Rohstoff Holz
Was ist Holz?
Holz ist einer der stabilsten Stoffe im Pflanzenreich. Wegen seiner Festigkeit können Bäume mehr als 50 Meter in den Himmel ragen. Holz besteht aus röhrenförmigen Zellulosezellen, die durch Lignin, eine feste, farblose Kohlenwasserstoff-Verbindung, miteinander verklebt sind. Das Lignin wird in der Zellwand eingelagert und dient dort als Festigungselement. Wenn Pflanzenzellen verholzen, spricht man deswegen auch von Lignifizierung.
Je nach Baumart sind die Zellen unterschiedlich groß und strukturiert. Dadurch ergeben sich die verschiedenen Eigenarten der Hölzer, wie zum Beispiel Gewicht, Dichte oder Festigkeit. Botanisch unterscheidet man Laubhölzer (Angiospermen) und Nadelhölzer (Gymnospermen). In der Regel sind Laubhölzer schwerer und härter als die Nadelhölzer.
Schicht für Schicht
Zersägt man einen Baumstamm, lassen sich mehrere Schichten erkennen: Von innen nach außen sind es Kernholz, Splintholz, Kambium und Borke (Rinde). Jede dieser Schichten erfüllt eine bestimmte Funktion. Das Kernholz im Inneren des Baumstamms besteht aus abgestorbenen Holzzellen. Weil Harze und Gerbstoffe eingelagert sind, ist es besonders fest und widerstandsfähig. Lebende röhrenförmige Holzzellen bilden das Splintholz und umringen das Kernholz. Sie speichern Nährstoffe und leiten Wasser in die Baumkrone. Für neue Holzzellen ist das Kambium zuständig. Es besteht aus wenigen Lagen teilungsfähiger Zellen. Nach innen geben sie Holzzellen für den Wassertransport ab, nach außen Siebzellen für den Safttransport, der unter der Borke stattfindet. Die Borke selbst ist aus toten Zellen aufgebaut und schützt den Baum vor extremen Temperaturen und vor Tieren.
Im Frühling bildet das Kambium neue Zellen, der Baum wird dicker. Im Spätherbst stellt es dann das Zellwachstum ein. Die Zellen, die seit dem Frühling entstanden sind, sind größer als die vorherigen, so dass die typischen Jahresringe zustande kommen. An ihnen kann das Alter eines Baumes genau abgezählt werden
Nachhaltige Waldwirtschaft
Holz ist weltweit einer der am meisten gehandelten Rohstoffe. Bäume wachsen zwar ständig nach, doch das Wachstum dauert je nach Holzart sehr lange. In vielen Regionen der Erde wird mit dem nachwachsenden Rohstoff nicht pfleglich umgegangen, das heißt, es wird zuviel Holz zu schnell geschlagen.
Der deutsche Wald dagegen wird "nachhaltig" bewirtschaftet. Das Konzept der Nachhaltigkeit sieht zum Beispiel vor, dass für jeden gefällten Baum ein neuer angepflanzt werden soll. Dadurch können Holzvorräte nicht so einfach schrumpfen, weil Holz immer wieder nachwächst. Schlechter sieht es etwa in Brasilien oder Malaysia aus, denn vor allem die tropischen Wälder sind durch Raubbau bedroht. Dabei sind die "Lungen der Erde", die tropischen Regenwälder, als große Sauerstoffproduzenten für den Menschen überlebenswichtig.
Um dem Raubbau an den Wäldern entgegenzuwirken, wurde 1993 das "Forest Stewardship Council", kurz FSC, gegründet. Die Organisation hat weltweit Standards für eine umweltfreundliche und sozial verträgliche Forstwirtschaft gesetzt. Ein Gütesiegel des FSC signalisiert dem Verbraucher, dass die Holzprodukte aus nachhaltiger Waldnutzung stammen.
Positive Ökobilanz
Holz ist ein ausgesprochen umweltfreundlicher Werkstoff. Die Verwendung, das Verbrennen oder der biologische Abbau von Holz verursacht keinen weiteren Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre und leistet somit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Bei der Verbrennung wird zum Beispiel nur soviel Kohlendioxid abgegeben, wie der Baum im Laufe seines Lebens gespeichert hat. Dieses Kohlendioxid nehmen dann junge Waldbäume wieder auf. Wenn dann auch noch Holz aus heimischen Gefilden Verwendung findet, sind die Transportkosten durch geringe Anfahrtswege ziemlich niedrig.
Ein weiterer Vorteil für die Umwelt ist, dass Holz kaum Abfall verursacht: Nebenprodukte wie Sägespäne, Sägemehl und Hackschnitzel können für die Herstellung von Papier, Span- und Faserplatten oder für moderne Heizsysteme verwendet werden. Hat ein Holzprodukt irgendwann ausgedient, lässt es sich umweltfreundlich wieder in Wärme oder Strom verwandeln.
Vielseitig verwendbar
Möbel sind hierzulande vielleicht die bekanntesten Alltagsgegenstände, die aus Holz hergestellt werden. Doch Holz ist noch zu viel mehr zu gebrauchen: Ganze Häuser können aus dem Werkstoff gebaut werden. Fast jeder kennt Schwedens rot-weiße Holzhäuser aus den Geschichten von Astrid Lindgren. Diese Bauweise ist charakteristisch für ganz Skandinavien. Und auch in den USA wird ein Großteil der Häuser aus Holz gebaut. In ländlichen Gegenden liegt der Anteil der Holzhäuser bei weit über 90 Prozent. In Deutschland werden dagegen nur knapp über zehn Prozent der Häuser aus Holz gebaut. Der Verwendung von Holz als Baustoff sind keine Grenzen gesetzt. Selbst Brücken und riesige Hallen können aus dem Rohstoff errichtet werden, was 2000 durch das freitragende EXPO-Dach des deutschen Pavillons aus Weißtannen bewiesen wurde.
Wer schon einmal an einem Kachelofen saß, in dem ein knisterndes Feuer brannte, weiß wie angenehm diese Wärme ist. Tatsächlich ist das Heizen mit Holz eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen. Während Erdgas und Mineralöl fossiles Kohlendioxid CO2 freisetzen, verbrennt Holz CO2-neutral. Moderne Heizungsanlagen, die mit Holzpellets oder Resten aus Sägewerken gespeist werden, verringen den Treibhauseffekt in der Atmosphäre. Wer einmal die relativ hohen Kosten der Installation einer solchen Heizung gewagt hat, spart angesichts steigender Energiepreise für Öl oder Gas nicht nur viel Geld, sondern leistet auch noch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Tobias Aufmkolk/Claudia Heidenfelder, Stand vom 31.07.2012
Sendung: Die Welt der Bäume - Paradiesische Biotope und monotone Holzplantagen, 03.08.2012











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