Ulf Merbold

Ulf Merbold in seinem Raumanzug.

Raumstationen

Ulf Merbold

Das Astronautenleben von Ulf Merbold ist geprägt von den Merkwürdigkeiten des Ost-West-Konflikts. Geboren im thüringischen Greiz floh er kurz vor dem Mauerbau nach Westberlin. Bis 1976 studierte und promovierte er im Fach Physik in Stuttgart.

Erster Nichtamerikaner

Als einer unter 700 Bewerbern erhielt Ulf Merbold nach unzähligen Tests im Juli 1978 die Nachricht, dass er als Wissenschaftsastronaut bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA angenommen worden war.

Es sollte aber noch fünf Jahre dauern, bis Merbold in der Reagan-Ära am 28. November 1983 als zweiter Deutscher ins All flog. Damit war er der erste Nichtamerikaner an Bord des Space Shuttle. Fünf Jahre vorher hatte Sigmund Jähn in der sowjetischen Sojus 31 sieben Tage lang die Erde umkreist.

Als "Payload-Spezialist" hatte er über 70 verschiedene Experimente in dem hauptsächlich von Deutschland gebauten "Spacelab" zu koordinieren. Damit half er auch, den speziell ausgebildeten Forschungsastronauten neben dem etablierten Piloten in der Raumfahrt durchzusetzen.

Von 1985 bis 1988 arbeitete Merbold am Europäischen Weltraumforschungs- und -technologiezentrum der ESA (ESTEC) in Noordwijk/Niederlande an der Planung des Raumlabors "Columbus", dem europäischen Beitrag zur Internationalen Raumstation (ISS).

Ulf Merbold (Mitte vorn) am 22.01.1992 in Cape Canaveral/Florida mit sechs weiteren Astronauten vor seinem zweiten Start mit dem Space Shuttle 'Discovery'.

Ulf Merbold vor seinem zweiten Shuttleflug

Ausbildung zum Kosmonauten

Nach einem zweiten Shuttleflug (STS-42) im Jahr 1992 setzte sich Merbold wiederholt dafür ein, das russische Raumfahrtpotenzial nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht verloren gehen zu lassen. In Russland absolvierte er 1993/94 die Ausbildung zum Kosmonauten.

Zusammen mit Aleksandr Viktorenko und Elena Kondakova flog er mit der Sojuz TM-20 zur russischen Raumstation Mir. 31 Tage hielt er sich an Bord der Station auf. Die Mission litt unter technischen Pannen auf der alternden Mir-Station.

Nach dem Absturz des Space Shuttles "Columbia" im Februar 2003 sprach sich Merbold nachdrücklich für den Weiterbau der Internationalen Raumstation aus, um diese vollständig der Forschung zugänglich zu machen. Seit 2004 ist Merbold im Ruhestand, hält aber manchmal noch Vorträge und berät die Europäische Weltraumorganisation ESA.

Autor: Michael Hänel

Stand: 17.12.2018, 09:41

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