Sicherheit im Straßenverkehr

Ein Auto mit zerstörtem Vorderteil liegt in einem Seitengraben vor einem Baum

Verkehr

Sicherheit im Straßenverkehr

Seit es Autos gibt, geschehen Verkehrsunfälle. Mal bleibt es beim Blechschaden, doch oft genug gibt es auch Verletzte und Tote. Darum tüfteln die Entwickler an Systemen, die Unfälle verhindern oder zumindest die Autoinsassen vor den Folgen möglichst gut schützen sollen.

Vorsicht und Rücksicht: Unfallvermeidung

Um Unfälle zu vermeiden, sollte man sich möglichst ausgeschlafen ans Steuer setzen. Nur so ist man aufmerksam genug, um vorausschauend zu fahren und auf die Fehler anderer Verkehrsteilnehmer reagieren. Wichtig dabei ist ganz besonders, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum vorderen Fahrzeug einzuhalten.

Klingelt während der Fahrt das Handy, verwenden Sie unbedingt eine Freisprecheinrichtung. Das Telefonieren am Steuer ist in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern verboten. Sollten Sie mit dem Handy am Ohr erwischt werden oder sogar einen Unfall verursachen, drohen ein Bußgeld oder eine Anzeige. Kommen bei dem Unfall Menschen zu Schaden, können Sie unter Umständen sogar wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt werden.

Folgen mildern

Fahrer moderner Autos sind durch eine Knautschzone, eine Sicherheitsfahrgastzelle, Airbags und Gurte bei Unfällen geschützt. Die Knautschzone dient dazu, die Kraft, die beim Aufprall auf das Auto einwirkt, zu absorbieren. Als Sicherheitsfahrgastzelle bezeichnet man den Innenraum, in dem sich die Fahrzeuginsassen befinden.

Sie ist als eine Art Käfig konzipiert, der verhindern soll, dass sich das Fahrzeug bei einem Unfall so sehr verformt, dass die Fahrzeuginsassen eingequetscht und schwer verletzt werden. Darüber hinaus verfügen moderne Fahrzeuge über elektronische Hilfen, die selbstständig aktiv werden, wenn es kritisch wird.

Doch so sicher ein Auto durch die technischen Komponenten auch im Falle eines Unfalls ist, am wichtigsten ist die volle Konzentration des Fahrers. Nur durch vorausschauendes und angepasstes Fahren können Unfälle vermieden werden.

Wenn es dennoch passiert, hilft die moderne Technik zumindest dabei, die Folgen zu mindern. Die Knautschzone nimmt einen Teil der Aufprallenergie auf, die Sicherheitsfahrgastzelle verhindert, dass die Passagiere eingeklemmt werden. Airbags und natürlich die Sicherheitsgurte vermeiden Kollisionen der Insassen mit Lenkrad und Windschutzscheibe.

Crashtests: Sicherheit auf dem Prüfstand

Mitte der 1920er Jahre haben die ersten Autohersteller in den USA begonnen, ihre Fahrzeuge auf Sicherheit zu prüfen. Damals wurden die Autos Abhänge heruntergerollt oder zwischen Loks und Eisenbahnwagen eingeklemmt. Bis moderne Autos in den Handel kommen, werden heutzutage bis zu 50 verschiedene Crashtests durchgeführt.

Dabei wird das Fahrzeug auf Zehntelkilometer genau beschleunigt und millimetergenau auf spezielle Hindernisse gefahren. Spezielle Puppen – sogenannte Dummys (zu Deutsch Attrappen) – nehmen dabei den Platz der Passagiere ein. Sensoren messen die Belastungen, die an ihren Körperteilen beim Aufprall auftreten.

Foto einer lebensgroßen Puppe, die auf dem Beifahrersitz eines PKW sitzt.

Mit Crashtest-Dummys werden Unfälle simuliert

Der Standard-Dummy ist dem durchschnittlichen männlichen US-Amerikaner der 1960er und 1970er Jahre nachgebildet. Es ist der "50-Prozent-Dummy", das heißt 50 Prozent der Menschen sind kleiner und leichter und 50 Prozent sind größer und schwerer.

Für die unterschiedlichen Aufprallarten (Frontal-, Seiten- und Heckaufprall) gibt es entsprechend unterschiedliche Dummytypen. Zur Bewertung von sogenannten Kinderrückhaltesystemen – allgemein als Kindersitze bekannt – wurden spezielle Baby- und Kinderdummys entwickelt. Trotz dauernder Kollisionen halten sie sehr lange, sind aber auch sehr teuer.

