Berühmte Motorradfahrer

Seitenansicht eines Chopper-Motorrades

Motorräder

Berühmte Motorradfahrer

Der einsame Außenseiter sucht seine Freiheit auf dem Motorrad. Er ist ein Rebell auf zwei Rädern. Dieses Klischee wird oft benutzt, wenn es um die Beziehung zwischen Mensch und Motorrad geht. Es half aber auch, so manche Legende um berühmte Persönlichkeiten zu begründen.


Legendäre Motorradreise – Che Guevara (1928-1967)

Im Jahr 1952 reiste der junge Medizinstudent Ernesto "Che" Guevara zusammen mit seinem Freund Alberto Granado auf dem Motorrad durch Südamerika. Die Reise gehört zum Mythos, der sich um den aus Argentinien stammenden Guerillero rankt.

Der Sohn aus gutem Hause hat seine Eindrücke von der Reise in einem Tagebuch festgehalten. Die Armut der Menschen soll den Revolutionär in seiner politischen Haltung geprägt haben. Aus einer Motorradreise über einen Kontinent wurde eine Legende der politischen Erweckung, die Guevara selbst gerne verbreitete.

Porträt von Ernesto Che Guevara mit einer Zigarre im Mund

Kultfigur: Che Guevara

Ein Rebell auf dem Motorrad – Marlon Brando (1924-2004)

In dem Film "Der Wilde" von 1953 spielte Marlon Brando den Anführer einer Motorradgang, die in eine bürgerliche Kleinstadt in Kalifornien einfällt. Die Rockerbande mischte nicht nur die fiktive Kleinstadt auf, sondern auch die Jugend der 1950er Jahre.

Die Rolle des Rebellen, für die er 1954 eine Oscar-Nominierung erhielt, blieb an Brando haften. Er prägte das Bild der Motorrad fahrenden, aufbegehrenden Jugendlichen in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Doch nicht nur im Film, auch privat fuhr Brando Motorrad.

Der junge Marlon Brando auf einem Motorrad

Filmszene aus "Der Wilde"

Fuhr in den Tod – James Dean (1931-1955)

Er war nicht nur in seinen Filmen ein Draufgänger. James Byron Dean bekam von der Filmfirma, die "Jenseits von Eden" (1954) produzierte, ein Fahrverbot. Die Produzenten befürchteten, der Schauspieler könne bei den Dreharbeiten ausfallen, wenn er weiterhin am Straßenverkehr und an Rennveranstaltungen teilnähme.

James Dean soll schnelle Motorräder und schnelle Autos geliebt haben. Doch sie wurden ihm zum Verhängnis. Einige Male endeten seine Motorradausflüge auf dem Asphalt, weil er eine rote Ampel missachtete oder zu schnell fuhr. 1955 starb Dean bei einem Unfall mit seinem Auto.

James Dean, in einem Rennwagen sitzend

James Dean als Rennfahrer

Kriminell auf zwei Rädern – Sonny Barger (geboren 1938)

Er ist eher berüchtigt als berühmt. Ralph "Sonny" Barger war 1957 Mitbegründer der "Hells Angels", zunächst eine Bande durch die Lande ziehender junger Motorradfahrer ohne Geld in den Taschen oder Dach über dem Kopf. Die Gruppe benannte sich nach dem Film "Hells Angels" (1930) von Howard Hughes.

In den 1960er Jahren wurden die "Hells Angels" zunehmend gewalttätig und durch ihre kriminellen Motorradstreifzüge bekannt. Sie fielen zu Hunderten in amerikanische Städte ein und randalierten dort. Auch auf anderen Kontinenten sorgten die sich ausbreitenden "Hells Angels"-Banden für Unruhe. 1973 gründete sich die erste Gruppe in Deutschland. Barger selbst stand wegen verschiedener Delikte unter Anklage, vom Drogenbesitz bis zum Mordversuch.

Hells Angels Mitglieder fahren dicht gedrängt auf einer Straße

Typischer Auftritt der Hells Angels

Wagemutig oder lebensmüde? – Evel Knievel (1938-2007)

Durch seine spektakulären Motorradsprünge wurde Robert Craig "Evel" Knievel in den 1960er Jahren bekannt. Am 8. September 1974 wagte der Motorradstuntman seinen wohl bekanntesten Sprung über den "Snake River Canyon" in Idaho, einer Schlucht des "Grand Canyon" in den Vereinigten Staaten. Er konstruierte für den Sprung ein raketengetriebenes Motorrad, das "Scycycle".

Knievel schaffte es zunächst auf die andere Seite der Schlucht. Als jedoch sein Bremsfallschirm aufging, zog ihn der starke Wind in den "Canyon" hinein und Knievel landete am Ufer des Flusses, der durch die Schlucht fließt.

Weitere Sprünge machte der Stuntman unter anderem über Busse, Lastkraftwagen und brennende Autos. Er zog sich im Laufe seiner Karriere zahlreiche Knochenbrüche zu. Am 30. November 2007 starb Evel Knievel im Alter von 69 Jahren – nicht durch einen Unfall, sondern an Lungenversagen.

Evel Knievel im Jahr 1977

Evel Knievel im Jahr 1977

Kein Rennfahrer – George Orwell (1903-1950)

Auf der schottischen Insel "Isle of Jura" schrieb der Autor seinen Utopieroman "1984". Dort fuhr Orwell, der mit bürgerlichem Namen Eric Arthur Blair hieß, mit seinem Motorrad umher, einer "Royal Enfield". Orwells Maschine soll an Altersschwäche gelitten haben.

Häufig sei der an Tuberkulose erkrankte Orwell in der Einsamkeit der Insel mit seinem Motorrad liegen geblieben und habe sie nur mit großer Mühe wieder starten können. Denn die "Royal Enfield" muss, damals wie heute, ohne die Hilfe eines elektrischen Anlassers gestartet werden.

Schwarz-weiß-Foto von George Orwell

Fuhr eine Royal Enfield: George Orwell

Autorin: Stephanie Hagemann

Stand: 30.01.2018, 14:22

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