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Umweltschutz

Der Mekong gehört zu den fünf artenreichsten Flüssen der Welt: In und um den gewaltigen Strom leben rund 1200 Fischarten, etwa 830 verschiedene Säugetiere, mindestens 2800 Vogelarten und 900 Amphibien und Reptilien.

Das Bild zeigt eine Flusslandschaft mit einer kleinen Bucht. Auf der rechten Seite ist das sandige Ufer des Flusses mit Büschen und kleinen Bäumen zu sehen. Im Fluss und im Hintergrund erkennt man weitere Bäume. Der Himmel ist blau mit vielen weißen Wolken. (Rechte: WWF/Obrdlik)

Noch leben mehr als 1200 Fischarten im Mekong

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Den Artenreichtum bewahren

Einige der Arten in der Mekong-Region, wie der Irawadi-Flussdelfin und der Mekong-Riesenwels, sind vom Aussterben bedroht. Der "World Wide Fund For Nature" (WWF) möchte mit seinem "Living Mekong Programme" erreichen, dass der Naturschutz in der Mekong-Region größere Bedeutung erhält. Ein Schwerpunkt des WWF-Engagements ist die Energiepolitik, da der Bau von immer mehr Staudämmen und die Abholzung von Wäldern langfristig die Lebensräume bestimmter Tierarten vernichtet.

Mehr und mehr Staudämme für mehr Energie

Petr Obrdlik seufzt, wenn er an daran denkt, dass die laotische Regierung einen Staudamm in einem Nebenarm des Mekong bauen will. "Der Fluss ist während der Trockenzeit ein Hauptwanderweg vieler Fische. Wenn sie dort nicht mehr entlang schwimmen können, erreichen sie ihre Laichgebiete nicht mehr", erklärt der Süßwasserbiologe, der seit 20 Jahren beim WWF arbeitet. Bisher gebe es glücklicherweise noch keinen Wassermangel im unteren Teil des Mekong selbst, obwohl China im oberen Teil des Flusses mehr und mehr Staudämme baut. Das Problem: Der Energiebedarf der Länder in der Mekong-Region wächst ständig und die einfachste Lösung sind Staudämme. Gemeinsam mit der deutschen "Gesellschaft für technische Zusammenarbeit" (GTZ) und der "Mekong River Commission" vor Ort gibt der WWF Empfehlungen, wo Staudämme gebaut werden können, ohne dass dies negative Folgen für den Mekong hat. "Wir sagen dann: Wenn dort und dort schon etwas gebaut worden ist, lassen Sie zumindest die anderen Zuflüsse frei. Das ist immer sehr mühsam und harte Lobbyarbeit", so Obrdlik. Aber immerhin gibt es kleine Erfolge: "Wir arbeiten jetzt vor Ort auch mit der Asian Development Bank zusammen. Die haben früher erst gar nicht mit uns gesprochen."

Das Bild zeigt einen großen Fluss, in dem Bäume stehen. Auf den Bäumen sitzen Kormorane. (Rechte: WWF)

Überschwemmungen machen das Land fruchtbar

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Keine Fangquote für den Riesenwels