Vorsicht auf der Autobahn

Autobahnen zählen statistisch gesehen zu den sichersten Straßen. Doch aufgrund der hohen Geschwindigkeiten sind Unfälle hier oft besonders folgenschwer. Am gefährlichsten sind Orte, wo schneller und langsamer Verkehr zusammenkommen: also Auf- und Abfahrten, stärkere Steigungen und natürlich Stauenden. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

Experten empfehlen: Wenn Sie sich einem Stau nähern, schalten Sie die Warnblinkanlage ein, reduzieren Sie – bei entsprechender Entfernung zum Stauende – langsam und kontinuierlich die Geschwindigkeit und versuchen Sie, mindestens drei bis vier Fahrzeuglängen Abstand zum Vordermann zu halten, solange Sie sich am Stauende befinden. Sollte dann ein Fahrzeug auf Sie auffahren, bleibt noch ein Zwischenraum, bis Sie auf das nächste Auto geschoben werden.

Dreispurige, überfüllte Autobahn

Überfüllte Autobahnen bilden ein hohes Gefahrenpotential

Um zu gewährleisten, dass Rettungsfahrzeuge zur Unfallstelle gelangen können, sollte eine Gasse gebildet werden – bei zweispurigen Fahrbahnen zwischen den Fahrspuren, bei dreispurigem Ausbau zwischen der linken und der mittleren Spur.

Das A und O: Die Verkehrstauglichkeit

Das eigene Fahrzeug sollte regelmäßig auf seine Verkehrssicherheit überprüft werden. Ein kaputter Scheinwerfer fällt unter Umständen lange nicht auf, wenn man selbst im Auto sitzt, ein kaputtes Bremslicht erst recht nicht. Die Funktionstüchtigkeit der Lampen kann man zum Beispiel beim Tanken kontrollieren.

Wichtig sind auch die Reifen: Die Fläche, mit der ein Reifen den Boden berührt, ist nicht größer als die einer Postkarte – alle vier zusammen genommen berühren den Boden also mit einer Fläche, die etwa einem DIN A4-Blatt entspricht.

Eine Frau betrachtet einen Reifen in einem Reifenlager.

Gute Reifen mindern das Unfallrisiko

Egal, welche Leistung Ihr Auto hat oder wie kräftig die Bremsen sind: Alle Kräfte werden über diese winzige Fläche übertragen. Entsprechend regelmäßig sollte der Reifenzustand und die Profiltiefe kontrolliert werden. Winterreifen haben ein stärkeres Profil als Sommerreifen und haben so auf schneebedeckter oder vereister Straße einen besseren Halt. Seit 2010 gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht. Wer es versäumt, sein Fahrzeug rechtzeitig winterfest zu machen, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Elektronische Hilfen

Fast alle modernen Autos bieten diverse elektronische Hilfen an, die den Fahrer bei schwierigen Manövern im Straßenverkehr unterstützen sollen:

Das bekannteste unter ihnen ist das Antiblockiersystem (ABS). Das ABS lässt bei einer Vollbremsung die Räder immer wieder kurz drehen und anhalten. Auf diese Weise blockieren die Räder nicht, der Wagen bleibt noch lenkbar und hält auch in Kurven die Spur. Außerdem verkürzt sich durch dieses optimierte Bremsverhalten der Bremsweg in den meisten Situationen. Das gilt vor allem für nasse Fahrbahnen. Diese elektronische Hilfe gehört mittlerweile bei jedem Auto zur Serienausstattung.

Die Antischlupfregelung (ASR) ist das Pendant zum ABS beim Anfahren. Wenn der Fahrer auf rutschigem Untergrund zu viel Gas gibt, regelt die ASR die Leistung automatisch herunter. So wird das Durchdrehen der Räder verhindert, das Auto bleibt lenkbar.

Spätestens seit den legendären "Elch-Tests" kennt auch jeder das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP). Es stabilisiert das Auto im Falle einer zu schnellen Kurvenfahrt, indem es gezielt einzelne Räder abbremst. Damit wird das Ausbrechen oder im schlimmsten Fall das Umkippen des Fahrzeugs verhindert.

Eine weitere elektronische Hilfe ist das System Adaptive Cruise Control (ACC). Dieser intelligente Fahrgeschwindigkeitsregler beobachtet den Verkehr und passt die Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss an. Damit hält der Wagen automatisch einen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Sobald sich im Messbereich kein Fahrzeug mehr befindet, beschleunigt ACC den Wagen wieder auf die voreingestellte Geschwindigkeit.

Autor: Lars Tepel

Stand: 20.06.2018, 09:36

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