Wissensfrage

Das deutsche Luftschiff 'Graf Zeppelin' in der Luft

Zeppeline

Wissensfrage

Wozu plante Graf Zeppelin eine Expeditionsfahrt in die Arktis?
Und welcher berühmte Polarforscher gab sich überraschend auf dem Luftschiff die Ehre?

Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte Luftschiff-Pionier Graf Zeppelin eine Polarfahrt geplant, doch der Krieg machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Zeppelins Mitarbeiter Hugo Eckener griff die Idee später wieder auf.

Am 24. Juli 1931 startete er mit dem schon damals weltbekannten Luftschiff "Graf Zeppelin" in Friedrichshafen zu einer Arktisfahrt. An Bord waren 45 Personen, vor allem Wissenschaftler aus Deutschland und Russland.

Die Forscher waren an erdmagnetischen, biologischen und meteorologischen Untersuchungen interessiert. Mitgeführt wurden wissenschaftliche Geräte, Kajaks, Schlitten, Zelte, Rentierfellschlafsäcke, Proviant und Arzneimittel.

Nach einem Zwischenstop bei Berlin ging die Reise über Königsberg, Riga, Reval (Tallinn), Helsingfors und Leningrad (St. Petersburg) in Richtung Franz-Joseph-Land. Am 27. Juli traf die Graf Zeppelin mit dem russischen Eisbrecher "Malygin" vor dem Franz-Joseph-Land im Nordpolarmeer zusammen.

Das Luftschiff landete zwischen den Eisschollen in einer geschützten Bucht der Hooker-Insel. Ein Ruderboot des Eisbrechers nahm Post an Bord, und die Zeppelin-Besatzung staunte nicht schlecht, als sie den berühmten italienischen Polarforscher General Umberto Nobile an Bord des Bootes antraf. Nobile hatte 1926 mit Roald Amundsen mit dem Luftschiff "Norge" den Nordpol überflogen.

Luftschiff über einem Eisberg

Nobile's 'Italia' vor der Küste Spitzbergens

Der Fahrt der Graf Zeppelin ging weiter nach Sewernaja Semlja. Fotografisch wurden weite Teile der Inseln vermessen. Eine Radiosonde, die an einem Spezialballon befestigt war, maß funktelegrafisch die Temperatur-, Feuchtigkeits- und Druckänderungen beim Aufstieg des Ballons in Höhen von bis zu 14.000 Metern.

Am Kap Tscheljuskin hatte die Graf den nördlichsten Punkt Asiens erreicht. Von dort ging es zum Kap Dikson und zur Nordspitze von Nowaja Semlja, deren Ostküste die Wissenschaftler vermaßen. Über Archangelsk und Leningrad kehrte der LZ 127 nach Berlin zurück. Dort landete das Luftschiff am 30. Juli auf dem Flughafen Tempelhof.

Weiterführende Infos

Autor: Kai Althoetmar

Stand: 02.05.2018, 12:00

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