• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Emotionen

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Alltag & Gesundheit
  • Psychologie
  • Emotionen

Emotionen - Wegweiser durchs Leben

Der Pantomime braucht keine Worte. Er spricht mit uns, indem er mit Gestik und Mimik seine Gefühle ausdrückt. Wir erkennen, ob er glücklich ist, wütend oder auch traurig. Aber wieso verstehen wir, was Freude oder Trauer ist, Angst, Ekel oder Überraschung? Wir kennen die Emotionen anderer, weil wir sie selbst am eigenen Leib erfahren und damit selbst gefühlt haben. Und mehr noch: Wir binden unsere Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen an Emotionen. Die Emotionen geben unseren Erfahrungen eine Wertigkeit.

Gemeinsam mit dem Emotionsforscher Prof. Gerald Hüther sprechen die beiden Planet-Wissen-Moderatoren Birgit Klaus und Dennis Wilms über das Erkennen von Gefühlen und deren Bedeutung, die im Laufe der Geschichte immer wieder recht unterschiedlich bewertet wurde. (Rechte: SWR)

Die Bedeutung von Emotionen (3'56'')
Zur Video-Großansicht

Mehr zum Artikel

Emotionen
Videos
Rational oder emotional?
Gefühlte Lebenserfahrung
Interview
Neurobiologe Gerald Hüther
Link-Tipps

Die Wissenschaft auf der Suche nach dem Gefühl

Aber was sind Emotionen? Das lässt sich nicht so einfach definieren. Immer wieder haben sich die Gelehrten im Laufe der Geschichte daran versucht. Sind es für die einen reine Reizreaktionsmuster, die durch Umweltgegebenheiten ausgelöst werden, sehen andere darin eine neurophysiologische Reaktion, die nur im Gehirn stattfindet und die wir nicht beeinflussen können. Wieder andere vertreten die Auffassung, Emotionen stellen eine soziale Konstruktion dar. Letztlich käme es auf das soziale Umfeld an, das uns prägt, welche Gefühle wir in bestimmten Situationen haben sollen.

Um den Emotionen auf die Spur zu kommen, versuchten Generationen von Wissenschaftlern einen Blick ins Gehirn. Was passiert in diesem Organ, was uns fühlen lässt? Beim normalen Betrachten eines Gehirns lässt sich das aber nicht erkennen - auch Gewebeschnitte geben den Forschern zwar Einblicke in den Aufbau dieses Organs. Sie bieten aber kaum Aufschluss darüber, wie es funktioniert.

Silhouette eines menschlichen Kopfes vor dunklem Hintergrund. Im Kopf erkennt man ein bunt eingefärbtes Gehirn. (Rechte: picture-alliance / medicalpictur)

Was passiert im Gehirn, was uns fühlen lässt?

Vergrößern

Als geradezu bahnbrechend galten Experimente Mitte des vergangenen Jahrhunderts, in denen Tieren, zum Beispiel einem Hahn, eine Elektrode ins Gehirn gepflanzt wurde. Mittels elektrischer Reize wurden unterschiedliche Gehirnareale stimuliert, die entsprechende Reaktionen hervorriefen wie Aggression und Kampfbereitschaft, Angst, Hunger oder Durst. Solche Versuche wurden unter anderem 1962 in einer Fernsehreportage des Norddeutschen Rundfunks gezeigt und stolz als "Bilder von historischen Wert" verkauft. Den haben sie heute sicher! Aber die Frage, was Emotionen denn nun sind, konnten auch diese Untersuchungen nicht wirklich beantworten; zumal in dieser Zeit ohnehin allgemein die Auffassung vertreten wurde, dass Tiere allenfalls angeborene Instinkte besitzen. Wirkliche Emotionen dagegen waren nach dieser Vorstellung nur dem Menschen vorbehalten. Eine Auffassung, die sich doch grundlegend geändert hat!

Drei junge schwarze Amerikanerinnen trauern vor der US-amerikanischen Botschaft in Berlin. (Rechte: Imago)

Je intensiver ein Gefühl, umso deutlicher bleibt es in Erinnerung

Vergrößern

Das Gefühl gibt den Weg vor

Was hat es also auf sich mit dem Fühlen? Biologisch gesehen kann man sagen, Emotionen sind komplexe Verhaltensmuster, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben. Aber wozu brauchen wir sie?

