• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen Startseite

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Mitmachen
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Länder & Leute
  • Japan
  • Geishas

Geishas

Geishas gehören zum Japan-Klischee wie Kirschblüten, Kois und Kimonos. Mit ihren weiß geschminkten Gesichtern und ihren farbenprächtigen Gewändern wirken die betörend schönen Frauen wie Geschöpfe aus einer anderen Welt. Geishas zählen zu den außergewöhnlichsten Erscheinungen der japanischen Tradition und beflügeln die Fantasie der Menschen. Besonders wichtig: Geishas sind keine Prostituierten, auch wenn das im Westen oft so verstanden wird.

Zwei traditionell gekleidete Geishas halten wie zur Begrüßung Blumenkörbe in den Händen. (Rechte: dpa)

Geishas mit Blumenpräsenten

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Geishas
Video
Madame Butterfly
Männliche Geishas
Dekolleté des Kimono?
Literatur & Co
Link-Tipps

Beruf mit Tradition

Den Beruf der Geisha gibt es seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Damals arbeiteten die Frauen in den Teehäusern der Rotlichtbezirke vieler japanischer Städte. Ihre Aufgabe war es, die männlichen Gäste mit kurzweiligen Gesprächen, Liedern oder kleinen Kunststücken zu unterhalten. Davon leitet sich auch der Begriff Geisha ab, was so viel heißt wie "eine Person, die in der Kunst bewandert ist". Für die Prostitution waren streng genommen die Kurtisanen zuständig, aber es kam zunächst auch oft vor, dass die Geishas den Gästen ihren Körper gegen Geld anboten. Ihr Ansehen in der japanischen Gesellschaft war zu jener Zeit dementsprechend gering.

Geishas und das japanische Frauenbild (2'32'')

Um dieses zwielichtige Berufsfeld besser in den behördlichen Griff zu bekommen, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts eine offizielle Trennung zwischen den einfachen Dirnen und den höher gestellten Unterhaltungsdamen, den Geishas, vorgenommen. Diese verdienten zwar neben ihrer Hauptbeschäftigung als Gesellschaftsdamen immer noch auch mit käuflicher Liebe ihr Geld, konnten sich ihre Freier jedoch aussuchen. Dieses Recht stand den einfachen Prostituierten nicht zu.

Geishas waren mit dieser Statusänderung salonfähig geworden und genossen bei Prominenz und Politik hohes Ansehen. Zwischen 1868 und 1912 wurden zwölf Ehen zwischen hochrangigen Politikern und ehemaligen Geishas geschlossen. Bis heute genießen die Geishas in Japan eine sozial hohe Anerkennung und gehören zur Tradition und Kultur des Landes.

Eine angehende Geisha beim Erlernen der traditionellen Teezeremonie. Im Hintergrund gibt eine Lehrerin Anweisungen. (Rechte: dpa)

Lehrerin mit angehender Geisha bei traditioneller Teezeremonie

Vergrößern

Strenge Erziehung, harte Ausbildung

Um eine richtige Geisha zu werden, müssen die jungen japanischen Frauen, die sich für diesen traditionsreichen Beruf entschieden haben, eine lange und harte Lehrzeit überstehen, die schon im Alter von 12 bis 13 Jahren beginnt. In der Zeit der Ausbildung werden die angehenden Geishas "Maiko" (Tanzmädchen) genannt. Um ihre späteren vielseitigen Aufgaben als Unterhaltungsdamen bewältigen zu können, ist der Lehrplan sehr umfangreich.

Die angehenden Geishas werden in der Kunst der Gesprächsführung geschult und mit der Kultur, der Geschichte, den Sitten sowie den Gebräuchen ihrer Heimat vertraut gemacht. Außerdem erlernen sie klassische traditionelle Tänze und Lieder sowie, die Shamisen zu spielen, ein der Laute ähnliches Saiteninstrument. Die Maikos werden aber natürlich auch in die Kunst eingeführt, den Kimono zu binden, ihre Gesichter in der richtigen Art und Weise zu schminken und ihre Haare zu kunstvollen Frisuren zu stecken.

