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Auf jüdischen Friedhöfen kann man den Brauch beobachten, dass Besucher auf den Grabsteinen kleine Steinchen und Kiesel hinterlassen. Woher stammt diese Sitte und was bedeutet sie?

Tatsächlich ist das ein uralter Brauch, der aber in keinen jüdischen Schriften zu finden ist. Vor vielen tausend Jahren konnten die Israeliten, die in der Wüste lebten, natürlich keine glatt polierten Marmorplatten auf die Gräber der Verstorbenen legen, das wäre viel zu aufwändig und mit den damals bekannten Techniken auch unbezahlbar gewesen. Zudem entsprach es auch einfach nicht der Sitte wie bei uns heute.

Auf einem alten Grabstein mit Davidstern liegen mehrere kleinere Steine. (Rechte: dpa)

Die Thora: Quelle von Ver- und Geboten

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Man bestattete die Toten mit einem kleinen Steinhaufen auf dem Grab. Dadurch markierten die Angehörigen die Stelle des Grabes, so dass sie dieses wiederfinden konnten. Daneben gab es noch einen ganz praktischen Grund für die Sitte des Steinablegens: Die Steine verhinderten, dass die Leichen von wilden Tieren ausgegraben wurden. Wurde eine Bestattung vorgenommen, brachten Freunde oder Stammesverwandte einen Stein mit, um das Grab zu bedecken. Dieser jüdische Brauch hat sich bis heute gehalten.

Warum verwenden Juden oft die Schreibweise "G'tt" statt "Gott"?

In der Heiligen Schrift der Juden, dem Tanach, ist der am häufigsten verwendete Name für Gott "JHWH". Diese Buchstabenfolge wird Tetragramm genannt. Übersetzt wird der Name, mit dem sich Gott Mose offenbarte, oft mit den Wendungen "Ich bin, der Ich bin" oder "Ich bin, ich war, ich werde". Gläubige Juden sehen das Tetragramm als den exklusiven Namen für den einen Gott an, würden diesen aber nie aussprechen oder aufschreiben, da Gott so auf einen menschlichen Begriff reduziert würde.

Mit dem Wort "Gott" selbst verhält es sich ähnlich, obwohl dieser Begriff eigentlich nur als Ersatz für das Tetragramm steht. Deshalb bedienen sich Juden im Deutschen häufig der Schreibweise "G'tt". Als weitere Alternativen zu JHWH haben sich die Wörter Adonaj (Herr) und Elohim (der Mächtigste, der Höchste) etabliert. Doch gerade in ortodoxen Kreisen werden auch diese Begriffe ausschließlich im Gebet verwendet. Wird eine Stelle der Thora im normalen Alltag vorgelesen, so ist es üblich, den Namen Gottes durch "HaSchem" (der Name) zu ersetzen.

Die Heiligung des Sabbats ist der Höhepunkt der Woche. Der Sabbat ist der siebte Wochentag, und die Juden feiern das Ruhen Gottes am siebten Tag der Schöpfung sowie den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Der Sabbat beginnt am Freitagabend mit dem Sonnenuntergang und endet am Samstagabend. Die orthodoxen Juden achten darauf, am Sabbat zu ruhen und nicht zu arbeiten. Sämtliche Haushaltsarbeiten werden also vorher erledigt. Am Sabbat darf, egal durch welche Handlung, keine neue Situation geschaffen werden. Strenggläubige Juden fahren deshalb auch kein Auto und betätigen keinen Lichtschalter oder Herd.

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Jüdischer Alltag in Deutschland - Alles normal?, 28.05.2008

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