Emotionen helfen, damit wir uns im Alltag orientieren können. Viele Entscheidungen treffen wir "aus dem Bauch" heraus. Wir erleben das ständig, auch wenn uns das gar nicht bewusst ist. Selbst wenn wir rational abwägen und die Vernunft entscheiden lassen wollen, ist es häufig dieser erste Impuls, der uns zu der einen oder anderen Entscheidung leitet. Unsere Emotionen sind ein Bewertungssystem, das mehr oder weniger gut ausgestattet sein kann. Es ist nicht von Anfang an komplett, sondern wird durch unsere alltäglichen Erfahrungen ständig erweitert und verfeinert. Nichts, was wir erleben, bleibt ohne Wirkung. So wird für jemanden, der nie einen Verlust erlitten hat, der Begriff Trauer keine große Bedeutung haben. Andererseits wird das Gefühl der Trauer und des Schmerzes umso größer sein, je bedeutsamer der Verlust ist, der einen Menschen trifft. Jede Erfahrung, die wir machen, alles, was wir lernen, wird im Gehirn mit dem entsprechenden Gefühl verknüpft, das wir in dieser Situation empfinden. Je intensiver dieses Gefühl ist, umso deutlicher bleibt es in unserem Gedächtnis verankert. Das Erlebte wird Teil unserer Lebenserfahrung. Je größer dieser Erfahrungsschatz ist, umso differenzierter wird auch unser emotionales Bewertungssystem.

Eine junge Frau mit ratlos gen Decke gerichteten Blick sitzt zusammengekauert im Schneidersitz. (Rechte: Imago)

Angst oder Stress lässt uns häufig zusammenkauern

Vergrößern

Emotion und körperliche Reaktion sind untrennbar

Jedes Gefühl geht immer mit einer körperlichen Reaktion einher. Je intensiver die Gefühlsregung ist, umso deutlicher reagieren wir. Wir können lächeln oder lachen; wir können sogar so lachen, dass uns die Tränen kommen. Wir weinen vor Freude, aus Rührung oder weil wir traurig sind. Und natürlich können wir an diesen körperlichen Reaktionen auch erkennen, wie es anderen Menschen geht. Wir können sie nur anhand ihrer Körpersprache verstehen, so wie wir den Pantomimen verstehen - ganz ohne Worte. Dieses Zusammenspiel zwischen unseren Gedanken, Emotionen und unserem Körper ist untrennbar miteinander verbunden. Wissenschaftler sprechen von den somatischen Markern. Sie lassen sich auch in Laborversuchen messen. Den Versuchspersonen werden unterschiedliche Bilder gezeigt. Dabei zeichnen Sensoren im Gesicht die Muskelreaktionen auf. Jedes Mal, wenn die Probanden emotional stark aufgeladene Bilder sehen, reagiert ein bestimmter Muskel oberhalb der Augenbraue. Das gleiche geschieht, wenn unangenehme Gedanken aufgerufen werden. Bei neutralen Bildern oder positiven Gedanken dagegen bleibt dieses Muskelspiel aus.

Diese Verkörperung von Gefühlen erleben wir ständig. Oft werden sie uns aber nur dann wirklich bewusst, wenn sie stark ausgeprägt sind, wenn wir uns beispielsweise so gruseln, dass uns die Haare zu Berge stehen, wenn wir vor lauter Aufregung weiche Knie haben oder die nächste Toilette aufsuchen müssen. Die Liebe meldet sich mit Herzklopfen und "Schmetterlingen im Bauch".

Es ist auch möglich, diesen Effekt der somatischen Marker umzudrehen. So wie Gefühle in unseren Körper hineinwirken, können wir auch umgekehrt mit bewussten Körperhaltungen unsere Gefühle beeinflussen. Zum Beispiel lässt uns Angst oder Stress häufig zusammenkauern, unseren Körper verkrampfen. Wenn wir uns dessen bewusst werden, können wir uns aufrichten, tief durchatmen - und uns besser fühlen.

Untersuchungen konnten sogar zeigen, dass pessimistische Menschen, die mit einem miesepetrigen Gesicht unterwegs, einen weniger gut durchbluteten Rücken haben. Wie würde es diesen Menschen wohl gehen, wenn sie sich überwiegend auf positive Gedanken besinnen würden?

Andrea Wengel, Stand vom 02.09.2009
Sendung: Autismus - Leben in einer eigenen Welt, 02.09.2009

Mehr zum Thema

Collage aus Bildmotiven zum Thema Psychologie (Rechte: WDR)

Psychologie


  • Psychotherapie
  • Serienmörder
  • Spiegelneuronen
  • Glück
  • Zwangsstörungen

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/psychologie/emotionen/index.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2010

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.