Eine Geisha mit weiß geschminktem Gesicht. Der Mund ist mit rotem Lippenstift stark betont. Das hochgesteckte dunkle Haar ist mit einer Stoffblumengirlande und Glöckchen verziert (Rechte: dpa)

Geishas schminken sich nach festen Regeln

Vergrößern

Geishas zwischen gestern und heute

Das Leben und Arbeiten einer Geisha folgt wie vor über hundert Jahren immer noch ganz strengen Gesetzen und Riten. So wohnen sie in speziellen Geisha-Häusern, die wiederum in eigenen Stadtteilen liegen, den sogenannten Blumenvierteln (Hana-Machi). In diesen Bezirken haben sich natürlich auch bestimmte Berufsgruppen wie Kimonoschneider oder Tanz- und Musiklehrer niedergelassen. Es gibt dort viele Spezialgeschäfte, die besondere Artikel für Maikos und Geishas anbieten, zum Beispiel Schuhe, Haarschmuck, Fächer oder Regenschirme aus Ölpapier. Die meisten Blumenviertel gibt es noch in der alten Kaiserstadt Kyoto. Unter den fünf Geisha-Vierteln Kyotos befindet sich auch das wohl bekannteste und renommierteste: Gion. In Gion nennen sich die Geishas "Geikos", was so viel heißt wie "Frauen der Kunst". Gemeinsam mit den Maikos führen sie in jedem Frühling im Theater von Gion ihre Kirschblütentänze auf, die zu einem ganz besonderen Kulturereignis geworden sind.

Wünscht ein Kunde die Gesellschaft einer Geisha, wendet er sich an eine offizielle Geisha-Vermittlung, bei denen die japanischen Unterhaltungsdamen registriert sind. Die Geishas von heute arbeiten in den traditionellen Teehäusern und werden von wohlhabenden Kunden für Geschäftsbankette und ausgefallene Partys engagiert. Bezahlt werden sie nach einem festgelegten Stundentarif. Ihren Lohn nennt man sehr poetisch Blumengeld (Hanadai). Darüber hinaus ist es aber auch üblich, die Geishas für ihre Dienste mit einem stattlichen Trinkgeld zu belohnen.

Graziös schreitet eine Geisha im Kimono eine Treppe hinunter. Im Vordergrund sieht man Äste mit Kirschblüten. (Rechte: dpa)

Geishas und Kirschblüten gehören zum Japan-Klischee

Vergrößern

Ende einer langen Tradition?

Der Beruf der Geisha hat heute mit großen Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Gab es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch über 70.000 offiziell registrierte Geishas, so sind es gegenwärtig nur noch einige hundert. Die wenigen Geishas, die es heutzutage noch im Land der aufgehenden Sonne gibt, leben wie in einer anderen, längst vergangen Zeit und Welt. Immer weniger junge Japanerinnen möchten sich der langwierigen und schwierigen Lehrzeit einer Maiko unterziehen.

Ein anderer Grund für diesen Rückgang ist auch in den allgemein verbesserten Ausbildungsstandards und Berufschancen für Frauen in Japan zu sehen. War der Beruf der Geisha früher für viele Frauen die Möglichkeit, einen besonderen sozialen Status zu erreichen, so machen die jungen Japanerinnen von heute lieber in der Industrie, Bankwirtschaft oder im Handel Karriere. Wegen des akuten Nachwuchsmangels ist man sogar schon im ältesten Geisha-Bezirk von Kyoto, in Kamishichiken, dazu übergegangen, neue Geishas über das Internet und Annoncen anzuwerben. Die lange und gründliche Ausbildung wird bei dieser neuen Methode allerdings vernachlässigt und so arbeiten heutzutage immer mehr Frauen als Geisha, ohne eine Ausbildung im klassischen Sinne genossen zu haben. Der Anfang vom Ende einer langen japanischen Tradition hat damit begonnen.

Alfried Schmitz, Stand vom 05.11.2010
Sendung: Japan - Rätselhafte Bräuche in Fernost, 05.11.2010

Seite teilen

Über Social Bookmarks
  • Facebook LogoFacebook
  • Twitter LogoTwitter
  • VZ-Gruppe LogoVZ-Gruppe
  • Wer-Kennt-Wen LogoWer-Kennt-Wen
  • Delicious LogoDelicious
  • Mr. Wong LogoMr. Wong

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Japan

Japan


  • Deutsch-japanische Beziehungen
  • Japanische Kultur
  • Tokio
  • Asiatische Kampfkunst

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: /laender_leute/japan/geishas/index.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2013

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.