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Das Wort "Tattoo" geht auf das tahitische Wort "Tatau" zurück, was soviel bedeutet wie "Wunden schlagen". Mit Tatau bezeichnete man auf den Inselgruppen Polynesiens den traditionellen Akt der Körperverzierung. Polynesien - mit der heutigen Hauptinsel Tahiti - liegt im Pazifischen Ozean. Bei der traditionellen Tatau-Methode wurden mit einem aus Knochen oder Stoßzähnen gearbeiteten Tatauierkamm rhythmisch Wunden in die Haut geschlagen. Anschließend rieb man eine Paste aus Ruß, verbrannten Samenkernen und Kokosöl in die Wunden, was die bleibende Verfärbung der Haut verursachte.

Gemälde des sitzenden James Cook mit einer Seekarte auf dem rechtem Bein. (Rechte: AKG)

James Cook brachte den tätowierten Prinzen Omai nach England

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Der englische Kapitän und Weltumsegler James Cook (1728 bis 1779) hatte am 11. April 1769 Tahiti entdeckt und auf drei Fahrten die Südsee erforscht. Als Cook 1774 von seiner zweiten Reise wieder nach England heimkehrte, ging auch Omai, ein tätowierter Prinz aus Tahiti, von Bord. Omai, der auf eigenen Wunsch mit nach England gekommen war, wurde wegen seiner reichen Körperverzierungen schnell zur lebenden Sensation in den Adelshäusern Londons. Presseberichte über den "wilden Indianer aus der Südsee" verbreiteten sich rasch in ganz Europa, auch in Berlin. Omai ließ sich bereitwillig auf Empfängen, wissenschaftlichen Zirkeln und Jahrmärkten bestaunen - und beflügelte die Fantasie der Schriftsteller. Es entstanden Romane und Theaterstücke. In Frankreich erschienen in vier umfangreichen Bänden die "Narrations d’Omai". Das Theatre Royal im Londoner Covent Garden brachte das pantomimische Theaterstück: "Omai, or, a trip round the world". August von Kotzebue bearbeitete den Stoff für das deutsche Theater.

Wenn Omai von seiner Hautkunst erzählte, benutzte er das Wort "Tatau". Dies ging den Engländern leicht über die Zunge, nicht zuletzt deshalb, weil es ein ähnlich lautendes Wort seit Mitte des 17. Jahrhunderts in der englischen Militärsprache gab. Hier bedeutete tattaw oder tattow "Zapfenstreich". Spielerisch machte man aus Omais Tatau das Wort "Tattoo", und nicht zufällig waren es in England zunächst überwiegend Soldaten, die sich tätowieren ließen. In Deutschland existierten die beiden Wörter tatauieren und tätowieren lange Zeit nebeneinander, bis sich schließlich tätowieren durchsetzte.

Prinz Omai hatte zwar die Tätowierung in der Alten Welt salonfähig gemacht, war aber nicht der erste Südseeinsulaner, den die Europäer zu Gesicht bekommen hatten. Der Pirat und Entdeckungsreisende William Dampier war 1691 auf der Insel Moangis zwischen Sumatra und Sri Lanka gelandet und war dort dem tätowierten Häuptlingssohn Giolo begegnet. Gegen dessen Willen kaufte Dampier Prinz Giolo seinem Stamm ab und nahm ihn mit nach Europa. Hier reichte der Seefahrer Giolo am Hofe herum und vermietete ihn an einen Schausteller. Da Giolo kurz darauf an Wasserpocken erkrankte und daran starb, war er rasch wieder in Vergessenheit geraten. Mehr Glück hatte dagegen Omai, dessen Immunsystem besser gegen die europäischen Krankheiten gewappnet war. Gemäß Cooks Versprechen wurde er bei der dritten Reise des Entdeckers wieder wohlbehalten zurück in seine Heimat gebracht.

Beatrix von Kalben, Stand vom 30.11.2010

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