroa-Atoll, wo Frankreich nukleare Tests unternahm. Wieder ging es per Schiff zum Einsatzort. Der Besitzer der "Vega" war David McTaggart, ein kanadischer Geschäftsmann, der später Greenpeace-Leiter wurde.

David McTaggart und zwei weitere Männer auf einem Boot

David McTaggart (Rechts) war viele Jahre Vorsitzender von Greenpeace

Aus dem kleinen Komitee, das sich einst um Erdbeben sorgte, wurde eine riesige Umweltorganisation, die sich längst nicht mehr nur um Atomtests kümmert. Inzwischen ist Greenpeace in vielen Ländern Europas, auf dem amerikanischen Kontinent und im asiatisch-pazifischen Raum vertreten.

Die Organisation wird dabei von Millionen von Spendern unterstützt und ist darauf ebenso angewiesen wie auf Stiftungsgelder. Denn Greenpeace will sich zur Bewahrung seiner Unabhängigkeit ausschließlich aus Geldern finanzieren, die nicht von Regierungen oder Unternehmen stammen.

Spektakuläre Aktionen für die Umwelt

Die Aktionen, mit denen Greenpeace sich Robbenschlächtern entgegenstellt oder auf Umweltverschmutzungen aufmerksam machen will, sind immer medienwirksam und für die Beteiligten oft lebensgefährlich.

Aktivisten bringen Plakate in schwindelnden Höhen an oder springen mit Fallschirmen über Schornsteinen ab. Sie schützen mit ihren Körpern Robbenjungen vor den Jägern und versuchen mit Schlauchbooten das Abladen nuklearer Abfälle von großen Containerschiffen zu verhindern.

Vor allem mit den spektakulären Einsätzen zum Schutz der Wale wurde Greenpeace weltweit bekannt. Die Schiffe der Umweltorganisation sind immer dort zu finden, wo Walfänger sich auf den Weg machen die gefährdeten Tiere zu jagen.

Aber auch auf andere, lebensgefährliche Missionen wird die Flotte geschickt. Als das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior" auf dem Weg zu Protesten gegen französische Atomtests 1985 im Hafen von Auckland (Neuseeland) lag, explodierten zwei Bomben an Bord.

Schwarzweiß-Foto eines gesunkenen Schiffes.

1985: Anschlag auf die Rainbow Warrior

Es stellte sich heraus, dass der französische Geheimdienst für den Anschlag verantwortlich war. Das Schiff sank, bei der Explosion kam der Greenpeace-Fotograf Fernando Pereira ums Leben.

Mit der Rainbow Warrior wurde ein Symbol des gewaltfreien Widerstandes angegriffen, das bereits zum Mythos geworden war. Schon 1978 hatte die Agit-Prop-Band "Ape, Beck & Brinkmann" aus Dortmund dem Schiff ein musikalisches Denkmal gesetzt. In ihrer Umweltschutz-Hymne "Rettet die Wale" hieß es:

"Regenbogenschiff
erreich' dein Ziel
und wirf dich zwischen die Harpunen
und rette die Wale".

Von 1989 bis 2011 war der Nachfolger der Rainbow Warrior im Einsatz: "Rainbow Warrior II", ein ehemaliges Dampfschiff, das zum Motorsegler umgebaut wurde. Abgelöst wurde es von der "Rainbow Warrior III", ein Hightech-Segelschiff mit Helikopter-Landeplatz.

Rainbow Warrior III in einem Hafen

Seit 2011 in Betrieb: das Hightech-Segelschiff Rainbow Warrior III

Autorin: Melanie Wieland

Stand: 04.04.2018, 15:33

Darstellung: