Wissensfragen zu Archäologie-Methoden

Das Skelett eines Hundes. Unterhalb des Kopfes befindet sich ein Tongefäß, das als Grabbeilage für das Tier gedacht war

Methoden der Archäologie

Wissensfragen zu Archäologie-Methoden

Von Uwe Gradwohl, Ulrich Neumann und Tobias Aufmkolk

Was versteht man unter Archäozoologie?

Archäozoologischen Untersuchungen wurden in der klassischen Archäologie lange keine Beachtung geschenkt, obwohl sie einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis von Kulturen geben können, die keine Schriftzeugnisse hinterlassen haben.

Die Archäozoologie wertet tierische Überbleibsel wie Knochen und Schalenreste aus, die bei Grabungen gefunden werden. Knochen müssen zunächst einmal einem bestimmten Teil des Skeletts zugeordnet werden, bevor man aus ihnen die Tierart bestimmen kann.

Manchmal lassen sich auch noch andere Daten wie Alter und Körpergröße bestimmen. Hilfreich bei dieser Arbeit ist der Vergleich mit bestehenden Sammlungen.

Neben diesen biologischen Betrachtungen geben die Tierreste vor allem Auskunft über die Lebensgewohnheiten früher Kulturen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die gefundenen Tierreste Teil einer Abfallgrube sind, in der Küchenabfälle gesammelt wurden.

Dann lassen sich mithilfe von Knochen, Gräten, Muschelschalen und Schneckenhäusern gute Eindrücke vom Speisezettel unserer Vorfahren gewinnen.

Wie haben die Urzeitmenschen Feuer gemacht?

Feuerstein, auch Flint genannt, war der ideale Werkstoff für die Menschen der Steinzeit. Er kommt häufig in Knollen- oder Plattenform vor und ist vor allem in Kreideschichten zu finden, die sich von Frankreich bis nach Russland erstrecken.

In Norddeutschland gibt es vor allem auf Rügen große Vorkommen. Flintgestein splittert scharfkantig. Die Bruchfläche ist hart und kann so scharf wie eine Rasierklinge sein. Das Gestein war in der Steinzeit so begehrt, dass es sogar in großen Bergwerken professionell abgebaut wurde. Mehr als 100 dieser Bergwerke sind allein in Europa bekannt.

Der Name Feuerstein legt die Vermutung nahe, dass die Menschen der Steinzeit damit Zündfunken erzeugt haben. Das stimmt aber nur zum Teil. Schlägt man zwei Feuersteine aneinander, so entsteht lediglich ein Lichteffekt.

Man spricht von der sogenannten Tribolumineszenz. Schlägt man aber einen Feuerstein gegen einen Pyrit, ein Mineral, das auch unter dem Namen Katzengold bekannt ist, dann fliegen echte Zündfunken.

Beim Schlag entsteht kinetische Energie, die sich in thermische Energie umwandelt. In der Steinzeit benötigte man also zum Feuermachen einen Feuerstein, einen Pyrit und leicht brennbares Material.

Dieses Material, auch Zunder genannt, konnte zum Beispiel ein getrockneter Zunderschwamm sein, der an toten Bäumen wächst. Auch Flugsamen aus Disteln oder Löwenzahn, trockene Birkenrinde, zerriebenes Laub oder bestimmte Flechten eignen sich zum Feuermachen.

Faustkeil aus Feuerstein mit sorgfältig behauenen Kanten.

Prähistorische Faustkeile aus Feuerstein

Würde die Archäologie ohne die Physik alt aussehen?

So flapsig die Frage auch formuliert zu sein scheint – ohne eine bestimmten Teilbereich der Physik hätten es die Archäologen sehr viel schwerer. Die Geophysik bietet nämlich allerhand Methoden, um feststellen zu können, ob sich eine Grabung an einer bestimmten Stelle lohnt oder nicht.

Verschüttete Trümmer können aufgespürt werden, indem die elektrische Leitfähigkeit oder die magnetischen Felder des Bodens untersucht werden. Die im Untergrund verborgenen Objekte haben häufig andere elektrische oder magnetische Eigenschaften als das Erdreich, das sie umgibt.

Für die Umsetzung der Messdaten in Karten und Bilder, die das Auffinden der richtigen Grabungsstelle erleichtern, reicht ein Laptop mit entsprechender Software völlig aus. Auf diese Art und Weise wird die Gefahr einer Fehlgrabung deutlich reduziert, die Planung erleichtert und die unbeabsichtigte Zerstörung von Strukturen im Untergrund vermieden.

SWR / WDR | Stand: 11.12.2019, 13:28

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