Die größte Gefahr für den einzigartigen Mekong-Riesenwels sieht der Süßwasserbiologe akut aber nicht in den Staudämmen, sondern in der Überfischung. Die Menschen, die am Mekong leben, decken beinahe ihren kompletten Eiweißbedarf durch Fische aus dem Fluss. "Die Asiaten lieben Welse. Man kann die Riesenwelse aber nicht gut in Aquakulturen züchten, also fangen die Menschen sie direkt aus dem Mekong", sagt der Süßwasserexperte. Eine Fangquote? Gibt es nicht. Allein ein freiwilliges Abkommen in Thailand, den Riesenwels nicht mehr zu fangen. Wenn dann doch einer der bis zu 300 Kilogramm schweren Fische einem thailändischen Fischer ins Netz gegangen ist, soll der Riesenwels mit einem Sender ausgestattet und wieder freigelassen werden. "Aber was nützt das, wenn die Fische danach doch woanders gefangen und getötet werden", fragt sich Obrdlik. Durch den intensiven Fischfang entsteht auch die größte Gefahr für die Irawadi-Delfine, die auf einem etwa 200 Kilometer langen Mekong-Abschnitt in "Deep Pools" – bis zu 75 Meter tiefe Rinnen – leben. "Die Fischer benutzen Kiemennetze aus Nylon. Darin verfangen sich die Delfine sehr leicht, gelangen dann nicht mehr an die Oberfläche und ersticken", beschreibt Petr Obrdlik das Problem. Bei der letzten Inventarisierung des WWF haben die Wissenschaftler gerade noch knapp 100 der Tiere gezählt.

Das Bild zeigt einen Mann, der hinter einem großen, toten Fisch, einem Riesenkarpfen, hockt. Der Mann hat seine Hände auf den Fisch gelegt. (Rechte: WWF)

Riesenkarpfen lassen sich in Aquakulturen züchten

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Alternativen zum Fischfang

Um den Irawadi-Delfin und andere bedrohte Arten des Mekong zu schützen, hat der WWF vor fünf Jahren ein Projekt in der Gemeindefischerei begonnen. "Wir sprechen mit den Fischern über die Gefahren der Kiemennetze für die Delfine und erklären, welche Fischarten vom Aussterben bedroht sind. Am wichtigsten ist, dass wir den Fischern Alternativen zur intensiven Fischerei aufzeigen. Schließlich müssen sie ja irgendwo von leben", so der Süßwasserbiologe. Der WWF baut deshalb in den Gemeinden Teiche, in denen bestimmte heimische Fischarten – beispielsweise Riesenkarpfen – in Aquakulturen gezüchtet werden können. Außerdem zeigen die Mitarbeiter der Naturschutz-Organisation, wie die Fischer Pflanzen wie Reisstroh anbauen und gewinnbringend verkaufen können. Oder aber der WWF hilft dabei, kleine Farmen aufzubauen, die tiergerecht arbeiten.

Das Bild zeigt zwei Irawadi-Delfine, die in einem großen Fluss schwimmen und gerade an der Wasseroberfläche Luft holen. (Rechte: WWF)

Die Irawadi-Delfine ziehen Touristen an

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Delfine als Touristenattraktion

An einem der "Deep Pools" auf kambodschanischem Boden, in dem viele Irawadi-Delfine leben, gibt es inzwischen eine weitere Alternative zum Fischfang: Für etwa fünf US-Dollar pro Person darf eine streng regulierte Zahl von Touristen mit einem Ruderboot zu bestimmten, festgelegten Zeiten die Delfine beobachten. "Das funktioniert sehr gut und schadet den Delfinen nicht. Am Ufer haben dort sogar einige kleine Buden eröffnet, in denen Getränke und Souvenirs verkauft werden", berichtet Obrdlik. Der Haken an der Sache: "Das kambodschanische Fischereiministerium kassiert inzwischen den größten Teil der Gewinne, weil es Geld braucht. Damit bezahlt das Ministerium die Ranger, die auf dem Mekong die Fischer kontrollieren." In Kambodscha ist nämlich das Fischen mit Kiemennetzen seit kurzem verboten, was auch ein Verdienst des WWF ist. "Aber so ein Verbot ist schwer vermittel- und durchsetzbar, wenn die kambodschanischen Fischer sehen, dass ihre Kollegen in Laos nebenan weiterhin mit den großen Nylonnetzen arbeiten", so der WWF-Mitarbeiter Obrdlik. Eine einheitliche Regelung muss her. Bis dahin sind allerdings noch viele Gespräche und zähe Verhandlungen nötig.

Alexandra Stober, Stand vom 14.06.2007

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