Umweltschutz

Das Bild zeigt eine Flusslandschaft mit einer kleinen Bucht. Auf der rechten Seite ist das sandige Ufer des Flusses mit Büschen und kleinen Bäumen zu sehen. Im Fluss und im Hintergrund erkennt man weitere Bäume. Der Himmel ist blau mit vielen weißen Wolken.

Mekong

Umweltschutz

Der Mekong gehört zu den fünf artenreichsten Flüssen der Welt: In und um den gewaltigen Strom leben rund 1200 Fischarten, etwa 830 verschiedene Säugetiere, mindestens 2800 Vogelarten und 900 Amphibien und Reptilien.

Den Artenreichtum bewahren

Einige der Arten in der Mekong-Region, wie der Irawadi-Flussdelfin und der Mekong-Riesenwels, sind vom Aussterben bedroht. Der "World Wide Fund For Nature" (WWF) möchte mit seinem "Great Mekong Programme" erreichen, dass der Naturschutz in der Mekong-Region größere Bedeutung erhält. Ein Schwerpunkt des WWF-Engagements ist die Energiepolitik, da der Bau von Wasserkraftanlagen, Staudämmen und die Abholzung von Wäldern langfristig die Lebensräume bestimmter Tierarten vernichtet.

Keine Fangquote für den Riesenwels

Eine weitere Gefahr für den einzigartigen Mekong-Riesenwels ist die Überfischung. Die Menschen, die am Mekong leben, decken beinahe ihren kompletten Eiweißbedarf durch Fische aus dem Fluss. Eine Fangquote gibt es nicht. In Laos und Thailand ist zum Schutz des riesigen Fisches inzwischen ein Fangverbot verhängt worden. In Kambodscha gibt es ein Abkommen mit den Fischern, den Riesenwels nicht mehr zu fangen. Wenn dann doch einer der bis zu 300 Kilogramm schweren Fische ins Netz gegangen ist, soll der Riesenwels mit einem Sender ausgestattet und wieder freigelassen werden. Allerdings halten sich nicht alle Fischer an die Abmachung, sodass weiterhin viele Riesenwelse auf dem Teller landen – und das, obwohl seit 2005 die Freilassung der Fische per Gesetz vorgeschrieben ist.

Das Bild zeigt einen großen Fluss, in dem Bäume stehen. Auf den Bäumen sitzen Kormorane.

Überschwemmungen machen das Land fruchtbar

Durch den intensiven Fischfang entsteht auch die größte Gefahr für die Irawadi-Delfine, die auf einem etwa 200 Kilometer langen Mekong-Abschnitt in "Deep Pools" – bis zu 75 Meter tiefe Rinnen – leben. "Die Fischer benutzen Kiemennetze aus Nylon. Darin verfangen sich die Delfine sehr leicht, gelangen dann nicht mehr an die Oberfläche und ersticken", beschreibt der Biologe Petr Obrdlik das Problem. Bei der letzten Inventarisierung des WWF haben die Wissenschaftler 2011 gerade noch 85 der Tiere gezählt.

Alternativen zum Fischfang

Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich der WWF im Mekongbecken für den Schutz der Natur und bedrohter Tierarten. Die Naturschützer informieren die Bevölkerung, über eine nachhaltigere Nutzung des Mekongs und der angrenzenden Landschaft. Sie klären die Fischer über die Gefahren der Kiemennetze für den Iriwadi-Delfin auf und zeigen ihnen Alternativen zur traditionellen Fischerei, wie beispielsweise die Einrichting von Aquakulturen und Änderung der Fangmethoden ohne Kiemennetze.

Das Bild zeigt einen Mann, der hinter einem großen, toten Fisch, einem Riesenkarpfen, hockt. Der Mann hat seine Hände auf den Fisch gelegt.

Riesenkarpfen lassen sich in Aquakulturen züchten

Außerdem zeigen die Mitarbeiter der Naturschutz-Organisation, wie die Fischer Pflanzen wie Reisstroh anbauen und gewinnbringend verkaufen können. Oder aber der WWF hilft dabei, kleine Farmen aufzubauen, die tiergerecht arbeiten.

Delfine als Touristenattraktion

Darüber hinaus unterstützt der WWF die Entwicklung eines Ökotourismus im Mekongbecken. An einem der "Deep Pools" auf kambodschanischem Boden, in dem viele Irawadi-Delfine leben, gibt es inzwischen eine weitere Einnahmequelle für die örtlichen Fischer: Für etwa fünf US-Dollar pro Person darf eine streng regulierte Zahl von Touristen mit einem Ruderboot zu bestimmten, festgelegten Zeiten die Delfine beobachten. "Das funktioniert sehr gut und schadet den Delfinen nicht. Am Ufer haben dort sogar einige kleine Buden eröffnet, in denen Getränke und Souvenirs verkauft werden", berichtet Obrdlik.

Das Bild zeigt zwei Irawadi-Delfine, die in einem großen Fluss schwimmen und gerade an der Wasseroberfläche Luft holen.

Die Irawadi-Delfine ziehen Touristen an

Der Haken an der Sache: "Das kambodschanische Fischereiministerium kassiert inzwischen den größten Teil der Gewinne, weil es Geld braucht. Damit bezahlt das Ministerium die Ranger, die auf dem Mekong die Fischer kontrollieren." In Kambodscha ist nämlich das Fischen mit Kiemennetzen inzwischen ganz verboten, was auch ein Verdienst des WWF ist. "Aber so ein Verbot ist schwer vermittel- und durchsetzbar, wenn die kambodschanischen Fischer sehen, dass ihre Kollegen in Laos nebenan weiterhin mit den großen Nylonnetzen arbeiten", so der Biologe. Eine einheitliche Regelung muss her. Bis dahin sind allerdings noch viele Gespräche und zähe Verhandlungen nötig.

Autorin: Alexandra Stober

Stand: 10.07.2014, 13:00

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