Oldtimer

Verkehr

Oldtimer

Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt gibt es hierzulande mehr als 600.000 Oldtimer. Weit mehr als die Hälfte davon fährt auch tatsächlich auf unseren Straßen, mit einem H-Kennzeichen.

Sonderrechte für die Alten

Steht auf einem Nummernschild am Ende der Buchstaben-Ziffern-Kombination ein H, ist das das Zeichen: Dieses Fahrzeug ist historisch. Es ist mindestens 30 Jahre alt, entspricht weitgehend dem Originalzustand, ist gut erhalten und dient der "Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes", wie es im Gesetzestext heißt.

Erst wenn eine technische Untersuchung des TÜV oder der Dekra ergeben hat, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind, erhält ein Fahrzeug das H-Kennzeichen. Gut neun von zehn Fahrzeugen mit diesem Nummernschild sind Pkw. Die restlichen H-Kennzeichen entfallen auf Busse, Motorräder, Lkw und Wohnmobile.

Das H auf dem Schild bringt dem Oldtimer-Halter einige Vergünstigungen. Autos mit H-Kennzeichen dürfen in den Umweltzonen der Innenstädte fahren, auch wenn ihre Abgase weiter über der Norm liegen. Zudem ist der Steuersatz wesentlich günstiger als für normale Autos. Er ist nicht abhängig vom Hubraum, sondern beträgt (im Jahr 2017) pauschal 191,73 Euro.

Oldtimer mit H-Kennzeichen

Oldtimer dürfen mit einem gesonderten Kennzeichen fahren

Treffen, Rennen, Ausstellungen

Veranstaltungen rund um historische Fahrzeuge gibt es jedes Jahr reichlich. Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem nicht mehrere Ausstellungen, Auktionen, Messen, Märkte, Treffen oder Rallyes stattfinden. Allein in der Übersicht des ADAC finden sich für jedes jahr mehrere hundert Veranstaltungen.

Beliebt sind zum Beispiel die Oldtimertreffen in Schwetzingen, Baden-Baden und Ludwigsburg. "Sehen und gesehen werden" ist das Motto dieser edlen Treffen. Prächtige herausgeputzte Chromschätzchen strahlen hier im ansprechenden Ambiente um die Wette. Die stolzen Besitzer flanieren im passenden Outfit über das Ausstellungsgelände und warten auf das Urteil der Jury. Die bewertet die Automobile nach historischen, technischen und ästhetischen Kriterien.

Sportlicher geht es bei Oldtimer-Rennen zu, zum Beispiel beim Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring. Historische Grand-Prix- und Formel-1-Rennwagen treten hier gegeneinander an. Wer sich weniger für das Motorengetöse und mehr für historische und technische Informationen interessiert, wird in einem Automuseum fündig.

Das Auto- und Technikmuseum Sinsheim, das Mercedes-Benz-Museum und das Porsche-Museum in Stuttgart oder das BMW-Museum in München sind einige Ausflugsziele, die das Herz von Oldtimer-Fans höher schlagen lassen.

Opel Kadett während eines Oldtimerrennens

Oldtimerrennen erfreuen sich großer Beliebtheit

Spitzenreiter Käfer

"Er läuft und läuft und läuft…" - getreu des alten Werbespruchs läuft der VW Käfer immer noch auf deutschen Straßen. Er ist laut einer Rangliste historischer Fahrzeuge, die der Verband der Automobilindustrie erstellt hat, der beliebteste Oldtimer. Etwa jeder zehnte Oldtimer mit einem H-Kennzeichen auf deutschen Straßen ist ein Käfer.

In der Rangliste der beliebtesten Oldtimer folgen dem VW Käfer drei Modellreihen von Mercedes Benz (114/115, 110/111, SL 107) sowie der Porsche 911/912. Der Begriff "Oldtimer" wird im Englischen übrigens gar nicht für Autos benutzt, sondern für einen alten Mann oder Veteranen. Meint der Engländer ein altes Auto, spricht er von "vintage", "classic" oder "Veteran Car".

Der letzte VW Käfer rollt vom Band: 19. Januar 1978

In Deutschland rollt 1978 der letzte Käfer vom Band

Autor: Christoph Teves

Stand: 24.04.2018, 09:50

Darstellung: