Taxis weltweit

Londoner Taxis in einer Reihe

Taxi

Taxis weltweit

Von Christiane Tovar

Taxis gibt es in praktisch jedem Land auf der Welt. Die meisten davon fahren sicherlich in den Metropolen. Aber auch in ländlichen Gebieten gehören Taxis zum Alltag.
So unterschiedlich wie die Einsatzgebiete sind auch die Gefährte. In London und New York bestimmen die sogenannten "Cabs" das Straßenbild, in Afrika sind es Kleinbusse. In Asien dagegen ist das Rikschafahren weit verbreitet. Eine ganz besondere Art der Fortbewegung hat São Paulo zu bieten.

London: Von Black-, Mini- und Karmacabs

In London gibt es drei Möglichkeiten, Taxi zu fahren. Die klassische Variante sind die "Black Cabs". Trotz ihres Namens sind sie allerdings nicht mehr ausschließlich schwarz. Mittlerweile gibt es die "Cabs" auch in anderen Farben.

Mit ihrer runden altmodischen Form und dem großen Innenraum begeistern sie nicht nur Touristen. Auch Einheimische nehmen sich gern ein "Black Cab". Allerdings ist das nicht ganz billig. Günstiger sind die "Minicabs". Mit deren Fahrern kann man vor der Tour einen Festpreis aushandeln.

Für Indien-Liebhaber gibt es eine dritte, ziemlich exotische Variante: das "Karma Kab". Von außen sieht es aus wie ein ganz normales Cab, aber im Innern eröffnet sich eine andere Welt. Indische Räucherstäbchen, perlenverzierte Leuchter und ein Himmel, besetzt mit Perlmutt. Dazu läuft indische Meditationsmusik. Kurzum: "Karma Kab" fahren ist für den, der es mag, Entspannung pur.

São Paulo: Das Taxi der Lüfte

Es gibt viele Großstädte auf der Welt. São Paulo allerdings ist eine Stadt der Superlative. Im Großraum der brasilianischen Metropole leben geschätzt mehr als 20 Millionen Menschen auf 8000 Quadratkilometern. Kein Wunder also, dass der Verkehr regelmäßig zusammenbricht.

Im Schnitt, so haben Verkehrsfachleute ausgerechnet, verbringt hier jeder Bewohner fast drei Stunden täglich im Stau. Das muss nicht sein, dachten sich findige Piloten schon 1946 und gründeten einen Helikopter-Taxi-Service. Schon damals gab es begüterte Kunden, denen Zeit wichtiger war als Geld. Denn ein Flug mit dem Hubschrauber ist natürlich um ein Vielfaches teurer als die Variante auf vier Rädern.

Seit Mitte der 1990er Jahre boomt das Geschäft mit den fliegenden Taxis. Mittlerweile gibt es viele Einkaufszentren, Wohnanlagen und Unternehmen, die auf ihren Dächern Landeplätze angelegt haben, um ihren Kunden die stressfreie Anreise zu ermöglichen.

Die Tour hoch über der Stadt hat aber noch einen weiteren Vorteil. Hier fühlen sich die Kunden sicher, denn auf den Straßen der brasilianischen Metropole gehören Gewaltdelikte wie Überfälle und Entführungen zur Tagesordnung.

Übrigens: São Paulo ist nicht die einzige Stadt mit fliegenden Taxis. Auch in Tokio und New York gibt es einen Helikopter-Service für alle, die es sich leisten können.

Hochhäuser und Slums in Sao Paulo

Hier kann man ein Helikopter-Taxi gut gebrauchen

New York: 300.000 Dollar für die Lizenz zum Fahren

Sie ist aus Aluminium und wird auf den Motorhauben der Taxis befestigt. Wer sie hat, die begehrte Plakette, die unter Taxi-Fahrern nur "Medaillon" genannt wird, gehört zu den Glücklichen mit einer eigenen Taxi-Lizenz. Die Aluminiumscheiben werden von Jahr zu Jahr teurer – Preise über 300.000 Dollar sind keine Seltenheit.

