Meteoriten

Illustration eines Himmelskörpers, der in die Erdatmosphäre eintritt.

Asteroiden

Meteoriten

Staub, Steinchen, Eisbrocken: Vor etwa fünf Milliarden Jahren herrschte in unserem Sonnensystem Chaos. Die Teilchen verdichteten sich zu einer Wolke – es bildeten sich die Sonne und die acht Planeten. Reste der Wolke schwirren noch immer durchs All.

Es kreucht und fleucht im All

Viele stellen sich das Weltall als einen luftleeren Raum vor, ein Vakuum, in dem es nichts gibt. Doch das ist anders: Die Erde steht unter Dauerbeschuss. Jeden Tag treffen Partikel auf die Erde. Im Jahr prasseln so Tausende von Tonnen Staub auf den Planeten.

Die kleineren Teile verglühen in der Atmosphäre. Das sind die Sternschnuppen, die wir am Nachthimmel bewundern können. Die größeren Teile schaffen es durch den Orbit – und landen als Meteoriten auf der Erde.

Und manchmal sind Menschen sogar Zeuge eines solchen Spektakels.

Was fliegt da durch die Luft?

Screenshot der Website des Senders NRK.

Screenshot der Website des Senders NRK: Hat Anders Helstrup einen Meteoroid gesehen?

Im Juni 2012 wollen dem Fallschirmspringer Anders Helstrup spektakuläre Aufnahmen gelungen sein. Während er über der Stadt Rena in Norwegen der Erde entgegenraste, filmte er mithilfe einer Helmkamera einen schwarzen Gegenstand, der nur knapp an ihm vorbeiflog. Ein Teil vom Flugzeug? Etwas von der Ausrüstung? Oder war das ein Meteorit?

Ja, sagt der Augenzeuge. Er sei sicher, dass es einer gewesen ist. Der Geologe Hans Amundsen stimmt ihm zu. Der Meteorit leuchte nicht mehr und befinde sich damit im dark flight, in einem langsamen Flug, in dem er nicht mehr verglühe. Ein Phänomen, das eher selten ist.

Und um an dieser Stelle genau zu sein: Erst wenn ein Meteoroid die Erde berührt hat, bezeichnen die Forscher diesen als Meteorit – ohne o, dafür aber mit t! Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Der Astrophysiker Phil Plait ist misstrauisch: "Ich habe das Video gesehen und kann nicht sagen, ob es echt ist oder nicht", schrieb er auf Twitter. "Es scheint aber unwahrscheinlich." Ein Stein, der im Fallschirm eingepackt war – das sei wahrscheinlicher.

Über Russland explodierte ein 20-Meter-Koloss

Eine Menschenmenge steht hinter einem Meteoriten, der 60 Kilometer westlich von Tscheljabinsk gefunden wurde.

60 Kilometer westlich von Tscheljabinsk finden Menschen einen Meteoriten

Eindeutiger ist der Fall von Tscheljabinsk am Ural: Im Februar 2013 raste über der Stadt ein Geschoss auf die Erde zu – und explodierte in der Atmosphäre. Fenster zerbarsten unter dem Druck, Ziegel flogen von den Dächern. Mehr als 500 Menschen wurden dadurch verletzt.

Ein Glück, dass nicht mehr passiert ist: Wäre der 20-Meter-Brocken in einem steileren Winkel auf die Erde geknallt, hätte er die Stadt womöglich verwüstet. "Das ist nichts, was jedes Jahr passiert – so was passiert sicherlich eher einmal in der Jahrzehnt", sagt der Astronom Simon Greene von der Open University in Großbritannien in einem YouTube-Video der Tageszeitung The Telegraph.

Ein Riesemeteorit tötete die Dinos, vermuten Forscher

Die Illustration zeigt den Einschlag eines Asteroiden auf die Erde.

Die Illustration zeigt den Einschlag eines Asteroiden auf die Erde

In der Erdgeschichte sind immer wieder Riesenmeteoriten auf die Erde niedergegangen. Vor 65 Millionen Jahren soll etwa ein solcher Koloss auf die Erde getroffen sein. Eine Staubwolke verdunkelte den Himmel, die Temperaturen änderten sich. Die Folge: ein Massensterben. Forscher vermuten, dass das Ereignis zum Aussterben der Dinosaurier geführt hat.

Zwischen Mars und Jupiter schwirren Hunderttausende von Brocken: Planetoiden und Asteroiden. Auch sie stammen aus der Kinderstube des Sonnensystems. Die Anziehungskraft von Jupiter hat verhindert, dass sich diese Überreste zu ganzen Planeten zusammenballen.

Die Brocken fliegen auf ihrer eigenen Umlaufbahn durchs Sonnensystem, auf dem Planetoidengürtel. Manchmal kreuzt ihr Weg den der Erde. Und bislang kennt die Menschheit keine Methode, mit der sie einen möglichen Zusammenstoß abwehren könnte.

Funken sprühen am Firmament

Ein Meteor verglüht am Nachthimmel.

Ein Meteor verglüht am Nachthimmel

Aber nicht jeder Aufprall muss verhindert werden: Trifft etwa ein Steinchen auf die Atmosphäre, so sehen wir das als Sternschnuppe am Himmel. Diese wird auch Meteor genannt.

In etwa 80 Kilometern Höhe glüht das Kleingestein, während es in die oberen Luftschichten eintritt. Es rast mit 36.000 Kilometern pro Stunde und erzeugt dadurch so viel Reibung, dass es an der Oberfläche schmilzt und – verglüht.

Im Laufe eines Jahres lassen sich an bestimmten Tagen viele dieser Meteore am Himmel beobachten, etwa in den Tagen um den 12. August oder 17. November. Sie stammen aus großen Meteorenströmen (in diesem Fall: Perseiden oder Leoniden). Das passiert immer dann, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Staubwolke eines Kometen kreuzt.

Mancher Meteoroid verglüht nicht vollständig

Ist ein Meteoroid groß genug, um nicht am Himmel zu verglühen, fällt er als schwarzer, krustiger Klumpen auf die Erde. Einen Meteoriten zu finden, ist nicht sonderlich leicht, wie das Beispiel des Meteoritenjägers Thomas Grau zeigt.

Eine Methode sieht so aus: Vor seinem Aufprall ist der Meteorit in der Regel noch als Feuerkugel zu sehen. Man beobachtet also die Flugbahn von zwei verschiedenen Orten aus – und berechnet anschließend den Ort der Landung.

Wer einen Meteorit findet, kann diesem leider nicht einfach seinen Namen geben. Die außerirdischen Gesteinsbrocken werden nach dem Ort benannt, an dem sie gefunden werden, offiziell nach dem nächsten Postamt.

Viele der Meteoriten stammen von Planetoiden ab

Der Großteil der Meteoriten stammt von Planetoiden ab, manche aber auch vom Mond oder Mars. Es gibt zwei verschiedene Arten von Meteoriten: Steinmeteoriten und Eisenmeteoriten.

Etwa 95 Prozent der Meteoriten, die auf die Erde niedergegangen sind, sind Steinmeteoriten. Sie enthalten Eisen, Silikate oder Glas, das in kleinen runden Bläschen eingeschlossen ist.

Der größte Meteorit auf der Erde findet sich in Afrika: Hoba West wiegt 60 Tonnen – und liegt daher immer noch da, wo er gefunden wurde, in Grootfontein in Namibia.

Autor: Sami Skalli

Stand: 20.05.2016, 15:00

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