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Geschichte des Denkmalschutzes

Denkmäler erzählen von Menschen. Wer sich mit historischen Bauwerken befasst, kann viel über das Leben unserer Vorfahren erfahren, über ihre Gewohnheiten, ihren Lebensstandard und ihren Glauben. Aber auch über die technischen wie wissenschaftlichen Kenntnisse unserer Ahnen erzählen alte Gemäuer. Diese Geschichten gehen unwiederbringlich verloren, wenn man die Denkmäler nicht schützt.

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Gestaltung von Fachwerk (4'55")
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Definition

Ein Denkmal erinnert an die Vergangenheit und ist als solches ein schützenswertes Gut. Ob ein Objekt denkmalwürdig ist, wurde in verschiedenen internationalen Richtlinien des Denkmalschutzes festgelegt. Die Charta von Burra, erstmals 1982 verfasst, definiert den Denkmalwert als ästhetische, historische, wissenschaftliche oder gesellschaftliche Werte für vergangene, gegenwärtige und zukünftige Generationen.

Schild mit der Aufschrift: Denkmalschutz (Rechte: WDR)

Denkmalschutz ist ein öffentliches Interesse

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Der Denkmalschutz ist Aufgabe staatlicher Institutionen und des Besitzers. In Deutschland liegt die Gesetzgebungskompetenz für Denkmalschutz und Denkmalpflege bei den einzelnen Bundesländern. Je nach Bundesland sind die Verwaltungen der Denkmalbehörden in den Gemeinden oder in den Landkreisen angesiedelt. In allen Ländern gibt es ein Landesamt für Denkmalpflege als zentrale Fachbehörde. Oberste Denkmalschutzbehörde ist das zuständige Landesministerium. Für denkmalrechtliche Genehmigungen ist in der Regel die Untere Denkmalschutzbehörde zuständig. Die verschiedenen Denkmalschutzgesetze der Länder definieren den Denkmalschutz als ein öffentliches Interesse und befassen sich mit dem Schutz von Kulturdenkmälern.

Bauarbeiter sanieren die Fassade und das Dach einer historischen Villa (Rechte: dpa)

Ein Konzept staatlicher Denkmalpflege

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Geschichte des Denkmalschutzes

Die Idee der organisierten Denkmalpflege in Deutschland geht auf den preußischen Baubeamten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) zurück. Er entwarf ein Konzept staatlicher Denkmalpflege, die sich besonders der Bauten aus dem Mittelalter annehmen sollte. Gedacht hatte er in erster Linie an Kirchen, Klöster und Herrschaftsarchitektur. Für den Aufbruch in die heutige Denkmalpflege steht das "European Heritage Year", das 1975 stattfand und in Deutschland "Jahr des Denkmalschutzes" hieß. Das Plakat der Werbekampagne zeigte eine Reihe von Mietshausbauten aus der Zeit um 1900, von denen einige mit schwarzer Farbe übermalt waren. Auf dem Plakat stand: "Haus für Haus stirbt Dein Zuhause. Unser Lebensraum braucht Schutz. Denkmalschutz." Diese Sätze knüpften an einer immer lauter werdenden Kritik am Städtebau in der BRD an. Symbolisch lässt sich diese Kritik am Frankfurter Westend verorten. Gründerzeitliche Villen wurden abgerissen um dem expandierenden Bankenviertel Raum zu geben.

Aufschwung der Denkmalpflege in den 70ern

Durch die Spekulation mit Immobilien in vielen Städten wurden viele Bauten des Historismus und des Jugendstils zerstört. An ihrer Stelle stellte man austauschbare Gebäude aus Beton, Stahl und Glas. Die gesellschaftspolitische und ästhetische Kritik an einem solchen Stadtbild führte innerhalb weniger Jahre zu einem Bewusstseinswandel, der den historischen Bauten immer mehr Bedeutung gab. In den 70er Jahren kam es zu einem enormen Aufschwung der öffentlichen Denkmalpflege. Die Länder verabschiedeten nach und nach die Denkmalschutzgesetze. Für die Einhaltung dieser Gesetze und die Denkmalpflege wurden Behörden geschaffen. Wissenschaftlich ausgebildete Denkmalpfleger, vornehmlich Architekten und Kunsthistoriker, professionalisierten die Arbeit der neuen Landesämter. Auch in der DDR wurde 1975 ein Denkmalschutzgesetz erlassen, wobei die Erhaltung eines Objektes im Interesse der sozialistischen Gesellschaft liegen musste. Denkmale sollten "der Entwicklung des sozialistischen Bewusstseins, der ästhetischen und technischen Bildung sowie der ethischen Erziehung dienen" (DDR-Gesetz 1975). Für den Denkmalschutz in der DDR war das zentrale Institut für Denkmalpflege und seine Außenstellen sowie der angegliederte VEB Denkmalpflege zuständig.

Blick auf die Reihenhäuser im Gartenstadtweg der Gartenstadt Falkenberg im Berliner Stadtbezirk Treptow-Köpenick (Rechte: picture-alliance/ ZB)

Erfolgsgeschichte der Wiedervereinigung

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Erfolgsgeschichte im Osten

Nach der Wiedervereinigung wurde auch in Ostdeutschland die Denkmalpflege föderalistisch organisiert. Die neuen Denkmalbehörden waren damit konfrontiert, dass Tausende Baudenkmale in Ostdeutschland materiell und technisch sich in einem katastrophalen Zustand befanden. Andererseits war im Osten mangels massiver Stadterneuerungen nach dem Zweiten Weltkrieg ein einzigartiger historischer Bestand erhalten geblieben. Die Denkmalpflege in den Neuen Ländern ist eine unbestreitbare Erfolgsgeschichte der Wiedervereinigung. Dass ein Großteil der historischen Substanz gesichert und gerettet werden konnte, ist dem Einsatz großer Geldmittel der öffentlichen Hand und privater Spenden zu verdanken. Neben der Öffentlichkeitsarbeit für die Denkmalpflege und ihrem Engagement in der Weiterbildung hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn viele private Spendengelder an die Denkmalpflege im Osten weitergeleitet. Seit 1990 bekommt die Stiftung auch Gelder aus der Glücksspirale.

Denkmalschutz hört nie auf

In Deutschland gibt es heute eine Million Bau- und Bodendenkmäler, die unter Denkmalschutz stehen. Bodendenkmäler sind im Boden liegende Überreste früherer Befestigungsanlagen, Siedlungen, Gräber und so weiter, also meist nicht sichtbares archäologisches Kulturgut. Dabei ist die Inventarisierung der Listen denkmalgeschützter Gebäude natürlich nicht abgeschlossen, sondern ein fortlaufender Prozess. Zur Zeit werden Gebäude aus den 50er und 60er Jahren auf die Listen der Denkmäler gesetzt. Der zeitliche Abstand zur Schaffung des Gebäudes oder Objektes bestimmt in der Regel auch den Denkmalwert.

Ana Rios, Stand vom 17.11.2009
Sendung: Abenteuer Denkmalschutz - Steine erzählen Geschichte(n), 17.11.2009

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Collage mehrerer Bauwerke (Rechte: SWR)

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