Bis zum Jahr 1937 wurden die Lizenzen noch für zehn Dollar verkauft. Wer eine eigene Plakette hat, spart sich die täglichen Mietkosten für das Auto. Um die Finanzierung von Taxilizenzen kümmert sich ein ganzes Gewerbe. Die sogenannten "Taxi Broker" helfen den Anwärtern beim Aufspüren neuer Geldquellen.

Die New Yorker bringen ihren Taxifahrern eine Art Hassliebe entgegen, sagen Kenner. Das Verkehrschaos, die damit verbundene Fahrweise und das ständige Hupen bringen viele Kunden zur Verzweiflung. Hinzu kommt ein Verständigungsproblem, denn mehr als 85 Prozent der Taxifahrer sind im Ausland geboren und sprechen nur schlecht Englisch.

Verzichten möchte aber keiner auf die "Yellow Cabs", wie sie hier heißen. Und das hat seinen Grund. Ein Großteil der New Yorker besitzt nämlich kein eigenes Auto und ist deshalb auf die gelben Wagen angewiesen.

Ein  gelbes New Yorker Taxi

In New York sind die Taxis gelb

Afrika: Mit dem Sammeltaxi auf der Schotterpiste

Die afrikanischen Taxis sind Minibusse. Zwar gibt es auch Mittelklassewagen, die als Taxis eingesetzt werden, doch das Straßenbild wird von den sogenannten Sammeltaxis bestimmt. Diese "Pick-Ups" oder Kleinbusse fahren innerhalb der Städte, aber auch längere Strecken über Land. Kein einfaches Unterfangen, denn geteerte Straßen sind in vielen Regionen Afrikas eine Seltenheit.

Die Sammeltaxis gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Einige sind geschlossen, bei anderen fahren die Reisenden auf der offenen Ladefläche mit. Bis zu 20 Personen werden so gleichzeitig befördert. Die Taxis halten an festgelegten Sammelpunkten, die oft am Stadtrand an einer großen Ausfallstraße liegen.

Grundsätzlich gilt: Der Fahrer fährt erst dann los, wenn sein Taxi voll besetzt ist. Füllt es sich nicht, wird die Route auch schon mal kurzfristig geändert. Dann müssen die Kunden auf das nächste Sammeltaxi warten. Diese Art der Fortbewegung hat allerdings auch ihre Schattenseiten. Jährlich verunglücken in Afrika mehrere hundert Sammeltaxis, weil sie nicht verkehrssicher sind.

Haltestelle eines Sammeltaxis in Afrika

Taxi auf afrikanische Art

Asien: Fortbewegung auf zwei Rädern

Sie ist ein typisch asiatisches Fortbewegungs- und Transportmittel: die Rikscha. In Bangladesh, Indonesien, Indien oder China gehört das zweirädrige Gefährt, das von Menschen gezogen oder angetrieben wird, zum Straßenbild.

In Asien lebt eine ganze Industrie von den Rikschas. Da sind zum Beispiel die Rikschabauer und die Händler, die die Chauffeure unterwegs mit Lebensmitteln versorgen.

In vielen asiatischen Städten leben die Rikschabetreiber von den Touristen, die sich von ihnen umherfahren lassen. Aber auch Juteballen, Zuckerrohrstangen und Gemüsekörbe werden seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Rikscha transportiert. In einigen Städten ersetzt sie sogar den Schulbus. Dennoch ist die Rikscha nicht mehr überall erwünscht, denn für viele gilt sie als Symbol der Unterentwicklung.

Umweltschützer hingegen kämpfen für diese Art der Fortbewegung, die weder Benzin verbraucht noch die Luft belastet. Interessante Entwicklung in jüngster Zeit: In vielen europäischen Städten sieht man immer öfter eine Abwandlung der Rikscha, das sogenannte Velo- oder Fahrradtaxi.

Ein asiatischer Mann steht neben seiner Rikscha

Warten auf Kundschaft

Stand: 08.10.2019, 11:44

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